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Fußsohlenschmerz: Alles zum lästigen Stechen in der Fußsohle

Sie wissen, wie es sich anfühlt, barfuß zu laufen und unerwartet auf einen spitzen Stein zu treten. Dassselbe Stechen in der Fußsohle verspürten Sie heute beim Aufstehen, obwohl es keine spitzen Steine in Ihrem Schlafzimmer gibt.

Die zentrale Stütze des Fußes

Hinter Fußsohlenschmerz stecken viele potentielle Ursachen. In vielen Fällen hat der Sohlenschmerz keine ernste Ursache, bedeutet aber unter Umständen eine echte Einschränkung. Einige mögliche Ursachen müssen zunächst ausgeschlossen werden:

  • eingeklemmte Nerven in Fuß oder Rückenmark
  • Ermüdungsbruch
  • chronische Störungen wie eine Arthritis

In den meisten Fällen beruht das Stechen in der Fußsohle auf einer Entzündung des bindegewebigen Bandes, das sich von der Ferse bis zum Fußballen erstreckt, namens „plantare Fasziitis“. Glücklicherweise verschwindet diese Entzündung im Allgemeinen innerhalb von 24 Monaten durch Selbsthilfemaßnahmen wieder. Die plantare Faszie (Fußsohlenband) verbindet Ihr Fersenbein mit den Zehen. Sie befindet sich auf der Unterseite des Fußes und unterstützt das Fußgewölbe. Es funktioniert wie eine stoßdämpfende Blattfeder, die das Fußgewölbe stützt und vor dem Kollabieren bewahrt.

Stechen in der Fußsohle: Was im Körper geschieht

Die Probleme beginnen, wenn die Spannung in dieser Blattfeder zu groß wird. Dadurch entstehen winzige Risse im Band, die zu Entzündungen und stechenden oder brennenden Schmerzen in der Fußsohle führen. In der Regel macht sich das Problem erst allmählich bemerkbar und betrifft lediglich einen Fuß. Die Schmerzen kommen im Allgemeinen morgens am heftigsten vor. Die ersten Schritte erweisen sich als besonders qualvoll, weil sich die plantare Faszie über Nacht verkürzt, während Sie das Fußgewölbe nicht belasten. Bei vielen Betroffenen lassen die Schmerzen nach einer Dehnung der Sohlenbänder nach.

Typische Symptome:

  • Fußsohlenschmerz nach langem Stehen, Treppensteigen oder Stehen auf den Zehenspitzen
  • Fußsohlenschmerz nach, aber normalerweise nicht während einer sportlichen Aktivität

Warum bestimmte Menschen häufiger betroffen sind

Die plantare Fasziitis trifft potentiell Menschen jeden Alters. Überbeanspruchung kann unter sehr aktiven Jugendlichen und Menschen von 20 bis 40 Jahren zu den Ursachen gehören. Weniger aktive Menschen, die plötzlich mit einer neuen Sportart oder einem Übungsprogramm beginnen, tragen ein erhöhtes Risiko. Bei mittelalten bis älteren Menschen ist die Störung verbreiteter.

Im Alter verliert nicht nur das Fußsohlenband seine Elastizität. Darüber hinaus dünnen die Fettpolster unter der Fußsohle aus, sodass die Fußsohle die Stöße nicht mehr so gut abfedert. Übergewicht belastet Ihren Fuß zusätzlich stark. Darüber hinaus gibt es noch weitere Faktoren, die Ihr Risiko für eine plantare Fasziitis beeinflussen.

Fußsohlenschmerz: Weitere Risikofaktoren

  • unpassende Schuhe – Unpassend sind Schuhe, die sehr dünne oder harte Sohlen haben, kein gutes Fußbett aufweisen und an der Fußsohle eher locker sitzen. Darüber hinaus sollten Sie das Tragen hochhackiger Schuhe (Absatz 5 cm und höher) vermeiden. Dadurch verkürzt sich die Achillessehne, die sich von Ihrer Ferse bis zum Wadenmuskel zieht. Wenn Sie regelmäßig Schuhe mit hohen Absätzen tragen und dann plötzlich auf flache Schuhe umsteigen, vergrößern Sie die Belastung Ihres Fußsohlenbandes.
  • Überlastung Ihrer Füße – Aktivitäten, die Sie für längere Zeit auf den Füßen halten, erhöhen Ihr Risiko. Dasselbe gilt für das Heben schwerer Lasten. Des Weiteren steigert das plötzliche Erhöhen der Aktivitäten (z. B. vermehrtes Spazierengehen im Urlaub) Ihr Risiko für eine plantare Fasziitis.
  • mechanische Belastung des Fußes – Ein abnormes Laufmuster, das eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf beide Füße verhindert, belastet das Fußsohlenband zusätzlich. Plattfüße führen schneller zu einer plantaren Fasziitis. Dasselbe gilt für hohe Fußgewölbe, die unter Umständen zur Verkürzung des Fußsohlenbandes und schlechter Abfederung führen.

Darüber hinaus zeigen sich manche Formen der Arthritis (z. B. die Rheumatoide Arthritis) zuerst als Sehnenentzündung. Diese Störungen betreffen in der Regel beide Sohlen gleichzeitig. Der Arzt identifiziert sie mithilfe einer Blutuntersuchung.

Erste Hilfe zur Selbsthilfe

Die Heilung der plantaren Fasziitis erfordert Geduld und Ausdauer. Außer Abnehmen bei Übergewicht helfen folgende Maßnahmen:

  • tägliche Dehnungsübungen – Dehnen steigert die Beweglichkeit von Fußsohlenband, Achillessehne und Wadenmuskel. Machen Sie einige Dehnübungen morgens vor dem Aufstehen, um die Schmerzen bei den ersten Schritten zu minimieren. Wiederholen Sie die Dehnübungen mehrfach am Tag und tragen Sie nachts eine Fußschiene, damit sich Bänder und Sehnen nicht wieder verkürzen.
  • Kühlen der Fußsohlen – Ein kaltes Fußbad wirkt hilfreich. Oder Sie legen ein in Stoff gewickeltes Kältekissen für 15 Minuten auf, besonders nach größeren Aktivitäten. Wenn Sie an Diabetes, Neuropathie oder schlechter Durchblutung der Füße leiden, lassen Sie sich bezüglich der Kälte-Anwendungen von Ihrem Arzt beraten.
  • gutes Schuhwerk – Schuhe mit kleinen bis mittelhohen Absätzen, gutem Fußbett und federnden Sohlen eignen sich am besten. Ersetzen Sie Ihre Schuhe regelmäßig mithilfe eines Anbieters, der individuelle Anpassungen vornimmt. Es gibt eine Reihe von Einlagen; dazu gehören zum Beispiel ein anatomisch geformtes Fußbett, partielle Fußgewölbe-Stützen und andere frei erhältliche Hilfsmittel. Vermeiden Sie nach Möglichkeit das Barfußgehen.

Außerdem lindern rezeptfreie Schmerzmedikamente wie Ibuprofen (Aktren®, Dolormin® u. a.) und Naproxen (Aleve® u. a.) Schmerzen und Entzündungen. Halten Sie sich an die Angaben auf dem Beipackzettel.

Diese Behandlungsmöglichkeiten können weiterhelfen

  • Wenn Sie mit Selbsthilfe-Maßnahmen keine Linderung erzielen, gibt es weitere Alternativen. Auch wenn die Kosten einige Hundert Euro ausmachen, eignen sich maßgefertigte Schuheinlagen (Orthesen), den Fuß zu stützen und gleichzeitig das Gewicht besser zu verteilen.
  • Eine andere Möglichkeit besteht darin, nachts eine Fußschiene zu tragen. Darunter versteht man einen einstellbaren Stiefel, mit dem man schläft. Auch während des Tages ist dieser Stiefel hilfreich, sofern man längere Zeit im Sitzen verbringt. Die Fußschiene fixiert den Fuß im 90-Grad-Winkel zum Schienbein, sodass sich die plantare Faszie nicht wieder verkürzt.
  • Eine physikalische Therapie hilft ebenfalls. So dient Ultraschall dazu, tiefe Gewebe-Schichten zu erwärmen. Dies steigert die Durchblutung und beschleunigt den Heilungsprozess.
  • Ein anderes Verfahren ist die Iontophorese, bei der man oberflächlich aufgetragenes Kortison mithilfe elektrischer Reizung tief in die Fußsohle einbringt.
  • Darüber hinaus sind bestimmte Formen der Fußsohlenmassage wohltuend.

Was tun, wenn nichts hilft?

Wenn auch diese Maßnahmen nicht weiterhelfen, rät Ihr Arzt zu einer Kortisonspritze. In einigen Fällen empfiehlt sich eine dauerhafte Schienung oder sogar Eingipsen, um den Fuß vier bis sechs Wochen lang zu immobilisieren. Wenn diese konventionellen Behandlungen versagen, kommen aggressivere Optionen infrage. Dazu zähltbeispielsweise die extrakorporale Stoßwellentherapie, bei der hochenergetische Stoßwellen zum Einsatz kommen, oder eine Fußoperation.

Ob die Stoßwellentherapie den meisten Patienten mit diesem Problem nützt, bleibt umstritten. Eine OP ist selten erforderlich, da viele weniger invasive Methoden in der Regel wirken. Die Annahme, dass Fersensporne eine plantare Fasziitis verursachen und deshalb entfernt werden sollten, ist mittlerweile überholt. Viele Menschen mit Fersenspornen empfinden keinen Fußsohlenschmerz. Des Weiteren weisen viele Patienten mit plantarer Fasziitis keine Fersensporne auf. Aus dem Grund gelten Fersensporne auch nicht als zugrunde liegende Ursache des Problems.

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