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Spinalkanalstenose: Nichtoperative Behandlung

In der Vergangenheit wurde bei einer Spinalkanalstenose häufig operiert. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Krankheit oft nicht fortschreitet. Bei einer Studie, die den Verlauf der Spinalkanalstenose über 5 Jahre hinweg untersuchte, wurde deutlich, dass bei 70 von 100 erkrankten Personen die Symptome in etwa gleich blieben.

Im gleichen Zeitraum verbesserten sich die Symptome bei 15% der Personen, bei weiteren 15% verschlechterten sie sich.

Wenn Sie nur an leichten Symptomen leiden, sind nicht operative Behandlungsmethoden angemessen. Zu diesen gehören:

  • Dynamische lumbale Stabilisation– Ziel dieses Verfahrens ist, den unteren Rücken zu stabilisieren, sodass mehr Raum für die Nervenwurzeln geschaffen wird, die aus dem Spinalkanal austreten. Das wird durch Physiotherapie und Kräftigungsübungen erreicht, die Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Lendenwirbelsäule beim Stehen „abflachen“, indem Sie die Bauchmuskeln anspannen und Ihr Becken kippen.

  • Diese „Abflachung“ der Biegung der Lendenwirbelsäule kann Ihnen ermöglichen, weitere Strecken zu gehen oder länger zu stehen. Die angestrebte Körperhaltung wird auch durch gelegentliches Tragen eines medizinischen Mieders begünstigt.
  • Schmerzmedikamente– Frei verkäufliche oder rezeptpflichtige entzündungshemmende Medikamente aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika) müssen eventuell täglich eingenommen werden. Dazu gehören Medikamente wie Ibuprofen, Naproxen und so genannte COX-2-Hemmer wie Celecoxib (Celebrex®) und Rofecoxib (Vioxx®). Andere Wirkstoffgruppen können für ausstrahlende Schmerzen verschrieben werden, die nicht auf NSAR ansprechen, zum Beispiel das Epilepsiemittel Gabapentin (Neurontin) oder trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin (zum Beispiel Saroten), das allerdings in Deutschland selten angewandt wird.

  • Einige Patienten erfahren eine Schmerzlinderung durch gelegentliche Steroid-Injektionen in die Lendenwirbelsäule. Obwohl die Wirkung meist nicht lange anhält, kann sie den betroffenen Personen helfen, mehr von einer Krankengymnastik zu profitieren.
  • Eine Spinalkanalstenose kann durch eine nicht operative Behandlung nicht beseitigt werden. Diese lindert aber die Schmerzen. Wenn jedoch die Beine des Patienten immer schwächer werden oder die Schmerzen nicht zurückgehen, kann eine Operation erwogen werden.
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