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Spinalkanalstenose: Wann eine OP erforderlich ist

Die mittlerweile zweithäufigste Ursache für Rückenoperationen sind die Wirbelkanalstenosen (Spinalstenosen). Dabei wird das Rückenmark durch knöcherne Anbauten der Wirbel eingeengt. Das kann Schmerzen verursachen und Gefühlsstörungen wie auch Lähmungserscheinungen verursachen.

Auch bei Gleitwirbeln und anderen Instabilitäten einzelner Wirbelsäulensegmente kann eine Operation unumgänglich werden. Hierbei verschieben sich ein oder mehrere Wirbelkörper aus dem Gefüge der Wirbelsäule.

Ursachen können angeborene Defekte sein, Verletzungen nach Unfällen oder intensivem Leistungssport (Delphinschwimmen, Geräteturnen, Trampolinturnen, Speerwerfen u. a.).

OP ist bei Spinalkanalstenose nicht zwingend nötig

Wenn Sie an einer Spinalkanalstenose leiden, ist es wichtig, dass Sie sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren! Ganz gleich, weshalb ein Eingriff vorgenommen werden muss – Rückenoperationen sollten immer gut überlegt sein.

Denn oft lässt sich mit einer konservativen Therapie doch noch ein Erfolg erzielen. Bei einigen Patienten kann eine nicht operative Behandlung nämlich auch auf lange Sicht erfolgreich sein.

Je nach Schweregrad (s. o.) der Symptome kann aber auch eine Operation die beste Behandlungsmöglichkeit einer Spinalkanalstenose sein. Deren Ziel ist eine Vergrößerung des Spinalkanals an dem Punkt, wo die Nerven komprimiert werden.

Auf Art und Schwere der Beschwerden kommt es an

Ihr Arzt kann zu einer Operation raten, wenn Sie stark beeinträchtigende Schmerzen haben, sich eine zunehmende Schwäche in den Beinen entwickelt oder die Kontrolle über die Blase oder den Mastdarm eingeschränkt ist.

Am besten holen Sie sich jedoch vorher noch eine „zweite Meinung“ von einem anderen Arzt ein. Schließlich ist eine Operation immer auch mit einem (geringen) Risiko von Rückenmarksverletzungen (etwa 1:5.000) behaftet.

Führt jedoch kein Weg an der OP vorbei, wird der Chirurg eine teilweise Entfernung des Wirbelbogens empfehlen. Bei dieser Operationstechnik wird ein Teil des hinteren Anteils des Wirbelbogens (die Lamina) entfernt.

Das passiert bei einer Laminektomie

Bei der sogenannten Laminektomie entfernt der Chirurg also alle Knochenauswüchse oder Bänder entfernt und sonstiges Gewebe, das in den Wirbelkanal ragt und auf die Rückenmarksnerven drückt.

Wenn bei Ihnen gleichzeitig der Wirbelkörper instabil ist bzw. eine Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) vorliegt, kann eine Versteifung der Wirbelkörper (Spondylodese) notwendig werden. Hierbei werden 2 oder mehr Wirbelkörper im Lendenbereich mit einer Knochenzulagerung sowie speziellen Schrauben oder Metallplatten dauerhaft miteinander verbunden, um die Stabilität zu verbessern.

Erfolgsquote und Regeneration

Durch die Laminektomie können bei der Mehrheit der Betroffenen Schmerzen im Gesäß und in den Beinen nach einer korrekten Diagnose mehrheitlich dank der Operation gelindert bzw. beseitigt werden.

Abhängig vom allgemeinem Gesundheitszustand kann eine Spinalkanalstenose sogar bis ins hohe Alter (über 80 oder 90 Jahre) operiert werden.

Die durchschnittliche Dauer des stationären Krankenhausaufenthalts beträgt bei einer Laminektomie 4 bis 7 Tage. In den meisten Fällen können die Patienten Ihre täglichen Aktivitäten innerhalb von 6 bis 12 Wochen nach einer Operation wieder verrichten, mit Ausnahme von schweren körperlichen Arbeiten.

Die Genesung und Rehabilitation kann sich eventuell über einen längeren Zeitraum erstrecken, wenn eine knöcherne Versteifung notwendig wurde.

Vorsicht: Auch „sanfte“ Verfahren können Gefahren beinhalten

Bei fast allen Rückenleiden stehen heute neben den „offenen“ Operationsmethoden auch sogenannte minimalinvasive Operationen („Schlüsselloch-Technik“) zur Verfügung. Diese Verfahren bieten den Vorteil von kleineren Narben, weniger Gewebeverletzungen und einer kürzeren Erholungszeit nach dem Eingriff.

Allerdings sollten sie v. a. bei lang im Voraus geplanten Operationen angewandt werden. Bei Notfalleingriffen ist es besser, wenn der Chirurg tatsächlich das gesamte Operationsfeld einsehen und mögliche Komplikationen sicher erkennen kann.

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