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Schnellende Finger: Operation nur selten nötig

Kürzlich fragte mich ein Leser, was er gegen schnellende Finger unternehmen könne. Die Tendinitis stenosans, wie das Leiden in der Medizin heißt, kenne ich von meinem Vater, der sie „Fingerschnappen“ nannte.

Schnellende Finger: So sieht das typische Erscheinungsbild aus

Es bestehen zum Beispiel Schmerzen am Grundgelenk eines Fingers. Beim Strecken braucht die betroffene Hand häufig die Hilfe der anderen Hand. Dann ist das für schnellende Finger typische Knacken oder besser Klicken zu hören. Meist zeigt sich die Erkrankung nach dem 60. Geburtstag. Besonders häufig betroffen: Frauen und Diabetiker.

Ursache ist eine entzündliche Einengung der Beugesehnescheiden am Übergang von der Handfläche zu den Fingern. Am besten aufgehoben sind Sie bei dieser Erkrankung bei einem ausgebildeten Handchirurgen, sofern sich einer in Ihrer Nähe befindet. Dieser prüft dann, ob etwa gleichzeitig noch eine Arthritis oder Arthrose vorliegt beziehungsweise, wie stark ausgeprägt das Leiden ist. Wie beweglich sind die Gelenke, gibt es Schwellungen und Verletzungen oder bereits Gelenkschäden? Häufig tritt die Tendinitis stenosans gemeinsam mit einem Karpaltunnelsyndrom auf.

Schnellende Finger: Behandlungsmöglichkeiten

Zur Behandlung werden zunächst Kortisonspritzen unter Lokalanästhesie eingesetzt. Es kann zwei bis fünf Tage dauern, bis die Wirkung einsetzt – dabei sollten Sie Ihre Hand ausreichend bewegen, damit sich das Medikament besser verteilen kann. In mehr als der Hälfte aller Fälle sind die Beschwerden damit erledigt. Halten die Beschwerden weiter an, wird nach sechs Wochen noch mal eine Spritze gesetzt. Damit können rund 90 Prozent aller Betroffenen von den Schmerzen befreit werden. Ist der Finger in der Beugestellung fixiert oder ist nach beiden Spritzen keine Besserung eingetreten, hilft eine kleine nur wenige Minuten dauernde Operation. Komplikationen wie schmerzende Narben, Beeinträchtigung von Nerven, Gefühlsverluste oder ein „Restschnellen“ sind selten, berichtet die „Medical Tribune“. Betroffene, die beide Methoden ablehnen, bekommen für sechs Wochen eine Schiene. Hierbei besteht allerdings das Risiko, dass sich das Gelenk versteift. Lesen Sie im nächsten Beitrag meine Bewegungsübungen für Ihre Finger!

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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