MenüMenü

„Der Rücken muss geschont werden“: Warum das falsch ist

„Rückenpabst“ Prof. Dr. Ingo Froböse hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Irrtümern und Mythen rund um das Thema Rückenschmerzen aufzuräumen. Einer dieser Mega-Irrtümer:

Immer wieder geistert die Behauptung durch die Welt, dass man den Rücken nicht zu sehr belasten, ja sogar schonen solle, damit keine Rückenschmerzen entstehen. Um es ganz klar zu sagen: Einen größeren Blödsinn werden Sie zum Thema Rücken selten hören und mit nichts können Sie Ihrem Rücken mehr schaden, als auf diesen alten Mythos zu hören. Das Gegenteil ist der Fall:

Bewegen Sie Ihren Rücken, fordern Sie Ihren Rücken, ja belasten Sie Ihn!

Aber schonen Sie ihn auf gar keinen Fall! Selbst wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, ist das kein Grund zur Schonung: Ihr Rücken braucht Bewegung – unbedingt! Und zwar abwechslungsreiche Bewegung. Dazu gehören das Herunterstrecken zur Seite aus dem Sitzen genauso wie das Nachhintendrehen im Stehen oder das Bücken zur Erde und zwar durchaus ohne in die Knie zu gehen. (Das gilt selbstverständlich nicht, wenn Sie gerade unter akuten Rückenbeschwerden leiden.) Der Grund:

Nur durch vielfältige Bewegungen werden möglichst zahlreiche Muskeln und Bänder beansprucht sowie möglichst viele Gelenke gegeneinandergedreht. All diese Strukturen spielen zusammen und erhalten den Rücken gesund. Werden sie geschont, kommen sie aus der Übung und die Geschmeidigkeit geht verloren: Das ist dann die wirkliche Ursache von Rückenproblemen.

Vorsicht Falle:

Ein unterforderter Rücken kann schnell nicht mehr mithalten, wenn er doch einmal beansprucht wird. Wenn Sie zum Beispiel überraschend ausrutschen und das Gleichgewicht halten müssen, bleiben unkontrollierte Dehnungen und Drehungen nicht aus. Das ist alles kein Problem für einen geschmeidigen Rücken, wohl aber für ein schlaffes Exemplar, „das nichts kennt“. Werden Sie also aktiv und überzeugen Sie sich davon, was Ihr Rücken alles kann.

Bleiben Sie aktiv

Bewegen Sie sich so viel und so vielseitig, wie es geht – nicht nur beim Sport: Strecken und recken Sie sich im Alltag beim Aufräumen und Putzen. Gehen Sie morgens zu Fuß zum Bäcker und fahren Sie mit dem Rad zum Einkaufen oder zum Frisör. Nehmen Sie die Treppe statt des Lifts und ärgern Sie sich nicht, wenn Sie nicht direkt am Ziel einen Parkplatz finden: Freuen Sie sich lieber über die zusätzliche Laufeinheit.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten

Alte Kommentare
  • Angela Tabari Moumna schrieb am 24.04.2015, 14:16 Uhr

    Super erklärt und es stimmt zu 100%, denn ich habe es selbst so erlebt. Man riet mir, mich zu schonen. Da wurde es noch unerträglicher. Nur BEWEGUNG, BEWEGUNG und Stärkung der Rückenmuskulatur durch gezielte Bewegung hat mich geheilt. Nur wer bereit ist sich selbst zu stärken, wird einen starken Rücken behalten oder wiederbekommen. Viel Spaß beim weiteren Schmerz freien Leben durch Bewegung wünscht Angela Tabari-Moumna

  • Schongang schrieb am 01.05.2015, 15:12 Uhr

    Zwar stimmt das alles, aber leider wird immer nur ein Teil der Wahrheit beschrieben, denn beim "Rücken schonen" geht es vielmehr darum, darauf zu achten, nicht zuviel "falsche " Bewegung zu machen. Sprich: zum Beispiel beim Heben darauf zu achten, sich nicht zu beugen, denn durch das Drehmoment kann es zu Überbeanspruchungen kommen. Das heisst Rücken schonen und nicht, so wie im Artikel formuliert, völlige Bewegungslosigkeit. Das ist ein Blödsinn und in Wirklichkeit sollte ebene auch über die Gefahr falscher Bewegungen geschrieben werden.