Osteoporose: Was versteht man darunter?
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Osteoporose bedeutet „poröse Knochen“. Ehemals kräftige Knochen werden schwach und brüchig – so brüchig, daß sogar eine geringe Belastung, wie das Bücken nach einer Zeitung, nach dem Staubsauger oder einfach Husten, einen Knochenbruch verursachen kann.
Die Festigkeit Ihrer Knochen hängt von der Masse bzw. Dichte Ihrer Knochen ab. Diese wird teilweise bestimmt durch die Einlagerung von Kalzium, Phosphor und anderen Mineralien in den Knochen. Bei der Osteoporose ist die Knochenfestigkeit vermindert, weil die Knochen weniger Mineralien enthalten und langsam ihre innere Stützstruktur verlieren.
Nicht alle Ursachen dieses Abbauprozesses sind völlig geklärt. Der Knochen lebt und verändert sich daher ständig. Neues Gewebe wird gebildet, während altes wieder abgebaut wird: ein Prozeß, den man als Fließ-Gleichgewicht bezeichnet. Spezialisierte Knochenzellen, die sogenannten Osteoklasten, lösen alte Knochensubstanz auf und hinterlassen winzige Hohlräume. Diese werden von anderen Zellen, den sogenannten Osteoblasten, mit wabenförmigen Eiweißstrukturen aufgefüllt, die anschließend durch Mineralablagerungen aushärten. Diese durch Mineralien gehärteten Knochenwaben, die die Festigkeit des Knochens ausmachen, sind von einer ausreichenden Versorgung mit Kalzium abhängig. Östrogen spielt ebenfalls eine Schlüsselrolle in der Knochengesundheit, indem es den Abbau alten Knochens verlangsamt und das Wachstum neuer Knochensubstanz fördert.
Ein Zyklus vollständiger Knochenerneuerung dauert etwa 2 bis 3 Monate. In jüngerem Alter stellt der Körper schneller neuen Knochen her, als er alten abbaut, so daß die Knochenmasse ansteigt. Die maximale Knochenmasse wird um das 35. Lebensjahr erreicht. Danach geht zwar der Knochenumbau weiter, aber jetzt ist der Abbau etwas stärker als die Neubildung: ca. 0,3 bis 0,5% beträgt der Netto-Verlust pro Jahr.
Wenn der Östrogengehalt in den Wechseljahren sinkt, beschleunigt sich der Abbau der Knochenmasse auf etwa 1% bis 3% jährlich. Etwa um das 60. Lebensjahr verlangsamt sich der Knochenabbau, kommt aber nicht zum Stillstand. In fortgeschrittenem Alter haben Frauen zwischen 35% und 50% ihrer Knochenmasse verloren, Männer 20% bis 35%.
Ihr Osteoporose-Risiko hängt davon ab, wieviel Knochenmasse Sie zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr (maximale Knochenmasse) erlangt haben und wie rasch Sie diese später verlieren (siehe Diagramm auf Seite 3). Je höher Ihre maximale Knochenmasse ist, je mehr Knochen Sie also „angespart“ haben, um so weniger wahrscheinlich ist für Sie eine Osteoporose während des normalen Alterungsprozesses.
5 bis 7 Millionen Deutsche haben Osteoporose dennoch ist sie keine unvermeidbare Alterserscheinung
Doch entgegen früheren Annahmen ist die Osteoporose keine unvermeidbare Alterserscheinung. Sie ist eine Erkrankung, deren häufigste Ursachen den Ärzten geläufig sind. Sie wissen nicht nur, bei wem das Risiko am größten ist, sondern auch, wie sie die Osteoporose frühzeitig diagnostizieren können. Vor allem aber verfügen sie über neue Medikamente, die bei Vorbeugung und Behandlung der Erkrankung helfen.
Die gute Nachricht über Osteoporose: Es ist nie zu spät zum Handeln. Wenn Sie noch nicht in die Wechseljahre gekommen sind, können Sie verhindern, daß die Osteoporose Ihren Knochen unbemerkt die Festigkeit raubt. Sollten Ihre Wechseljahre vorüber sein, können Sie die frühen Anzeichen der Krankheit entdecken und den Verlust der Knochenmasse aufhalten, bevor Ihnen schwerwiegende Knochenbrüche Ihre Beweglichkeit und Unabhängigkeit nehmen.