Osteoporose: Vorbeugen lohnt sich immer
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Osteoporose heißt „poröse“ Knochen. Ehemals feste Knochen werden schwach, brechen schon unter geringsten Belastungen und heilen nur schwer wieder zusammen. Dieses Krankheitsbild entwickelt sich meist langsam und stumm. Zeit genug also zum vorbeugenden Handeln. Dafür ist es nie zu spät.
Wie alle Körpergewebe sind auch die Knochen zeitlebens Erneuerungsprozessen, einem ständigen Abbau und Wiederaufbau, unterworfen. In der Kindheit und Jugend überwiegt der Aufbau, ab etwa dem 35. Lebensjahr ist der Abbau stärker. Deshalb verlieren alle Menschen im Laufe ihres Lebens Knochenmasse: ca. 0,3 bis 0,5 Prozent jedes Jahr. Die Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle für die Neubildung von Knochensubstanz – bei Männern wie bei Frauen.
Deshalb stellen die Wechseljahre, in denen die körpereigene Östrogenproduktion abnimmt, einen starken Einschnitt für den weiblichen Knochenstoffwechsel dar. Bei Männern läßt die Androgenproduktion nur allmählich nach. Das ist einer der Gründe, weshalb sie seltener und später an Osteoporose leiden. Außerdem haben Frauen zartere Knochen, also weniger Substanz, die sie gefahrfrei verlieren können. Männer haben zusätzlich ein strafferes Bindegewebe, welches die Knochen in ihrer Position hält.
Aber nicht alle Frauen verlieren nach den Wechseljahren dramatisch an Knochensubstanz. Wenn, zum Beispiel, ihr Östrogenspiegel sich nur langsam senkt und ihr Körper Zeit hat, sich an die veränderte Situation anzupassen, scheinen sie sehr viel bessere Chancen zu haben als Frauen, bei denen der Östrogenspiegel schnell abfällt. Doch sicher ist das nicht! Gerade beim Knochenschwund arbeiten so viele verschiedene Faktoren zusammen, daß Ihnen niemand Garantien geben kann, selbst wenn Sie zur Vorbeugung Hormone einnehmen.
Sind Sie gefährdet?
Zu den Risiken gehören Veranlagung (Familiengeschichte), zartes Knochengerüst, früher Eintritt der Menopause (letzte Monatsblutung), einseitige Ernährung, Bewegungsmangel, bestehende Krankheiten von Leber oder Niere sowie Diabetes I (Jugenddiabetes) oder Schilddrüsenüberfunktion, Langzeiteinnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika oder Kortison, Drogensucht, Leistungssport, Untergewicht. (In diesem Punkt sind gewichtige Frauen einmal im Vorteil: Sie haben genügend Körperfett für mehr Östrogenbildung und genügend Körperschwere, die ihre Knochen belastet und ständig trainiert.)
Rechtzeitig Knochendichte messen lassen
Die beste Methode, einen Knochenschwund festzustellen, bevor er (spät) im Röntgenbild sichtbar wird, ist die schmerzfreie Messung der Knochendichte. Doch geraten Sie nicht gleich in Panik, wenn es heißt, Sie seien knapp an der Untergrenze oder sogar darunter! Die „Normwerte“ sind sehr hoch angesetzt. Sie stammen aus den USA, die in den vierziger Jahren keine kriegsbedingte Mangelernährung hatten. Die Ausgangslage ist dort eine andere. Für Sie kommt es darauf an, wieviel Knochensubstanz von nun an verloren geht.
Wenn Sie eines der oben beschriebenen Risiken haben, empfiehlt es sich, vor der Menopause bzw. mit 50 Jahren eine Knochendichtemessung vornehmen zu lassen, damit die Ausgangssituation beurteilt werden kann. Stellt sich dabei schon eine deutliche Porosität des Knochens heraus, sollten Sie sich einer ärztlichen Beratung und Therapie unterziehen. Ansonsten lassen Sie ein Jahr nach der Menopause wieder eine Knochendichtemessung vornehmen, damit im Vergleich festgestellt werden kann, ob Sie schnell oder lang-sam an Knochensubstanz einbüßen.
Leider übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Knochendichtemessung nicht mehr von vornherein. Das bedeutet, daß Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Notwendigkeit dieser Maßnahme gegenüber der Krankenkasse begründen muß. Besprechen Sie das in Ihrer betreuenden Praxis.