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Medikamente in der Entwicklung

Es bedarf intensiver Forschung, um bessere Medikamente für die Osteoporosebehandlung zu entwickeln. Diese Aufgabe erweist sich als schwierig. Der Grund: Ihr Körper versucht, zwischen Knochenneubildung und Knochenabbau ein Gleichgewicht zu erhalten. Medikamente zur Anregung einer Knochenneubildung lösen unter Umständen Knochenabbau aus. So bleibt unter dem Strich keine Knochenzunahme.

In der Entwicklung befindliche Osteoporose-Medikamente

  • Parathormon – Dieses Hormon entsteht in den Nebenschilddrüsen am Hals. Es fasziniert Forscher, weil es sowohl die Bildung als auch den Abbau von Knochen anzuregen scheint. Frühe Versuche in der Kombination mit Östrogen sehen vielversprechend aus. Dennoch benötigen die Forscher Langzeitstudien. Das Parathormon verabreicht man als Injektion.
  • Wachstumsfaktoren – Der Körper produziert mehrere Arten von Wachstumsfaktoren. Diese tragen dazu bei, Knochenbrüche zu reparieren und die Knochenneubildung anzuregen, wenn auch nicht in dramatischer Weise. Langfristige Studien sind nötig. Wachstumsfaktoren verabreicht man ebenfalls als Injektion.
  • Natriumfluorid – Natriumfluorid als Tablette eingenommen vermehrt die Knochenmasse tatsächlich, aber der neue Knochen ist qualitativ nicht sehr gut. Er neigt zu einer abnormen Struktur und Qualität, die ihn schwach macht. Andererseits reduziert sogar eine genügende Menge an minderwertigem Knochen die Knochenbruchrate. Dieses Paradox macht die Möglichkeiten der Osteoporosebehandlung mit Natriumfluorid problematisch.

Frühe Behandlung von Knochenverlust wirklich sinnvoll?

Es gibt ein Medikament, das man in der Regel zur Behandlung von Osteoporose bei Frauen nach der Menopause einsetzt. Es trägt auch dazu bei, Wirbelbrüche bei Frauen mit einer frühzeitigen Abnahme des Knochengewebes (Osteopenie) zu vermeiden. Wirbelbruch stellt den Sammelbegriff für eine Wirbelkörper-, Wirbelbogen- oder Wirbelfortsatzfraktur dar. Diese tritt unter Umständen in Kombination (z. B. mit Bandscheibenbeteiligung) auf. Als Osteopenie bezeichnet man einen ermäßigt niedrigen Abbau der Knochenmasse. Dieser gilt zwar nicht mehr als normal. Er ist aber auch noch nicht so weit abgesunken, dass er die Kriterien einer Osteoporose erfüllt (z. B. Knochenbrüche). Im Gegensatz zur Osteoporose verabreicht man zur Behandlung einer Osteopenie in der Regel keine verschreibungspflichtigen Medikamente, die den Knochenverlust unterbinden.

Eine Überprüfung von Patientendaten, die aus einer umfassenden Studie aus dem Jahr 1990 stammt, brachte folgendes Ergebnis: Frauen nach der Menopause, die Symptome einer Osteopenie aufwiesen und das Biphosphonat Alendronat (Fosamx®) einnahmen, zeigten ein um 60 Prozent reduziertes Risiko für Wirbelbrüche. Das Ergebnis der erneuten Überprüfung dieser groß angelegten Studie veröffentlichte das wissenschaftliche Fachmagazin Mayo Clinic Proceedings. Die messbaren Vorteile des Biphosphonats Alendronat zeigten sich zu Beginn der auf drei Jahre angelegten Behandlung.

Biphosphonate bei Osteopenie?

Nach Ansicht der Ärzte der Mayo Clinic sprechen die Studienergebnisse für eine erweiterte Anwendung von Biphosphonaten (z. B. Alendronat), um den Abbau von Knochenmasse zu unterbinden. Ein anderes Präparat aus dieser Medikamentenklasse lautet Risedronat (Actonel®). Es erwies sich ebenfalls als wirksam, um Knochenverlust frühzeitig zu behandeln.

Dennoch ist es nach Einschätzung der Mayo-Clinic-Ärzte zu früh, um aus diesem Studienergebnis den Schluss zu ziehen, dass alle Frauen mit Osteopenie Biphosphonate einnehmen sollten. Nach diesen neuen Erkenntnissen sieht es so aus, dass Frauen mit Osteopenie und einem zusätzlichen Risiko für Knochenbrüche von Biphosphonaten am meisten profitieren.

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