MenüMenü

Neues aus der Medizinforschung -für Sie ausgewählt und kommentiert

Zwei Medikamente, die üblicherweise zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzkrankheiten eingesetzt werden, können auch die Knochengesundheit verbessern. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde.

Demnach senkt die Langzeiteinnahme von Betablockern sowie Thiazid-Diuretika (mittelstark wirkende Medikamente zur Entwässerung) signifikant das Risiko für Knochenbrüche.

Die Studie, an der Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 79 Jahren teilnahmen, umfasst mehr als 150.000 Herzpatienten in Großbritannien. Bei den Patienten, die Betablocker für mindestens 6 Monate einnahmen, reduzierte sich das Risiko für Knochenbrüche um 23% im Vergleich zu der Patientengruppe, die keine Betablocker einnahm.

Noch signifikanter war das Ergebnis bei den Patienten, die sowohl Betablocker als auch Thiazid-Diuretika einnahmen. Hier reduzierte sich das Risiko für Knochenbrüche sogar um 29% im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Die Ärzte der Mayo Clinic sind der Meinung, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Rolle von Betablockern und Thiazid-Diuretika zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose zu beleuchten.

Die Ärzte der Mayo Clinic weisen darauf hin, dass diese Medikamente nicht allein zu diesem Zweck – Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose – verschrieben werden sollten. Wenn Sie jedoch blutdrucksenkende Medikamente nehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt den Status Ihrer Knochengesundheit diskutieren. Beide Medikamente sind weit verbreitet, um cardiovaskuläre Krankheiten zu behandeln, und liegen auch in preiswerter Generikaform vor.

Nach Angaben des Kuratoriums Knochengesundheit leiden etwa 5 bis 7 Millionen Deutsche an Osteoporose. Jährlich verursacht sie weit über 100.000 Knochenbrüche, meist an Wirbelsäule, Hüfte oder Handgelenk.

Die Hälfte aller Frauen über 50 Jahre muss mit einem durch Osteoporose bedingten Knochenbruch rechnen. Und ein Drittel der Männer im Alter von 75 Jahren leidet an Osteoporose. Die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) zählt die Osteoporose zu den 10 Krankheiten, die aufgrund ihrer Verbreitung, der Schwere der Leiden und der hohen Kosten, die größte Bedeutung für das Gesundheitswesen haben.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten