Osteoporose: 7 Risikofaktoren
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Osteoporose
GNL5356
Da die Osteoporose verhindert oder verlangsamt werden kann, wenn sie frühzeitig entdeckt wird, ist es wichtig herauszufinden, ob bei Ihnen die Erkrankung vorliegt oder ihr Auftreten wahrscheinlich ist. Betrachten Sie die folgenden Risikofaktoren, diskutieren Sie dann mit Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko und planen Sie Ihre Präventivstrategie:
Geschlecht – Osteoporotische Knochenbrüche sind bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern. Dünne, schmal gebaute Frauen sind besonders gefährdet. Frauen bauen im frühen Erwachsenenalter weniger Knochen auf als Männer, und sie nehmen im allgemeinen weniger Kalzium auf als Männer. Außerdem sind einige vielleicht weniger aktiv, was das Risiko erhöht, da körperliche Bewegung beim Knochenaufbau hilfreich ist.
Doch der wichtigste Unterschied ist das Östrogen. Bei Frauen findet in den Wechseljahren ein verhältnismäßig plötzlicher Abfall der Östrogenproduktion statt, und dann beschleunigt sich der Knochenabbau. Bei Männern ist der Abfall des Geschlechtshormons Testosteron langsamer fortschreitend, weshalb sie keinen so raschen Knochenabbau erleiden.
Alter – Mit zunehmendem Alter steigt das Osteoporoserisiko.
Rasse – Das größte Osteoporoserisiko besteht für Menschen weißer Hautfarbe, das geringste Risiko haben Schwarze, gefolgt von Latinos und Asiaten. Diese Gruppen erreichen im allgemeinen meist eine höhere Knochenmasse als weiße Personen.
Vorkommen in der Familie – Wenn bei Ihrer Mutter oder Schwester eine Osteoporose vorliegt, steigt Ihr Risiko.
Expositionszeit für Östrogen während des Lebens – Je größer die Spanne der Östrogenexposition in Ihrem Leben war, desto niedriger ist Ihr Osteoporoserisiko. Beispielsweise haben Sie ein geringeres Risiko, wenn Sie spät in die Wechseljahre kamen oder die Menstruation in einem frühen Alter begann. Aber wenn Sie eine Vorgeschichte abnormer Menstruationszyklen haben oder Ihre Wechseljahre früher als Ende 40 auftraten, haben Sie ein erhöhtes Risiko.
Medikamente – Der Langzeitgebrauch von kortikoidhaltigen Präparaten wie Kortison, Prednisolon oder Dexamethason ist sehr schädlich für die Knochen. Diese Medikamente sind wichtige Behandlungsmittel bei chronischen Erkrankungen wie Asthma, rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte (Psoriasis). Wenn Sie steroidhaltige Medikamente über lange Zeiträume einnehmen müssen, könnte der Arzt Ihre Knochendichte überwachen und andere Medikamente empfehlen, um Knochenschwund vermeiden zu helfen.
Ein erhöhter Blutspiegel von Schilddrüsenhormonen kann ebenfalls Knochenschwund verursachen. Dieser Zustand kann vorkommen, wenn Ihre Schilddrüse überaktiv ist (Hyperthyroidismus) oder wenn Sie übermäßige Dosen an Schilddrüsenhormonen einnehmen, um eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyroidismus) zu behandeln. Glücklicherweise kann eine neue Blutuntersuchung, der „sensitive TSH-Test“, den Hormonspiegel viel genauer messen und dazu beitragen, daß Sie die richtige Dosis an Schilddrüsenhormonen erhalten.
Einige Diuretika, also Medikamente, die Wasseransammlungen im Körper vorbeugen, können auch die Nieren veranlassen, mehr Kalzium auszuscheiden. Zu diesen Medikamenten gehören u.a. Furosemid (z. B. Lasix®), Bumetanid, Etacrynsäure (z.B. Hydromedin®) und Torasemid (z.B. Unat®). Die Wirkung auf die Knochen ist schwächer als die von Steroiden. Zur Therapie können ersatzweise auch Diuretika eingesetzt werden, die keinen Kalziumverlust verursachen.
Andere Medikamente, die Knochenschwund verursachen, sind u. a. das blutverdünnende Heparin, das Medikament Methotrexat®, einige Medikamente gegen Anfallsleiden und aluminiumhaltige Antazida.
Andere Erkrankungen – Operationen (z. B. Gastrektomie, die Entfernung des Magens) oder Krankheiten, die Ihr Verdauungssystem betreffen (z. B. Crohn-Krankheit), können die Kalziumaufnahme vermindern. Außerdem können auch die Cushing-Krankheit (eine seltene Krankheit, bei der die Nebenniere übermäßige Mengen an Nebennierenhormonen erzeugt) und Anorexia nervosa den Knochenschwund verstärken.
ähnliche Beiträge
- Diese 13 Faktoren steigern Ihr Osteoporose-Risiko
- Osteoporose: Vermeiden Sie diese Risikofaktoren
- Depressionen können Osteoporose auslösen
- Welt-Osteoporose-Tag: Sagen Sie dem Knochenschwund den Kampf an
- Knochenschwund: Welche Rolle spielt die Ernährung bei Osteoporose?
- Schlaganfall: Risikofaktoren potenzieren Erkrankungswahrscheinlichkeit