MenüMenü

Kalzium: Die 6 größten Knochenräuber auf Ihrem Teller

Kalzium ist ein unverzichtbares Muss für Ihre Knochen. Der Vitalstoff macht sie stabil, und Sie können sich so vor Osteoporose, dem gefürchteten Knochenschwund, schützen.

Aber in Ihrem Alltag lauern  6  gefährliche Knochen-Feinde, die Ihre ausreichende Kalzium-Versorgung gefährden. Ich zeige Ihnen, welche das sind, und gebe Ihnen Schutztipps – für starke Knochen!

Das Paradoxon um das Kalzium

Es klingt paradox: Auch wenn Sie sich ausreichend mit dem Mineralstoff versorgen, können Sie unter einem solch gravierenden Kalzium-Mangel leiden, dass Ihre Knochen weich und brüchig werden. Dieses Paradoxon erlebe ich häufig bei meinen Patienten.

Der Grund sind Lebensmittel bzw. Lebens-Umstände, die sich negativ auf die Kalzium-Aufnahme in Ihrem Körper auswirken und so dafür sorgen, dass Ihre Knochen immer weiter geschwächt werden. Doch worauf müssen Sie bei einer knochengesunden Lebensweise achten?

Meiden Sie die 6 größten Feinde Ihrer Knochen

1) Kochsalz

Bekannt ist, dass ­Natrium, also Kochsalz, bei sogenannten salzsensitiven Menschen den Blutdruck deutlich  erhöhen kann.

Neue Forschungen zeigen aber auch, dass Kochsalz, sich sehr negativ auf die Knochen auswirkt; es macht Ihre Knochen weich. So konnten Forscher inzwischen nachweisen, dass schon 1 TL Natrium am Tag (genau gesagt: 2,5 g) ausreicht, um die Knochendichte zu verringern.

Der Grund hierfür: Nehmen Sie zu viel Natrium zu sich, wird dieser Überschuss i. d. R. mit dem Urin wieder ausgeschieden. Aufgrund der Funktionsweise unseres Stoffwechsels kann Natrium jedoch nur zusammen mit Kalzium ausgeschieden werden. Dieses geht dadurch verloren und steht dann für die Knochen nicht mehr zur Verfügung.

Mein Knochenschutz-Tipp:

Achten Sie darauf, dass Sie am Tag nicht mehr als 1,5 bzw. maximal 2 g Natrium (entspricht knapp 5 g Kochsalz) zu sich nehmen.

  • Denken Sie auch an verstecktes Salz, z. B. in Wurst, Brot und Fertig-Produkten.
  • Auch bei Mineralwasser müssen Sie aufpassen. Verzichten Sie hier auf Sorten, die mehr als 20 mg Natrium / l enthalten.
  • Beim Kochen experimentieren Sie doch einfach mal mit Kräutern und anderen Gewürzen. So erhalten Ihre Gerichte einen viel besseren Geschmack.

2) Eiweiß-Mangel

Ein Mangel an Eiweiß verschlechtert die  Kalzium-Verwertung.

Lange Jahre hieß es: „Essen Sie bloß nicht zu viel Eiweiß! Sie erhöhen damit Ihr Osteoporose-Risiko“. Begründet wurde das damit, dass angeblich umso mehr Kalzium mit dem Urin ausgeschieden wird, je mehr Eiweiß Sie zu sich nehmen.

Ich habe meine Patienten schon immer darauf hingewiesen, dass das nicht stimmt. Im Gegenteil: Eiweiß kann Ihre Knochen stark machen.

Der Grund dafür: Zwar wird bei erhöhter Eiweiß-Aufnahme mehr Kalzium ausgeschieden, gleichzeitig wird aber die Kalzium-Verwertung im Darm verbessert – die Kalzium-Bilanz Ihres Körpers bleibt also unverändert.

Und es kommt noch besser: Eine amerikanische Langzeit-Studie über 12 Jahre an mehr als 3.700 Erwachsenen hat gezeigt, wie wichtig Eiweiß und Kalzium für Ihre Knochen sind: Diejenigen Studien-Teilnehmer, die sich eiweißreich ernährten und gleichzeitig mehr als 800 mg Kalzium am Tag zu sich nahmen, konnten die Gefahr, einen Oberschenkelhalsbruch zu erleiden, um 85% verringern!

Mein Knochenschutz-Tipp:

Verzichten Sie auf keinen Fall auf Eiweiß, denn das brauchen Ihre Knochen als Baustoff. Erhöhen Sie stattdessen Ihre Kalzium-Aufnahme auf mindestens 1.000 mg pro Tag (wenn Sie älter als 50 Jahre sind, auf 1.200 mg pro Tag).

Setzen Sie aus diesem Grund Lebensmittel auf Ihren Speiseplan, die Ihnen viel Kalzium liefern. Dazu gehören z. B. fettarmer Käse und Milchprodukte, Grünkohl, etc.

3) Säure

Sie klaut den Knochen Mineralien. Eine ganze Reihe Nahrungsmittel sorgt dafür, dass das Säure-Basen-Gleichgewicht Ihres Körpers aus dem Lot gerät: Sie übersäuern.

Ausgelöst wird das u. a. durch Lebensmittel wie Fleisch, solche mit viel Zucker oder Fertigprodukte. Diese zu große Menge an Säure in Ihrem Körper sorgt dafür, dass Ihren Knochen wichtige Mineralstoffe wie Kalzium entzogen werden. Ihre Knochen werden dadurch instabil und  weich.

Mein Knochenschutz-Tipp:

Essen Sie regelmäßig Obst und Gemüse. Wir wissen, dass beides einen sehr stark säurebindenden Effekt hat und Ihren Organismus wieder ins basische Milieu zurückbringen kann.

So beugen Sie einer Osteoporose vor – das übrigens gleich doppelt: Obst und Gemüse enthalten darüber hinaus noch bestimmte Pflanzenstoffe, die sogenannten Flavonoide. Diese unterstützten die Gesundheit Ihrer Knochen.

4) Koffein – ein echter Kalziumdieb

Ganz gleich, ob Sie Koffein aus Limonaden, Kaffee oder Tee zu sich nehmen, es handelt sich dabei immer um einen Kalziumräuber. Der Grund dafür: Koffein blockiert die Kalzium-Aufnahme im Darm. So gelangt deutlich weniger Kalzium in Ihre Knochen.

Mein Knochenschutz-Tipp:

  • Auf Limonaden sollten Sie verzichten – sie sind kein Getränk, sondern eine Süßigkeit, die für Ihren Körper  gesundheitsschädlich ist.
  • Als Kaffee- oder Teetrinker sollten Sie auf jeden Fall immer etwas Milch hinzugeben. So können Sie das Koffein ein bisschen „strecken“.
  • Zudem sollten Sie Ihre sonstige Kalzium-Aufnahme über die Ernährung erhöhen.

Hüftschmerzen© Alliance - Fotolia
5) Cola

Phosphorsäure macht die Knochen schwach.

Trinken Sie viel Cola, kann nicht nur das enthaltene Koffein Ihre Knochen schwächen, die braune Brause liefert auch viel Phosphorsäure.

Und die bringt das Kalzium-Phosphor-Gleichgewicht in Ihrem Körper durcheinander, das aber wichtig ist, damit Ihre Knochen gesund bleiben

Mein Knochenschutz-Tipp:

Überprüfen Sie Ihre Trinkgewohnheiten:

Nehmen Sie am Tag mehr als 0,5 l Erfrischungs-Getränke mit Phosphorsäure zu sich? Dann sollten Sie diese Menge zumindest einschränken, am besten auf maximal 1 Glas (0,2 l) am Tag.

Trinken Sie stattdessen einfach Leitungswasser. Fehlt Ihnen der Geschmack, können Sie z. B. eine Zitrone auspressen und dem Wasser hinzugeben.

6) Medikamente

Medikamente reduzieren die Kalzium-Verwertung. Viele Medikamente enthalten Wirkstoffe, die verhindern, dass ausreichend des wichtigen Nährstoffes aus der Nahrung aufgenommen wird. Zu diesen gehören u. a.:

  • Kortison,
  • Blutverdünner,
  • Schilddrüsen-Präparate,
  • Antidepressiva
  • und Magensäure-Hemmer.

Dadurch werden Ihre Knochen dann nicht mehr ausreichend mit Kalzium gestärkt.

Mein Knochenschutz-Tipp:

Auch wenn diese Medikamente Ihre Kalzium-Aufnahme verringern, Sie dürfen sie nicht auf eigene Faust absetzen.

Ernähren Sie sich sehr kalziumreich. Fragen Sie zudem Ihren Arzt, welche Möglichkeiten es gibt, Ihre Kalzium-Aufnahme zu verbessern, etwa durch Nahrungs-Ergänzungsmittel.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Orthopädie erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!