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Osteoporose: Alles Wissenswerte rund um poröse Knochen

Osteoporose bezeichnet eine Knochen-Erkrankung, die besonders im Alter auftritt, das Knochengerüst porös und somit anfälliger für Brüche macht.

Man bezeichnet es auch als Knochenschwund, was bereits auf das auffälligste Merkmal der Erkrankung hinweist: Osteoporose verursacht eine Verringerung der Knochen-Dichte und der Knochen-Substanz.

Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) zählt die Osteoporose zu den 10 bedeutsamsten Volkskrankheiten; zu den 10 Krankheiten, die aufgrund ihrer Verbreitung, der Schwere der Leiden und der hohen Kosten, die größte Bedeutung für das Gesundheitswesen mit sich bringen.

Darüber hinaus gilt die Osteoporose hierzulande als typische Frauenkrankheit. Und so wissen die meisten Menschen gar nichts von ihrer Osteoporose-Gefährdung.

Dabei weist auch jeder 10. Mann über 50 Jahre eine deutlich zu geringe Knochendichte und eine hohe Bruchgefahr auf. Allerdings hat  jede 3.! Frau über 50 Jahre eine zu geringe Knochendichte und leidet in diesem Alter schon unter Osteoporose – eine erschreckende Zahl.

In der Öffentlichkeit und auch bei den Ärzten findet diese Krankheit, durch die außerdem immerhin jede 2. Frau und jeder 5. Mann einen Knochenbruch erleidet, jedoch immer noch zu wenig Beachtung.

So hat eine aktuelle Daten-Erhebung ergeben, dass in Deutschland nur 20% aller Osteoporose-Patienten gemäß der aktuellen Leitlinie behandelt werden – eine weitere erschreckende Zahl, die bei anderen großen Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck nicht denkbar wäre.

Was bedeutet Knochenschwund überhaupt?

Osteoporose stellt die häufigste Alterserkrankung dar und bedeutet wörtlich übersetzt „Knochen wie Tuffstein“.

Man unterteilt die Krankheit in primäre und sekundäre Osteoporose.

  • Die primäre Osteoporose tritt um ein Vielfaches häufiger auf als die sekundäre Osteoporose.
  • Letztere gilt als Folge-Erkrankung anderer Krankheiten wie z. B. hormonelle Störungen, Anorexia nervosa, chronische Polyarthritis oder Anämie. Die sekundäre Osteoporose kann darüber hinaus die Folge langfristiger Medikamenten-Einnahme sein.

Die häufigsten mit Osteoporose in Verbindung stehenden Brüche geschehen an der Hüfte, der Wirbelsäule und am Becken. Darüber hinaus sind Oberarme und Handgelenke betroffen.

Besonders schwerwiegend fallen dabei Wirbel- und Beckenbrüche aus; Wirbelbrüche führen zu einer ganzen Reihe schwerwiegender Konsequenzen:

  • Nach solchen Brüchen kommt es zu einem Verlust an Köpergröße,
  • einem Verlust von Stabilität im Rücken
  • und häufig zu schmerzhaften Deformierungen.
  • Hüft- und Beckenbrüche erfordern in den meisten Fällen eine Operation und führen im schlimmsten Fall zu einem Leben im Rollstuhl.

Volkskrankheit Osteoporose – Schrumpfen Sie?

Sie wissen genau, welches Kleid Sie anläßlich einer Hochzeit anziehen wollen: dasselbe, das Sie vor 2 Jahren zu Ihrem Geburtstag trugen. Während Sie es aus dem Kleiderschrank holen, denken Sie daran, wie elegant Sie sich fühlten, als Sie damals mit Ihrem Mann tanzten.

Aber das Bild im Spiegel entspricht nicht Ihrer Erinnerung. Irgendetwas stimmt nicht mit dem Kleid: Es ist zu lang. Wenn die Saumlinien länger geworden zu sein scheinen, könnte das eines der ersten Anzeichen einer Osteoporose sein.

Da Osteoporose, wie bereits erwähnt, als Frauenkrankheit gilt, hier ein entsprechendes Beispiel. Dies lässt sich natürlich auch alles auf einen Mann bzw. den Lieblingsanzug übertragen.

Die knochenabbauende Erkrankung entwickelt sich sehr langsam und entzieht Ihren Knochen über Jahrzehnte unbemerkt das Kalzium.

Die Wirbelkörper werden langsam geschwächt und die Wirbelsäule wird krumm. Kaum wahrnehmbar beugt sich Ihre Haltung: Sie schrumpfen.

Nach Angaben des Kuratoriums Knochengesundheit leiden 4 – 7 Mio. Deutsche an Osteoporose. Lediglich 1,2 Mio. von ihnen befinden sich in ärztlicher Behandlung.

Die Folgen sind fatal: 1,6 Mio. Frauen und 1 Mio. Männer erleiden Wirbelkörper-Brüche. Allein 80.000 Unterarm- und 95.000 Oberschenkelhals-Brüche gehen jährlich auf das Konto der Osteoporose. Und viele dieser Patienten können selbst 1 Jahr nach dem Bruch immer noch nicht selbstständig den Alltag bestreiten.

Die Hälfte aller Frauen über 50 Jahre muss mit einem durch Osteoporose bedingten Knochenbruch rechnen. 1/3 der Männer im Alter von 75 Jahren leidet an Osteoporose.

und diese schon heute dramatische Situation dürfte sich in nächster Zeit noch verschärfen. Denn der sich immer stärker verbreitende Lebensstil mit  wenig körperlicher Bewegung und viel Fast Food führt nahezu unausweichlich  zu krankhaftem Knochenschwund. Sie haben nicht endlos viel Knochenmasse zur Verfügung

Und wenn es nicht Osteoporose ist …

In Ihrem Reisepass ist Ihre Körpergröße mit 178 cm vermerkt. Doch jetzt stellen Sie fest, dass Sie fast 3 cm an Körpergröße verloren haben.

Von Ihrem Arzt erfahren Sie, dass bei Ihnen keine Osteoporose vorliegt und Ihre Knochendichte in Ordnung ist. Woran liegt es also, dass Sie kleiner geworden sind?

Der Verlust an Knochenmasse schwächt die Wirbelkörper häufig in ihrer Struktur, sodass sie komprimiert sind. Es kommt zu Kompressions-Brüchen. Dies ist einer der Gründe, die zum Kleinerwerden führen. Ebenfalls führen Veränderungen der Bandscheiben, die als Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern dienen, zu einem Verlust an Körpergröße.

Mit dem Alter büßen diese Bandscheiben an Elastizität und Volumen ein. Durch diese altersbedingte Veränderung rücken die Wirbelkörper der Wirbelsäule näher zusammen. Dadurch schrumpfen Sie, ohne dass ein durch Osteoporose verursachter Kompressionsbruch vorliegt.

Wenn Sie dies bemerken, empfiehlt es sich auf jeden Fall, sich an Ihren Arzt zu wenden. Durch eine Röntgen-Aufnahme Ihrer Wirbelsäule sowie eine Knochendichte-Messung stellt Ihr Arzt fest, ob eine zunächst schmerzlos verlaufende Osteoporose Ihre Wirbelsäule geschwächt hat.

Wenn keine Osteoporose vorliegt, haben Sie es wahrscheinlich mit einem altersbedingten Prozess zu tun, der Sie kleiner werden lässt.

Osteoporose betrifft häufig ältere Menschen

Zur Diagnose einer Osteoporose zieht der Arzt also eine Knochendichte-Messung hinzu, wozu verschiedene Methoden zur Verfügung stehen.

Der Knochenschwund geschieht in den meisten Fällen unerkannt, still und  rasch fortschreitend: Bis zum 1. Bruch gibt es meistens keinerlei Anzeichen auf eine Osteoporose.

Die Heilung von Brüchen ist weder gestört noch verzögert. Es treten jedoch gerade bei älteren Menschen teilweise lebensgefährliche Komplikationen durch die erzwungene Bettruhe auf – so viel zu den schlechten Nachrichten…

Aber auch Kinder können von Osteoporose betroffen sein

Brüchige Knochen werden fast immer mit Osteoporose in Verbindung gebracht – „eine Krankheit älterer Menschen“, so die gängige Meinung, wie gerade deutlich wurde.

Doch das stimmt so nicht: Auch Kinder können unter einer niedrigen Knochendichte – und dadurch an brüchigen Knochen – leiden.

Das haben Forscher des Nationwide Children’s Hospital herausgefunden. Sie untersuchten 85 Kinder; alle hatten Knochen-Probleme und ungewöhnlich häufig Knochenbrüche. Es stellte sich heraus, dass bei 80% der Kinder eine niedrige Knochendichte vorlag, die durch einen Vitamin-D-Mangel hervorgerufen wurde.

Die Wissenschaftler regen an, dass Kinder, die mehrere Knochenbrüche hinter sich haben, auf einen Vitamin-D-Mangel  hinuntersucht werden.

Diesem Mangel können Sie übrigens leicht vorbeugen und so die Knochen Ihrer Kinder oder Enkelkinder stabil halten:

Vitamin D wird durch das Sonnenlicht vom Körper selbst gebildet. Schicken Sie also den Nachwuchs jeden Tag 1/2 Std. zum Spielen nach draußen. Selbst im trüben Herbst bekommt der Körper genügend Sonnenstrahlen ab, um das Vitamin zu bilden.

Die Knochendichte gibt Ihnen Aufschluss über Ihre Gefährdung

Diese 3 Methoden geben in der heutigen medizin Aufschluss über die Gefährdung eines Patienten für Osteoporose:

  1. Mit der D(E)XA-Methode, einer Röntgen-Untersuchung, die den Knochen-Mineralgehalt bestimmt, kann der Arzt sehr exakt die Knochendichte an der Lenden-Wirbelsäule und der Hüfte messen. Damit können genau die Bereiche untersucht werden, die für osteoporosebedingte Brüche besonders anfällig sind. Durch Messfehler leidet hier allerdings manchmal die Genauigkeit.
  2. Bei der quantitativen Computer-Tomographie, ebenfalls eine Röntgen-Untersuchung, wird dagegen meist die Knochendichte am Finger, Handgelenk oder an der Wirbelsäule gemessen. Für Messungen im Hüftbereich eignen sich die Geräte normalerweise nicht. Die Strahlen-Belastung ist zudem höher als bei der D(E)XA-Methode.
  3. Mittlerweile können auch durch Ultraschall-Untersuchungen aussagekräftige Werte ermittelt werden.

Wann eine Messung sinnvoll ist

Experten empfehlen die Knochendichte-Messung bei allen Menschen mit mehreren Risikofaktoren. Auch bei Verdacht auf eingebrochene Wirbelkörper (z. B. unklare Rückenschmerzen, deutliche Abnahme der Körpergröße) kann eine Knochendichte-Messung sinnvoll sein.

Wenn Sie aufgrund Ihrer bekannten Risikofaktoren ein hohes Osteoporose-Risiko haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt über diese Untersuchung sprechen. Bestimmte Knochenmarker und andere Parameter im Blut und Urin können die Knochendichte-Messung zwar nicht ersetzen, sie geben aber wichtige Hinweise auf den im Einzelfall vorliegenden Typ der Osteoporose.

Knochendichte-Messung: In welchem Abstand sie wirklich nötig ist

Die o. g. Knochendichte-Messungen werden gerade älteren Frauen häufig empfohlen, um eine Osteoporose frühzeitig zu erkennen.

Aber wie oft ist diese Untersuchung überhaupt nötig? Muss es wirklich  alle 2 oder 3 Jahre sein, wie manche Ärzte betonen?

Nein!„, finden amerikanische Wissenschaftler der Universität von North Carolina. Sie haben Untersuchungsdaten von fast 5.000 Amerikanerinnen gesammelt, die alle mindestens 67 Jahre alt waren.

Entsprechend des Ergebnisses der Erstuntersuchung wurden die Frauen entsprechend der Knochensubstanz in 4 Gruppen eingeteilt:

  1. in normal,
  2. leicht,
  3. moderat
  4. oder stark vermindert.

Normal entsprach einem sogenannten T-Score an Schenkelhals und Gesamthüfte von -1 oder mehr.

In den nächsten 15 Jahren erfolgten mehrere Untersuchungen in unterschiedlichen Abständen, um zu erfassen, wann sich frühestens eine Osteoporose entwickelt; ausgehend von der 1. Untersuchung.

Es zeigte sich, dass von den Frauen, die bei der Erstuntersuchung eine normale Knochendichte aufwiesen, 1% in den nächsten 15 Jahren eine Osteoporose entwickelten. Bei denen mit leicht verminderter Dichte waren es 5%. Daher sind hier Untersuchungs-Abstände von bis zu 15 Jahren nicht zu weit gefasst.

Bei den Untersuchten mit moderater Knochendichte entwickelten 10% der Frauen in 5 Jahren eine Osteoporose, bei denen mit stark verminderter Knochensubstanz kam es bei 10% der Frauen schon innerhalb von 1 Jahr zur Osteoporose – hier sollten die Kontrollen also deutlich enger gefasst werden, so die Wissenschaftler.

Wie entsteht Osteoporose?

Diese 2 Faktoren machen die Entstehung der Knochenschwund-Krankheit Oteoporose im Wesentlichen aus:

1. Durch zu geringen Knochen-Aufbau

Ihre Knochen werden ständig und  lebenslang auf- und wieder  abgebaut. Nur so kann der Körper optimal auf Wachstum, Abnutzung oder Verletzungen reagieren. Im Laufe des Lebens bilden sich in Ihren Knochen nämlich feinste Risse.

Daher muss hier fortwährend repariert werden, um größere Schäden zu vermeiden. Knochenmaterial, das im Laufe der Zeit verschlissen ist, wird abgetragen, dafür wird neues wieder eingebaut.

Innerhalb von 5 Jahren erneuert Ihr Körper so beispielsweise die Hälfte seines Knochen-Gewebes. Unterstützt wird dieser Prozess durch die Beanspruchung von Muskeln, Sehnen und Bändern, weshalb regelmäßige Bewegung so außerordentlich wichtig für den Knochen-Aufbau ist.

Rund 400 mg Kalzium und Kollagen-Masse werden so jeden Tag aus Ihren Knochen herausgebaut. Von spezialisierten Zellen werden die Knochen also ständig abgebaut oder erneuert:

Verantwortlich für die Entsorgung alten Knochen-Materials sind die sogenannten Osteoklasten („Knochenklauer“). Sie bauen verbrauchte Knochen-Substanz also ab. Der Gegenpart sind die Osteoblasten („Knochenbauer“). Diese bauen die Knochenmasse wieder neu auf.

Bis zum Alter von 25 – 30 Jahren wird normalerweise mehr neuer Knochen gebildet als zuvor abgebaut wurde; der Knochen-Aufbau überwiegt. Die Knochenmasse nimmt somit ständig zu, bis die sogenannte maximale Knochenmasse erreicht ist.

Das ist quasi unser Knochen-Guthaben, von dem wir nun im weiteren Leben zehren müssen. Denn nach dem 30. – 35. Lebensjahr überwiegt der Knochen-Abbau. Die gesamte Knochenmasse wird dadurch jedes Jahr ein wenig kleiner. Struktur und Stabilität der Knochen verschlechtern sich langsam, aber stetig.

Rund 20 Hormone steuern den geregelten Auf- und Abbau. Sowohl Schilddrüsen-Hormone als auch Insulin oder die Sexual-Hormone Östrogen und Testosteron sind an diesem Prozess beteiligt.

Dadurch ist die Knochenmasse aber auch so anfällig. Denn wenn nur ein Hormon in diesem Zusammenspiel in zu geringer oder zu großer Menge vorhanden ist, gerät das ganze System ins Wanken. Es wird nicht mehr genügend Knochenmasse aufgebaut – die Folge ist Osteoporose.

Frauen haben ein größeres Osteoporose-Risiko als Männer (80% der Betroffenen sind Frauen), da sie durch die Wechseljahre einen stärkeren Abfall in Ihrem Hormon-Spiegel haben als Männer. Bei Frauen sinkt der Östrogen-Spiegel um 40%.

Aber auch beim Mann geht der Testosteron-Spiegel im Alter zurück – und damit ist die Knochen-Gesundheit bedroht. Behalten Sie als Mann daher ebenfalls unbedingt Ihre Knochen-Gesundheit im Auge.

2. Durch zu starken Knochen-Abbau

Osteoporose kann aber nicht nur durch einen fehlenden Knochen-Aufbau, sondern auch durch zu großen Knochen-Abbau ausgelöst werden. Dieser kommt zustande, wenn Sie längere Zeit Cortison einnehmen müssen.

Betroffen sind Sie also z. B. als Rheuma-, Asthma- oder Allergie-Patient. Bei einer länger andauernden Behandlung mit Cortison sollten Sie sich also von Ihrem Arzt Medikamente verschreiben lassen, die Ihre  Knochen schützen.

Darüber hinaus kann es zur Osteoporose kommen, wenn Sie unter einer Schilddrüsen-Überfunktion leiden. Schilddrüsen-Hormone sind am Knochen-Aufbau beteiligt und müssen deshalb in der richtigen Menge im Körper vorhanden sein. Daher sollten Sie in regelmäßigen Abständen auch Ihre Schilddrüse untersuchen lassen.

Risikofaktoren für Knochenschwund

Da die Osteoporose verhindert oder verlangsamt werden kann, wenn sie frühzeitig entdeckt wird, ist es wichtig herauszufinden, ob bei Ihnen die Erkrankung vorliegt oder ihr Auftreten wahrscheinlich ist.

Betrachten Sie die folgenden Risikofaktoren, diskutieren Sie dann mit Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko und planen Sie Ihre Präventiv-Strategie:

1. Geschlecht –  Osteoporotische Knochenbrüche sind bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern. Dünne, schmal gebaute Frauen sind besonders gefährdet. Frauen bauen im frühen Erwachsenen-Alter weniger Knochen auf als Männer, und sie nehmen im allgemeinen weniger Kalzium auf als jene. Außerdem sind einige vielleicht weniger aktiv, was das Risiko erhöht, da körperliche Bewegung beim Knochen-Aufbau hilfreich ist.

Doch der wichtigste Unterschied ist das Östrogen. Bei Frauen findet in den Wechseljahren ein verhältnismäßig plötzlicher Abfall der Östrogen-Produktion statt – und dann beschleunigt sich der Knochen-Abbau. Bei Männern ist der Abfall des Geschlechts-Hormons Testosteron langsamer fortschreitend, weshalb sie keinen so raschen Knochen-Abbau erleiden.

2. Alter – Mit zunehmendem Alter steigt, wie schon erwähnt, das Osteoporose-Risiko ganz grundsätzlich.

3. Rasse Das größte Osteoporose-Risiko besteht für Menschen weißer Hautfarbe, das geringste Risiko haben Dunkelhäutige, gefolgt von Latinos und Asiaten. Diese Gruppen erreichen im Allgemeinen meist eine höhere Knochenmasse als weiße Personen.

4. Erbfaktoren Auch das Vorkommen in der Familie spielt beim Osteoporose-Risiko eine wichtige Rolle: Wenn etwa bei Ihrer Mutter oder Schwester eine Osteoporose vorliegt, steigt somit auch Ihr Risiko.

5. Expositionszeit für Östrogen während des Lebens Je größer die Spanne der Östrogen-Exposition in Ihrem Leben war, desto niedriger ist Ihr Osteoporose-Risiko. Beispielsweise haben Sie ein geringeres Risiko, wenn Sie spät in die Wechseljahre kamen oder die Menstruation in einem frühen Alter begann. Aber wenn Sie eine Vorgeschichte abnormer Menstruations-Zyklen haben oder Ihre Wechseljahre früher als mit Ende 40 (früh einsetzende Menopause) auftraten, haben Sie aufgrund eines Östrogen-Mangels ein erhöhtes Risiko.

6. Medikamente Problematisch ist auch die langfristige Einnahme von hochdosiertem Cortison. Der Langzeit-Gebrauch von kortikoidhaltigen Präparaten wie Kortison, Prednisolon oder Dexamethason ist also sehr schädlich für die Knochen. Diese Medikamente sind allerdings unverzichtbar wichtige medizinische Behandlungsmittel bei chronischen Erkrankungen wie  z. B. Asthma, rheumatoider Arthritis und Schuppenflechte (Psoriasis).

Wenn Sie steroidhaltige Medikamente über lange Zeiträume einnehmen müssen, könnte der Arzt Ihre Knochendichte überwachen und andere Medikamente empfehlen, um Knochenschwund vermeiden zu helfen.

  • Ein erhöhter Blutspiegel von Schilddrüsen-Hormonen – Dieser kann ebenfalls Knochenschwund verursachen. Ein solcher Zustand kann vorkommen, wenn Ihre Schilddrüse überaktiv ist (Hyperthyroidismus) oder wenn Sie übermäßige Dosen an Schilddrüsen-Hormonen einnehmen, um eine Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyroidismus) zu behandeln. Glücklicherweise kann eine neue Blutuntersuchung, der „sensitive TSH-Test“, den Hormon-Spiegel viel genauer messen und dazu beitragen, dass Sie die richtige Dosis an Schilddrüsen-Hormonen erhalten.
  • Kalzium-Verlust durch bestimmte Medikamente – Einige Diuretika, also Medikamente, die Wasser-Ansammlungen im Körper vorbeugen, können auch die Nieren veranlassen, mehr Kalzium auszuscheiden. Zu diesen Medikamenten gehören u. a. Furosemid (z. B. Lasix®), Bumetanid, Etacrynsäure (z.B. Hydromedin®) und Torasemid (z.B. Unat®). Die Wirkung auf die Knochen ist schwächer als die von Steroiden. Zur Therapie können ersatzweise auch Diuretika eingesetzt werden, die keinen Kalzium-Verlust verursachen.
  • Knochenschwund durch Blutverdünner – Andere Medikamente, die Knochenschwund verursachen, sind u. a. das blutverdünnende Heparin, das Medikament Methotrexat®, einige Medikamente gegen Anfalls-Leiden und aluminiumhaltige Antazida.

7. Erkrankungen Operationen (z. B. Gastrektomie; die Entfernung des Magens) oder Krankheiten, die Ihr Verdauungs-System betreffen (z. B. die entzündlichen Darm-Erkrankungen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), können die Kalzium-Aufnahme vermindern. Auch Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine unzureichend behandelte Schilddrüsen-Überfunktion können das Osteoporose-Risiko erhöhen. Außerdem können auch die Cushing-Krankheit (eine seltene Krankheit, bei der die Nebenniere übermäßige Mengen an Nebennieren-Hormonen erzeugt) und Anorexia nervosa den Knochenschwund verstärken.

8. weitere Faktoren weitere Faktoren sind Bewegungs-Armut, unzureichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D,  selbst gemachte Probleme wie Zigarettenrauchen, Alkohol-Missbrauch oder hoher Konsum an Koffein in Kaffee oder Tee. Auch Phosphat (z. B. in Softdrinks oder Wurstwaren) ist ein wahrer „Knochenräuber“. Weitere Risikofaktoren sind vegetarische Ernährung und geringes Körpergewicht.

Weiche Fingernägel zeigen Risiko an

Forscher der Universität Limerick (Irland) haben entdeckt, dass spröde, weiche Fingernägel ein erhöhtes Osteoporose-Risiko anzeigen.

Ein aufmerksamer Arzt hatte bemerkt, dass Osteoporose-Patienten häufig weiche Fingernägel hatten und wandte sich an die Hochschule.

Die dortigen Forscher stellten fest, dass bei einer Osteoporose bestimmte Schwefel-Verbindungen, sogenannte Disulfid-Brücken,  in Knochen und Nägeln verringert sind. Diese Brücken dienen der Verbindung von Proteinen, die für die Festigkeit der Knochen-Substanz bzw. des Keratins in den Nägeln sorgen.

Eine Untersuchung von 200 Osteoporose-Patienten bestätigte die Entdeckung, wie die Pressestelle der Universität im Juni 2005 mitteilte.

Die Forscher arbeiten nun an einem einfachen und preiswerten Labortest, um osteoporosegefährdete Patienten rechtzeitig entdecken zu können.

Gefahr durch Antidepressiva

Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer können aus bislang unbekannten Gründen die Knochendichte verringern und auch die Sturzgefahr erhöhen.

Diese beunruhigende Nachricht veröffentlichte die US-Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine im Januar 2007 unter Verweis auf eine Langzeit-Studie, an der seit 1996 mehr als 5.000 Frauen über 50 Jahren teilnehmen.

Danach erkrankten die 137 Teilnehmerinnen, die mit den Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern behandelt wurden, doppelt so häufig an Osteoporose wie der Rest der Probandinnen. Auch ihr Sturz- und Knochenbruch-Risiko war verdoppelt.

Tipp:

Falls bei Ihnen ein erhöhtes Risiko vorliegt (s. o.), sollten Sie diese Medikamente nicht einnehmen. Bitten Sie Ihren Arzt um eine andere Wirkstoff-Gruppe.

Beachten Sie jedoch: Alle Antidepressiva können Ihre Koordinations-Fähigkeit einschränken und Ihr Unfall-Risiko erhöhen.

Auch eine versteckte Zöliakie kann schuld sein

Wenn bei Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde, sollten Sie sich auf eine Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) untersuchen lassen.

Denn nach einer Untersuchung der Universität Washington ist bei ca. 4% der Patienten mit krankhaftem Knochenschwund eine unentdeckte Gluten-Unverträglichkeit die Ursache.

Das geht aus einer Studie an 840 Männern und Frauen hervor, die die US-Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine im Februar 2005 vorstellte.

Wie der Leiter der Studie, Dr. William Stenson, erläuterte, verhindert die  Zöliakie, die zu einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut führt, die Aufnahme von Kalzium und Vitamin D im Darm.

Durch eine glutenfreie Ernährung – v. a. durch Verzicht auf Weizen-Produkte – könne der Knochenschwund binnen eines Jahres in beeindruckender Weise rückgängig gemacht werden, erläuterte Dr. Stenson .

Daher empfiehlt er allen Osteoporose-Patienten, bei ihrem Hausarzt einen Bluttest auf Antikörper gegen Gluten machen zu lassen. Viel zu wenig sei nämlich bekannt, dass eine Zöliakie jahrzehntelang praktisch symptomlos verlaufe, bis schließlich eine Osteoporose auftrete.

Behandlungsmöglichkeiten

Handeln Sie frühzeitig

Osteoporose-Medikamente wirken am besten, wenn sie möglichst früh eingesetzt werden. Solange die Knochen-Struktur noch nicht nachhaltig zerstört ist, kann die Krankheit durch geeignete Medikamente oft vollständig geheilt werden. Andererseits ist es aber auch nie zu spät für eine wirksame Osteoporose-Therapie.

Bei Patienten mit einem Wirbel- oder Oberschenkelhals-Bruch können geeignete Medikamente das extrem hohe Risiko für weitere Knochenbrüche verringern.

Grundlage jeder weitergehenden Osteoporose-Behandlung ist die ausreichende Zufuhr der „Knochen-Baustoffe“ Kalzium und Vitamin D.

Wenn die Versorgung nicht über die Ernährung sichergestellt werden kann, wird der Arzt ein entsprechendes Mineralstoff/Vitamin-Medikament verordnen.

Zusätzlich sollten Sie sich – soweit es Ihre Erkrankung zulässt – viel und regelmäßig bewegen. Sobald sich die starken Schmerzen bessern, können Sie mit der physikalischen Therapie beginnen.

Bewegungs-Therapie und Krankengymnastik sollen die verhärteten Muskeln zunächst lockern und anschließend stärken. Gut trainierte Muskeln fördern nicht nur den Knochen-Aufbau, sie verbessern zugleich die Beweglichkeit, stabilisieren das Skelett und können den Patienten wie ein Schutzpanzer vor weiteren Knochenbrüchen schützen.

Das gilt grundsätzlich auch für ältere Menschen. Jede Form der Bewegung im Rahmen der individuellen Möglichkeiten wird einen positiven Effekt auf Ihre Erkrankung haben.

Eine erfolgreiche physikalische Therapie kann darüber hinaus Ihre Stimmung und Ihre Zuversicht positiv beeinflussen.

Strontium – Das neue Osteoporose-Mittel

Es tut sich etwas in der Therapie von Osteoporose – man baut auf einen neuen Hoffnungsträger: Seit Kurzem können Sie auf ein gut verträgliches Präparat mit dem Spurenelement Strontium zurückgreifen. Es fördert v. a. das Wachstum der Wirbel- und Oberschenkelhals-Knochen.

Stoppen Sie den Knochenschwund!

Osteoporose-Betroffene benötigen v. a. Kalzium und Vitamin D sowie eine Reihe von in diesem Zusammenhang unbekannten Vitalstoffen wie Vitamin K oder Folsäure.

Seit einiger Zeit finden Sie ein neues Präparat auf dem Markt, das ein bisher kaum beachtetes Spurenelement enthält: Strontium.

Erste Studien zeigen, dass dieses Element das Risiko für Knochenbrüche um 1/3 senkt. Dabei handelt es sich um ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die Therapie mit Vitalstoffen immer mehr in der Schulmedizin durchsetzt.

Strontium stärkt Wirbel und Oberschenkelhals

Knochen sind, wie bereits angeklungen ist, alles andere als totes Material. Auch wenn das Knochen-Wachstum zum Ende der Pubertät abgeschlossen ist, gehen in den ausgewachsenen Knochen die Anpassungs-Prozesse lebenslang weiter. Ständig baut der Körper altes Material ab und neues auf.

In diesen Prozess greift das neue Strontium-Präparat unter dem Handelsnamen Protelos® ein. In Deutschland ist dieses seit Oktober 2004 zugelassen.

Es erfüllt 2 Funktionen:

  1. Es stimuliert die Knochen-Neubildung
  2. und bremst den Knoche-Aabbau.

Das Ergebnis: Die Knochenmasse – und damit die Knochen-Festigkeitnehmen zu.

Das betrifft v. a. die Knochen der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals. Genau diese Knochen sind starken Belastungen ausgesetzt, was nicht zuletzt die hohe Zahl von Oberschenkelhals-Brüchen im Alter zeigt.

Bei Strontium handelt es sich um ein natürliches Spurenelement aus der Gruppe der Erdalkalimetalle. Zu dieser Gruppe gehört auch das Hauptmineral des Knochens, das Kalzium. Beide Elemente weisen ähnliche chemische Eigenschaften auf und Strontium baut man z. T. in die Knochen-Struktur ein.

In dem neuen Präparat liegt Strontium organisch gebunden vor (als Strontium-Ranelat).

Studie belegt Wirksamkeit von Strontium

Französische Wissenschaftler der Universität Lyon wiesen im Jahr 2004 die Wirksamkeit des Strontiums bei mehr als 1.400 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren nach:

3 Jahre nach Studienbeginn  stieg die Knochendichte bei ihnen deutlich an. Gegenüber einer Kontrollgruppe, die lediglich ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt, sank das Risiko für Knochenbrüche um 40%.

Strontium: Kurz und knapp

  • Präparat: Das Strontium-Präparat Protelos® ist rezeptpflichtig und kommt nur unter ärztlicher Kontrolle zum Einsatz. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
  • Anwendung: Rühren Sie 1 Beutel mit 2 g Strontium-Granulat in 1 Glas Wasser ein. Trinken Sie die Flüssigkeit abends vor dem Zubettgehen. Die letzte Mahlzeit muss 2 Std. zurückliegen, weil kalziumreiche Nahrungsmittel wie Milch oder Käse die Strontium-Aufnahme im Darm hemmen.
  • Nebenwirkungen: Strontium verträgt sich i. d. R. gut. Lediglich in Einzelfällen treten Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall auf.
  • Wechselwirkungen: Arzneimittel gegen Sodbrennen, die Aluminium oder Magnesium enthalten, hemmen die Strontium-Aufnahme. Umgekehrt hemmt Strontium die Aufnahme von einigen Antibiotika. Nehmen Sie diese Mittel nicht zeitgleich ein.

Das neue Präparat stellt nur eine von mehreren Möglichkeiten in der Therapie von Osteoporose dar. Für welche Sie sich entscheiden, überlegen Sie zusammen mit Ihrem Arzt.

Vitamin D und Kalzium als Basis jeder Therapie

Die  Grundlage jeder Medikamenten-Behandlung – es ist bereits angeklungen – sind auf jeden Fall die beiden Vitalstoffe Kalzium (1 – 1,5 g täglich) und Vitamin D (400 – 1.000 Internationale Einheiten täglich).

Wirkstoffe gegen Osteoporose

  • Kalzium
  • Vitamin D
  • Bisphosphonate (hemmen Knochen-Abbau)
  • Strontium-Ranelat
  • Calcitonin (Hormon, das den Knochen-Abbau hemmt)
  • Raloxifen (stimuliert Knochen-Aufbau)
  • Teriparatid (stimuliert Knochen-Neubildung)

Bisphosphonate und Teriparatid

Zusätzlich zu Vitamin D und Kalzium verordnet der Arzt i. d. R. ein Bisphosphonat (z. B. Alendronat und Risedronat). Dabei handelt es sich um synthetische Phosphor-Verbindungen, die den Knochen-Abbau hemmen und Knochenbrüche verhindern.

Diese Mittel schränken jedoch die Kalzium-Verwertung stark ein und reizen darüber hinaus die Schleimhäute der Speiseröhre und des Magens stark.

Aus dem Grund müssen Sie bei der Einnahme viele Regeln beachten: Z. B. dürfen Sie erst 2 Std. nach der morgendlichen Einnahme frühstücken, sich nach der Einnahme nicht hinlegen etc. Wenn Sie damit Probleme bekommen, stellt das neue Strontium-Mittel eine gute Alternative für Sie dar.

Ebenfalls hilfreich ist der Osteoporose-Wirkstoff Teriparatid. Dabei handelt es sich um ein künstlich hergestelltes Parathormon. Dieses Hormon aus der Nebenschilddrüse regt die Knochen-Neubildung an.

Teriparatid injiziert man 1x täglich in das Unterhaut-Fettgewebe und es ist sehr teuer. Trotz seiner hohen Wirksamkeit gilt es aus dem Grund zurzeit als Reserve-Medikament bei schweren Osteoporose-Fällen.

Calcitonin setzt man v. a. nach schmerzhaften Wirbelbrüchen ein.

Das aus der Brustkrebs-Therapie stammende Raloxifen ist gegen Osteoporose relativ unerforscht und muss seine Wirksamkeit endgültig unter Beweis stellen.

Immer wieder hört man auch von Osteoporose-Medikamenten, die Kiefer-Probleme verursachen sollen. Hier erfahren Sie, was wirklich dran ist.

Wie Sie selbst die Symptome einer Osteoporose lindern können

Diese Vorschläge helfen Ihnen, Symptome zu lindern und Ihre Unabhängigkeit zu bewahren, wenn Sie an Osteoporose leiden:

  • Pflegen Sie eine gute Körperhaltung– Den Kopf erhoben, die Schultern zurück, der Rücken gerade und die Wirbelsäule nach vorn gebogen – eine gute Körperhaltung hilft Ihnen, Ihre Wirbelsäule nicht zu sehr zu belasten. Wenn Sie sitzen oder Auto fahren, sollten Sie ein gerolltes Handtuch im Hohlraum Ihres Rückens plazieren. Beugen Sie sich beim Lesen oder bei Handarbeiten nicht nach vorn. Heben Sie aus der Hocke heraus, nicht aus der Taille. Heben Sie mit Ihren Beinen, und halten Sie dabei Ihren Rücken gerade.
  • Beugen Sie Stürzen vor– Tragen Sie Schuhe mit niedrigem Absatz und Antirutsch-Sohlen, und überprüfen Sie Ihr Haus auf elektrische Kabel, lose Teppiche und glatte Oberflächen.
  • Körperliche Bewegung – Ein individuell angepaßter Trainingsplan kann Knochenschwund verlangsamen und zur Verminderung von Schmerz durch Kompressions-Brüche beitragen. Konsultieren Sie einen Bewegungs-Spezialisten, wie z. B. einen Arzt für Rehabilitation oder physikalische Medizin oder einen Physiotherapeuten, um über empfehlenswerte und auch weniger empfehlenswerte Übungen Bescheid zu wissen. Das Heben schwerer Gewichte ist selbstverständlich nicht empfehlenswert.
  • Bewältigen Sie den Schmerz– Osteoporose kann einen akuten Schmerz durch einen Knochenbruch verursachen oder chronische Schmerzen durch mehrere kleine Brüche, die in deformierten Wirbelkörpern vorkommen. Diese Arten von Schmerz sind verschieden und erfordern verschiedene Behandlungsweisen. Diskutieren Sie Schmerzbewältigungs-Strategien mit Ihrem Arzt. Ignorieren Sie chronische Schmerzen nicht. Wenn sie unbehandelt bleiben, können sie Ihre Beweglichkeit einschränken und sogar noch weiteren Schmerz verursachen.

Osteoporose-Vorbeugung

Die gute Nachricht: Osteoporose können Sie selbst aktiv vorbeugen mit wenigen, kleinen Veränderungen Ihrer Lebensweise, sodass Sie Medikamente mit starken Nebenwirkungen oder Operationen vermeiden.

Zur Vorbeugung eignet sich Folgendes:

  • regelmäßige, aber maßvolle Bewegung,
  • eine kalziumreiche Ernährung mit genügend Milchprodukten
  • sowie eine ausreichende Dosis Sonnenlicht, die die Produktion von Vitamin D stimuliert.
  • Auch die Aufnahme von Silizium (z. B.) aus Mineralwasser wirkt sich positiv aus.

Aber:  Alkohol– und Tabak-Konsum wirken sich negativ aus.

An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die vermeintlichen Praktiken der Pharma-Industrie bei der Einführung neuer Präparate gegen Osteoporose.

Meiden Sie „Knochenräuber“ und wenig Bewegung

Bei Frauen ist die maximale Knochenmasse bereits aus genetischen Gründen kleiner als bei Männern.

Da Frauen in jungen Jahren zudem meist weniger essen als gleichaltrige Männer, nehmen sie in dieser Entwicklungs-Phase auch weniger „Knochen-Baustoffe“, v. a. weniger Kalzium, zu sich. Besonders kritisch ist die Situation bei jungen Frauen mit Ess-Störungen wie Magersucht.

Mädchen und junge Frauen treiben oft weniger kraftbetonte Sportarten und bilden dadurch weniger Muskelmasse als Männer. Auch dies wirkt sich negativ auf die Knochen-Bildung aus und erklärt das kleinere „Knochen-Guthaben“ bei Frauen.

Der noch vorhandene Vorsprung des männlichen Geschlechts beginnt derzeit allerdings zu schrumpfen: Seitdem Fernseher, PC undTelefon immer wichtiger werden, nimmt auch bei den männlichen Jugendlichen das Interesse für anstrengende und muskelaufbauende Sportarten ab.

Damit fehlt dem Organismus aber ein wichtiger Anreiz, starke und stabile Knochen zu bilden. In spätestens 20 – 30 Jahren werden daher vermutlich nicht nur insgesamt wesentlich mehr Menschen unter Osteoporose leiden; auch der Anteil der Männer mit Knochenschwund wird voraussichtlich zunehmen.

Trotzdem werden aber auch zukünftig v. a. ältere Frauen an Osteoporose erkranken. Ursache ist der enge Zusammenhang zwischen Knochen-Stoffwechsel und weiblichen Geschlechts-Hormonen: Östrogene spielen eine wichtige Rolle beim Knochen-UUmbau.

Wenn der Organismus in den Wechseljahren die Östrogen-Bildung stark einschränkt, wird vermehrt Knochen abgebaut. Vom 40. – 70. Lebensjahr verlieren Frauen durchschnittlich 40% ihrer maximalen Knochenmasse. Bei Männern verringert sich die Knochenmasse in derselben Zeit nur um etwa 12%.

Stärken Sie Ihre Knochen auf natürliche Weise

  • Achten Sie auf eine kalziumreiche Ernährung – Bevorzugen Sie magere Milchprodukte, Nüsse, Vollkorn-Produkte, Kohlgemüse, Spinat und kalziumreiche Mineralwässer (mehr als 150 mg / l).
  • Kurbeln Sie die Vitamin-D-Produktion an – Gehen Sie jeden Tag für mehr als 20 Min. an die frische Luft. Essen Sie 1x – 2x pro Woche Seefisch.
  • Verbessern Sie Ihre allgemeine Vitalstoff-Versorgung – Nicht nur Kalzium und Vitamin D stellen wichtige Schutzfaktoren dar. Viele Studien der letzten Jahre zeigen, dass andere Vitalstoffe fast genauso wichtig sind; allen voran Vitamin K, Magnesium, Folsäure, Zink, Fluor und Kupfer.
  • Essen Sie mehr Soja-Produkte – Soja enthält hormonähnliche Substanzen (Phytoöstrogene). Diese bremsen wie das körpereigene Östrogen den Knochen-Abbau.
  • Fordern Sie Ihre Knochen regelmäßig – Nur regelmäßig belastete Knochen-Substanz bleibt erhalten. Optimal sind mindestens 3x pro Woche 20 Min. Sport.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten – Sie rauben dem Körper wichtige Vitalstoffe und schädigen die Knochen-Substanz.

Jeden Tag 20 Min. Sonne

Um Ihre Knochen zu stärken, kommt es nicht nur auf die richtigen Medikamente an. Wichtig ist auch, dass Sie z. B. für eine ausreichende Vitamin-D-Produktion sorgen.

Das Vitamin fördert die Aufnahme des Knochen-Minerals Kalzium. In Nahrungsmitteln kommt das Vitamin in nennenswerten Mengen nur in Meeresfischen (z. B. Lachs, Hering, Sardinen) vor.

Allerdings bildet es der Körper in der Haut auch selbst. Dazu benötigt sie jedoch v. a. Sonnenlicht. Daran mangelt es vielen Menschen. Besonders im Winter mit seinen kurzen Tagen kommt es leicht zu einem Vitamin-D-Engpass.

Achten Sie also darauf, dass Sie mindestens 20 Min. pro Tag an die frische Luft gehen. Gesicht und Hände sollten nicht von Kleidung bedeckt sein. Direktes Sonnenlicht benötigen Sie für die Vitamin-Produktion nicht.

Bewegung hält morsche Knochen fit

Am besten verbinden Sie den Gang nach draußen mit sportlicher Betätigung. Molekular-Biologen fanden heraus, dass die Knochenbildungs-Zellen (Osteoblasten) sich dann aktivieren, wenn man sie drückt oder dehnt.

Was übt diesen Druck auf die Knochen aus? – Klarer Fall: die Muskeln. Ständiges Anspannen und Entspannen erzeugt jene mechanischen Kräfte, die den Knochen wachsen lassen.

Osteoporose ist keine Alters-Erscheinung, mit der Sie zwangsläufig zu tun bekommen.

Im Gegenteil: Es gibt viele Möglichkeiten, dem Knochenschwund effektiv vorzubeugen. Je früher Sie damit beginnen, umso mehr Lebensqualität gewinnen Sie im Alter.

Die richtigen Sportarten zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose

Viele Ärzte empfehlen immer noch die falschen Sportarten zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose.

Geeigneter Sport und Bewegungs-Übungen aber sollen v. a.:

  • Stürzen vorbeugen,
  • das Knochen-Wachstum anregen
  • und die Muskulatur kräftigen.

Diese Sportarten fördern die Knochendichte am besten:

  • Gymnastik, Pilates
  • Rückschlag-Sportarten (Tennis, Badminton, Squash)
  • Mannschafts-Ballsportarten (Fußball, Basketball, Volleyball)
  • spezielle Übungen zur Muskel-Kräftigung
  • ein medizinisches Krafttraining am Gerät
  • Trampolin-Übungen (Rebounding)
  • oder auch Tanzen.

Keinerlei positive Auswirkung auf den Knochen-Stoffwechsel und das Knochen-Wachstum haben jedoch die häufig empfohlenen 3 Sportarten:

Weniger geeignet zur Osteoporose-Vorbeugung sind außerdem weitere „sanfte“ Sportarten wie:

  • Wandern
  • Jogging
  • Tanzen
  • Tai-Chi
  • und Qigong.

Allerdings sollten Sie diese Bewegungs-Arten bevorzugen, wenn Sie bereits an Osteoporose erkrankt sind. Sie sind auf jeden Fall besser, als sich gar nicht (mehr) zu bewegen.

Osteoporose: Übungs-Programm zur Vorbeugung – damit bleiben Knochen stark und belastbar

Machen Sie einmal folgenden Test:

Sie sitzen auf einem Stuhl, und in 3 m Entfernung liegt eine Markierung auf dem Boden. Nun stoppen Sie die Zeit, die Sie brauchen, um aufzustehen, zur Markierung und von dort wieder zurück zum Stuhl zu gehen und sich zu setzen.

Wenn Sie dafür länger als 10 Sek. benötigen, gelten Sie bereits als leicht sturzgefährdet. Richtig kritisch wird es ab 30 Sek.

Um die zur Vermeidung von Stürzen wichtigen Muskelgruppen zu trainieren, können Sie auch ein paar einfache Übungen zu Hause machen:

  • Setzen Sie sich beispielsweise ganz langsam auf einen Stuhl und stehen Sie ohne Zuhilfenahme der Arme genau so langsam wieder auf. Wiederholen Sie diese Bewegungs-Übung 10x.
  • Wirkungsvoll ist auch das Balancieren auf einem Bein. Heben Sie dazu ein Bein an und verlagern Sie Ihr Gewicht auf das Standbein. Halten Sie die Balance 10 Sek. lang und führen Sie die Übung anschließend mit dem anderen Bein aus.

Exkurs: Wie im Weltraum die Knochen schwinden

In wenigen Jahren will die amerikanische Raumfahrt-Behörde NASA die ersten Astronauten zum Mars schicken. Nicht nur die Technik ist eine Herausforderung bei einem solchen Projekt, sondern auch die gesundheitlichen Risiken.

Die Schwerelosigkeit (fehlende Kraft-Impulse) im All setzt den Astronauten bei einem längeren Aufenthalt in einer Raumstation stark zu.

Das schwierigste Problem ist dabei der Knochenschwund:Knochen- und Muskelmasse nehmen dort innerhalb von 6 Monaten 4x bis 6x schneller ab als im gleichen Zeitraum auf der Erde. Pro Monat verlieren Astronauten so 1% ihrer Knochenmasse!

Das liegt daran, dass in der Schwerelosigkeit die Knochen im Prinzip nicht mehr gebraucht werden, um den Körper zu stützen. Und was der Organismus nicht braucht, das wird langsam abgebaut.

Und genau deshalb sollten Sie sich – auch wenn Sie nicht vorhaben, zum Mars zu fliegen – so viel wie möglich bewegen. Nur so spornen Sie Ihren Körper an, alles zu tun, um die Knochen stark und belastbar zu  halten.

Ähnlich wie im All verhält es sich übrigens mit Aqua-Gymnastik und Schwimmen: Beide Sportarten sind durch den Auftrieb im Wasser für den Knochen-Aufbau nicht geeignet.

Druck und Zug auf den Knochen machen ihn besonders stabil

Als ideal gelten Sportarten, bei denen intensiver Druck und Zug auf die Sehnen-Ansätze am Knochen ausgeübt wird. Das aktiviert die  Knochenbildungs-Zellen (Osteoblasten) am stärksten.

Am überzeugendsten hat diesen Zusammenhang bisher eine Studie der Universität Leuven/Belgien aus dem Jahr 2003 belegt: Die Forscher haben die Knochendichte von 154 Probanden erstmals im Alter von 13 Jahren untersucht. Die Messung wurde fast 30 Jahre später wiederholt.

Die Knochendichte hatte sich bei denjenigen am besten erhalten, die einen sogenannten High-Impact-Sport betrieben – also Sportarten mit großer Zug- und Druckbelastung auf die Knochen. Bei ihnen lagen die Werte der DEXA-Untersuchung im Durchschnitt um 12% höher als bei den Studien-Teilnehmern, die keinen Sport oder nur solchen mit niedriger Druckbelastung ausübten.

Die NASA setzt deshalb beispielsweise auf Trampolin-Springen. Das soll die Knochen der Astronauten vor und nach dem Aufenthalt im All stärken.

Der  Zug und der  Druck, die hier knochenstärkend genutzt werden, können jedoch auch durch Übungen auf festem Boden erreicht werden.

Zu diesem Zweck finden Sie im Folgenden ein Übungs-Programm.

Ihre Knochen werden diese Übungen lieben

Geben Sie Ihren Knochen ausreichend Belastungs-Reize zum Aufbau neuer Zellen. Das Knochen-Gewebe ist eine Art „Dauerbaustelle“, denn hier wird ständig auf- und abgebaut. Nehmen Sie mit diesem Übungs-Programm Ihre Knochen-Gesundheit selbst in die Hand.

Das Training verbessert darüber hinaus auch das Zusammenspiel unterschiedlicher Muskelpartien (inter- und intramuskuläre Koordination) und schützt auf diese Weise Ihre Gelenke.

Nicht zuletzt sinken mit stärkeren Muskeln auch die Sturzgefahr und das Risiko eines Knochenbruchs. Führen Sie die Übungen idealerweise 3x pro Woche durch.

Übung 1: Hampelmann

Spürbarer Effekt: Lockert die Muskulatur, wärmt auf, fördert Herz und Kreislauf und beugt Stürzen vor. Durch das kraftvolle Abdrücken vom Boden fördert die Übung auch direkt den Aufbau Ihrer Knochenmasse. Besonders die Muskeln vom Gesäß abwärts werden gestärkt.

Durchführung: Sie stehen in der Ausgangs-Stellung mit geschlossenen Beinen und leicht gebeugten Knien, Ihre Arme hängen seitlich herab. Heben Sie beim Springen Ihre Arme seitwärts nach oben und bewegen Sie Ihre Beine seitwärts (abspreizen). Sie landen mit gegrätschten Beinen, während Sie über dem Kopf in die Hände klatschen. Dann wieder schnell zurück in die Startposition. Die Bewegungen sollen fließend und zusammenhängend erfolgen.

Wiederholungen: 20 – 30

Übung 2: Beidbeinig hüpfen

Spürbarer Effekt: wie beim Hampelmann

Durchführung: Sie stehen in der Ausgangs-Stellung mit geschlossenen Beinen und leicht gebeugten Knien, Ihre Arme hängen seitlich herab. Hüpfen Sie nun locker auf beiden Vorfüßen ohne Fersenkontakt.

Wiederholungen: Im 1. Monat 20 – 30, dann pro Woche jeweils um 5 Sprünge steigern, bis 50 Sprünge hintereinander erreicht sind (zur Orientierung: etwa 2 Sprünge pro Sek.)

Übung 3: Halbe Hocke

Spürbarer Effekt: Besonders die Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur, aber auch die Rücken-, die Bauch- und die Wadenmuskeln werden trainiert.

Durchführung: Sie stehen aufrecht mit nach vorn gestreckten Armen. Spannen Sie Ihre Bauchmuskeln an, halten Sie den Rücken gerade (leichtes Hohlkreuz) und senken Sie Ihr Gesäß ab, bis Ihre Oberschenkel fast waagerecht zum Boden sind; dabei einatmen. Die Füße bleiben flach auf dem Boden (Fersen immer am Boden), die Unterschenkel möglichst in senkrechter Position. Strecken Sie Ihre Beine wieder und atmen Sie dabei aus. Halten Sie Ihren Rücken während der gesamten Ausführung leicht nach vorn geneigt; aufrecht, mit guter Muskelspannung.

Wiederholungen: 2x 10

Tai-Chi verbessert Beweglichkeit und verhindert Stürze

Für Patienten gibt es in vielen Städten auch Osteoporose-Gruppen, die ein spezielles Sportprogramm anbieten (z. B. in Physiotherapie-Praxen, ambulanten Reha-Zentren, Fitness-Studios oder Sportvereinen). Bei Osteoporose-Kranken beteiligen sich die Krankenkassen an den Kosten.

Und Sport hat noch einen zusätzlichen vorbeugenden Effekt: Er reduziert das Sturzrisiko undsenkt  damit die Gefahr von Knochenbrüchen.

Zur Verbesserung Ihrer  Körper-Koordination eignen sich v. a. fernöstliche Bewegungs-Übungen wie Qigong oder Tai Chi, aber auch Yoga.

Vibrations-Platte stärkt Muskeln und Knochen

Seit wenigen Jahren gibt es darüber hinaus ein Verfahren, mit dem Sie Ihre Knochen quasi ganz ohne eigene Bewegung kräftigen können: das sogenannte Vibrations-Training.

Dabei stehen Sie auf einer Bodenplatte, die schnelle seitliche Kippbewegungen vollführt. Darauf reagiert Ihr Körper mit blitzschnellen Nerven-Reflexen, die dann zu kleinen Muskel-Kontraktionen führen. Das Training (etwa 20 Min. täglich) fördert so nicht nur die Muskelmasse, sondern auch die Knochendichte und wirkt vorbeugend gegen Stürze.

Vibrations-Training wird in ärztlichen Praxen, bei Krankengymnasten, aber auch in Fitness-Studios angeboten. Die Kassen übernehmen die Kosten (pro Trainings-Einheit ca. 10 €) nicht. Die Anschaffungs-Kosten für gute Heimgeräte betragen mindestens 500 €.

Entwickelt wurden die Geräte übrigens ursprünglich für die Raumfahrt. Doch sie sind auch für Erdenbürger eine gute Ergänzung zum körperlichen Training.

Welche Rolle die Ernährung bei Osteoporose spielt

Wie gewonnen, so zerronnen? Zumindest für Muskelmasse kann dies zutreffen, denn diese schwindet schon ab dem 30. Geburtstag.

Zunächst bleibt diese relativ unbemerkt. Aber mit fortschreitendem Alter kann sie gefährlich werden. Denn sie führt dann zu Stürzen, die Knochenbrüche zur Folge haben können.

Ernährung kann Muskel-Abbau stoppen

Wissenschaftler der International Osteoporosis Foundation haben sich nun damit beschäftigt, ob der Verlust der Muskelmasse durch die Ernährung ausgeglichen werden kann.

Sie werteten die Ernährung älterer Menschen aus und betrachteten die Stoffwechsel-Prozesse von Knochen, Muskeln und den Eiweiß-Stoffwechsel.

Ihr Ergebnis: in den Industriestaaten herrscht bei Menschen ab 50 Jahre ein deutlicher Eiweiß-Mangel. 1/3 aller Frauen und rund 1/4 aller Männer kommt nicht auf die 0,8 g Eiweiß / kg Körpergewicht, die sie täglich zuführen sollten.

Zudem zeigt die Untersuchung, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Eiweiß-Aufnahme und Muskelmasse gibt. Denn die Menschen zwischen 70 und 79 Jahren hatten die meiste Muskelmasse, die die empfohlene Obergrenze von Eiweiß täglich zu sich nahmen – das sind 1,1 g / kg Körpergewicht.

Allerdings kommt es auch darauf an, welches Eiweiß verzehrt wird. Denn die Forscher betrachteten auch den Säure-Basen-Haushalt. Sie bestätigten, dass diejenigen, die viel Fleisch zu sich nehmen, viele Säuren im Körper haben – und dass diese dazu beitragen, dass die Muskeln nicht ausreichend mit Mikro-Nährstoffen versorgt werden können.

Dies führt ebenfalls zu einem Schwund der Muskelkraft. Daher ist es entscheidend, dass weniger tierisches und deutlich mehr pflanzliches Eiweiß aufgenommen wird, um die Muskeln zu stärken und möglichst viel Muskelmasse zu erhalten.

Nicht nur Kalzium allein hält Ihre Knochen stark

Denkt man an Schutz vor Osteoporose, dann fällt sofort der Begriff 

Vitamine© Mik Roge – Fotolia

Kalzium.

Das stimmt auch, reicht aber nicht aus. Erst im Team mit Vitaminen und Eiweiß wirkt Kalzium richtig.

Hier erfahren Sie, auf welche Vitamine es dabei ankommt. Ihre Knochen werden sich darüber freuen.

Ob Sie es glauben oder nicht: 97% der Deutschen haben einen Kalzium-Mangel – und zwar keinen geringen: Fehlen Kindern zwischen 4 und 8 Jahren i. d. R. „nur“ 191 mg zusätzlich, benötigen Erwachsene fast 400 mg pro Tag mehr, als sie bereits zu sich nehmen.

Der Osteoporose sind also allein schon durch das fehlende Kalzium  Tür und Tor geöffnet.

Dennoch ist allein mit ausreichend Kalzium der  Knochen-Verfall nicht aufzuhalten. Denn Kalzium dient zwar sozusagen als Mörtel, der die Knochenmasse verklebt und damit die Knochendichte erhöht. Aber dadurch wird noch lange nicht die Bruchfestigkeit der Knochen erhöht.

Hierzu gehört noch mehr. Forscher haben das entdeckt, als sie die Knochen von Japanerinnen untersucht haben. Diese weisen eine geringere Knochendichte auf. Dennoch haben sie weniger Knochenbrüche, weil die Qualität ihrer Knochen besser ist. Und auch Veganer, die auf kalziumhaltige Milchprodukte verzichten, leiden nicht häufiger unter Osteoporose.

Das meiste Kalzium pro 100 g Lebensmittel enthalten übrigens Milch und Milchprodukte. Wenn Sie diese nicht mögen oder vertragen, schaffen Sie mit reichlichem Verzehr von Gemüse einen Ausgleich.

Damit nehmen Sie weniger Kalorien und  weniger Cholesterin zu sich – beides wichtig für eine gesunde Ernährung. Gemüse enthält zwar pro 100 g weniger Kalzium als Milchprodukte, dafür können Sie davon größere Mengen verzehren.

Gemüse statt Milchprodukte?

Darüber hinaus vergisst man häufig, dass Milchprodukte den  Körper ansäuern.

Aus dem Grund geben naturheilkundlich orientierte Ernährungs-Fachleute zu bedenken, dass der Organismus bei der Milch-Verdauung Kalzium verbraucht, um das  Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.

Gemüse hingegen ist selbst basisch und schont die Kalzium-Vorräte im Körper.

In einem lebenden Organismus herrscht niemals nur ein Mineral vor, sondern viele Mineralstoffe stehen in einem diffizilen Wechselspiel. Aus diesem Grund empfiehlt es sich nicht, ausschließlich auf die Kalzium-Zufuhr zu achten.

Die anderen Mineralstoffe wie Magnesium, Mangan sowie die Vitamine A, C und D benötigen Ihre Knochen genauso, damit das Kalzium seine Aufbau-Arbeit am Knochen verrichtet.

Deshalb sind reine Kalzium-Präparate lediglich auf ärztliche Anordnung angebracht. Dies betonte Prof. Ingrid Gerhard auf dem FrauenForum WechselZeiten in Köln.

Ernähren Sie sich bewusst

Versuchen Sie lieber, Ihren Bedarf an Kalzium weitgehend  über die  Nahrung zu decken. Dann bekommen Sie auch andere Mineralstoffe, Vitamine und  wichtige Begleitstoffe in wechselnden Anteilen mit.

Das für den Knochen-Stoffwechsel nötige Phosphor erhält der Körper mit Fleisch, Wurst, verarbeiteten Lebensmitteln und Cola-Getränken ohnehin überreichlich. Zu viel Phosphor fördert die Ausscheidung von Kalzium und mindert dessen Bestand.

Suchen Sie nach einem Mineralwasser mit möglichst viel Kalzium (über 300 mg/l) und Magnesium (über 100 mg/l). Das Verhältnis 3 : 1 ist das Mindeste. Besser wäre 2 : 1, aber das kommt in Mineralwässern selten vor. Verfügen Sie über mehrere geeignete Mineralwässer, empfiehlt sich ein gelegentlicher Wechsel, um Einseitigkeit zu vermeiden.

Nahrungsmitteln zur Stärkung der Knochen

Milch und Milchprodukte gehören zu den am besten verfügbaren Kalzium-Quellen. Als weitere gute Kalzium-Lieferanten eignen sich Brokkoli, Grünkohl sowie ganzer Fisch in Dosen mit weichen, essbaren Gräten wie Sardinen.

Halten Sie sich bei Dosenfischen allerdings zurück, weil sie meistens in Fett schwimmen und zu viel Salz in der Soße enthalten. Genießen Sie die Fische nach Möglichkeit  frisch oder geräuchert, etwa ein Makrelen-Filet.

Zählt Fisch nicht zu Ihren Lieblings-Speisen, dann gelten Mandeln und Paranüsse als gute Kalzium-Lieferanten. Bei anderen Obst- oder Gemüsesorten ist der hohe Gehalt an Kalzium für den Körper unverwertbar, weil sie auch die Oxalsäure beinhalten (z. B. in Spinat und Rhabarber); oder Phytate, wie in getrockneten Bohnen, Getreideschalen und Samen.

Kalzium und Vitamin D

Die Haut erzeugt Vitamin D, wenn Sie in der Sonne sind. Bei Kindern und Erwachsenen reicht es üblicherweise aus, wenn die Hände, das Gesicht und die Arme für 10 – 15 Min. pro Tag in der Sonne sind. Bei älteren Menschen reicht das nicht mehr aus.

Aus dem Grund ist es für ältere Menschen immer sinnvoll, Vitamin D aus der Nahrung oder aus Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen.

Natürliche Vitamin-D-Quellen in Nahrungsmitteln beschränken sich auf fetten Fisch wie Lachs, Sardinen und Makrelen, Eier und Leber.

Die meisten Fachleute sind der Ansicht, dass alle Frauen mehr Kalzium benötigen, als sie zu sich nehmen. Ihre Empfehlungen lauten: Frauen vor den Wechseljahren und Frauen, die nach der Menopause Östrogene einnehmen, brauchen täglich 1.000 mg Kalzium. Frauen nach der Menopause ohne Östrogen-Einnahme benötigen 1.500 mg Kalzium.

Erst die richtige Mischung macht Qualitäts-Knochen

Was also ist das Geheimnis stabiler Knochen? Es ist nicht nur das Kalzium allein. Die richtige Mischung macht’s: Auch wichtige Vitamine, Eiweiß und Magnesium gehören dazu, damit Sie nicht nur über Knochenmasse, sondern tatsächlich über Qualitäts-Knochen verfügen.

  • Eiweiß: Aus ihm wird das Kollagen-Gerüst der Knochen gebildet – Eiweiß liefert also den Grundstock für die Knochen. Nur wenn Sie genügend Eiweiß zu sich nehmen, bildet sich in Ihrem Körper die Basis für den Knochenbau. Ein Vollkornbrot mit Hüttenkäse z. B. oder eine Kartoffel mit Quark sollten Sie daher möglichst oft – am besten täglich – auf Ihren Speiseplan setzen.
  • Vitamin K: Dies ist das Vitamin, dass die Veganer-Knochen stark hält. Enthalten ist es in grünem (Blatt-)Gemüse. Es sorgt dafür, dass weniger Kalzium aus dem Körper ausgeschieden und mehr in Ihre Knochen eingelagert wird. Zudem ist das Eiweiß in Ihrem Körper von Vitamin K abhängig. Je mehr Vitamin K, desto besser ist das Eiweiß in der Lage, Kalzium wie einen Magneten regelrecht anzuziehen. Dadurch wird der Mineralstoff effektiver in die Knochen eingebaut. Wenn Sie reichlich Vitamin K zu sich nehmen, etwa aus Brokkoli, Rosenkohl oder  Salat, senken Sie Ihr Osteoporose-Risiko um 30%. Bei Männern vermindert sich das Risiko sogar um 65%. Ausreichend versorgt sind Sie schon, wenn Sie pro Tag 1 Teller Salat essen.
  • Vitamin C: Bevor der eigentliche Bau der Knochen beginnt, werden elastische Kollagen-Seile aus Eiweiß und Vitamin C gespannt, die sehr reißfest sind. Es ergibt sich eine Bindegewebs-Struktur, vergleichbar mit Stahlträgern eines Hochhauses. In diese Struktur wird dann das Kalzium hineingeklebt, sozusagen als Mörtel. Auch hier hilft 1 reichliche Portion Gemüse oder Obst. Besonders viel Vitamin C finden Sie in schwarzen Johannisbeeren, Erdbeeren oder  Gemüse-Paprika.
  • Vitamin D: Das Sonnen-Vitamin ist der Hilfsarbeiter in Ihren Knochen. Es trägt dazu bei, dass Kalzium überhaupt in das Kollagen-Gerüst eingelagert werden kann. Fehlt Ihnen Vitamin D, kann Kalzium in noch so großen Mengen vorhanden sein: Es kann kaum verwendet werden und ist somit wertlos. Gehen Sie einfach  15 Min. pro Tag nach draußen – in der Mittagspause, auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Auch bedeckter Himmel im Winter reicht, um Ihre Vitamin-D-Produktion im Körper anzukurbeln. So können Sie Ihr Risiko für Wirbel-Abbrüche um 37% senken.
  • Magnesium: Aber auch Vita­min D arbeitet nicht einfach so, sondern muss angeregt werden. Diese Aufgabe übernimmt das Magnesium. Nur wenn genügend Magnesium in Ihrem Körper vorhanden ist, vermeiden Sie eine übermäßige Stimulation knochenabbauender Zellen und halten die Zahl der knochenaufbauenden Zellen stabil.

Vitamin B12 senkt Ihr Osteoporose-Risiko

Wissenschaftler der Universität Boston fanden bei Blutuntersuchungen einen positiven Zusammenhang zwischen dem  Vitamin- B-12-Spiegel im Blut und der Knochendichte:

Je mehr B 12, desto fester war die Knochen-Substanz, desto geringer das Osteoporose-Risiko und die Gefahr von Brüchen infolge von Stürzen.

Die Forscher vermuten, dass das Vitamin B 12 die Produktion von Osteoblasten fördert (die o. g. Zellen, welche speziell für Aufbau und Regeneration der Knochen zuständig sind).

Da mit zunehmendem Alter das Aufnahme-Vermögen der Verdauungs-Organe für das Vitamin B 12 sinkt, sollten Menschen über 50 besonders auf ihre B12-Versorgung achten.

Essen Sie daher regelmäßig Lebensmittel, die leicht resorbierbares Vitamin B 12 enthalten:

  • v. a. Kalbsleber,
  • aber auch Miesmuscheln,
  • Lachs
  • und Rindfleisch.

In pflanzlichen Lebensmitteln ist kein Vitamin B 12 enthalten.

Die Wissenschaftler empfehlen speziell älteren Menschen eine Nahrungs-Ergänzung von 25 μg Vitamin B 12 pro Tag, z. B. über ein Multivitamin-Präparat oder ein spezielles B 12-Präparat (etwa Vitamin B 12 von Ratiopharm, 100 Tabletten ca. 7,50 €).

Die Resorption von Vitamin B 12 kann – unabhängig vom Alter – zusätzlich erschwert sein bei Einnahme von:

  • Antibiotika,
  • Cholesterin-Senkern,
  • Rheuma-Medikamenten
  • und Präparaten gegen Magengeschwüre.

Ernährungs-Empfehlungen der DGE

  • Erwachsene sollten täglich rund 1.000 mg Kalzium zu sich nehmen, Senioren etwa 1.200 – 1.500 mg. Das entspricht zusammen etwa täglich 2 Scheiben Edamer, 1 Becher fettarmem Joghurt, 1 Glas fettarmer Milch, 1 Portion Brokkoli und 1/2 l kalziumhaltigem Mineralwasser.
  • Älteren Menschen fehlt häufig eine ausreichende Menge an Vitamin D. Das führt zu einer schlechteren Ausnutzung des Kalziums im Darm und schwächt die Muskeln. Zur Vitamin-D-Bildung wird Sonnenlicht benötigt. Deshalb ist 1/2 Std. tägliches Spazierengehen bei Wind und Wetter wichtig, denn auch bei trübem Wetter bekommen Sie noch genügend Licht-Impulse.
  • Essen Sie ausreichend und vermeiden Sie Untergewicht. Reduktionskost sollten Sie nur essen, wenn Sie wirklich aus medizinischer Sicht abnehmen müssen.
  • Milch und Milchprodukte sind gute Kalzium-Quellen. Sie sollten fettarme Produkte bevorzugen.
  • Kalziumreiches Gemüse sind Brokkoli, Fenchel, Grünkohl, Lauch und Petersilie. Kohl, grünes Blattgemüse und Salate liefern Vitamin K, das ebenfalls mit der Knochen-Bildung in Zusammenhang steht.
  • Kalziumhaltige Mineralwässer tragen ebenso zur Versorgung mit Kalzium bei. Achten Sie auch bei Fruchtsaft-Getränken auf den Kalzium-Gehalt.
  • Trinken Sie nicht mehr als 3 – 4 Tassen Kaffee täglich, denn ein zu hoher Kaffee-Konsum steigert die Kalzium-Ausscheidung über die Nieren.
  • Sie können Speisen auch mit Magermilch-Pulver anreichern (etwa gebundene Suppen, Soßen, Crèmes, Kartoffelpüree). 10 g Magermilch-Pulver enthalten 130 mg Kalzium.
  • Verteilen Sie Ihre Kalzium-Mahlzeiten über den ganzen Tag. Wichtig ist es, mit der Abendmahlzeit Kalzium zu sich zu nehmen; das verringert den nächtlichen Knochen-Abbau.
  • Durch den Verzehr von 2 Fisch-Mahlzeiten in der Woche sichern Sie Ihre Vitamin-D-Zufuhr. Fettreiche Seefische wie Hering, Lachs, Makrele, Heilbutt, Sardine und Thunfisch haben einen höheren Gehalt an Vitamin D.
  • Vermeiden Sie zu salzhaltiges Essen. Salzreiche Lebensmittel wie gepökelte, geräucherte Fleisch-Erzeugnisse, gesalzene Nüsse oder Salzgebäck etwa erhöhen die Kalzium-Verluste über die Nieren.
Vitamin-K-haltige Lebensmittel
Lebensmittel (100 g)Gehalt in µg
Joghurt, entrahmt0,5
Brokkoli174
Brunnenkresse250
Erbsen33
Grünkohl817
Gurken16
Kopfsalat130
Mohrrüben17
Rotkohl25
Sauerkraut, abgetropft62
Spinat335
Weißkohl80
Vitamin-D-haltige Lebensmittel
Lebensmittel (100 g)Gehalt in mg
Lachs16,3
Aal13
Hering31
Eigelb22
Pfifferlinge2,1
Morcheln3,1
Gute Kalzium-Lieferanten
Lebensmittel (100 g)Gehalt in mg
Milch120
Emmentaler1.200
Parmesan1.400
Karotten250
Grünkohl210
Haselnüsse226
Buttermilch110
Quark90
Vollkornbrot95

Ihr wirksamer Schutz vor Osteoporose

  • Brokkoli: Neben Milch und Milchprodukten gehört Brokkoli zu den besten Kalzium-Lieferanten. 250 g versorgen Sie mit 300 mg Kalzium – das entspricht 1/3 Ihres Kalzium-Tagesbedarfs. Hinzu kommen antioxidativ wirkende Karotinoide sowie viel Vitamin C.
  • Grana Padano: Sie kennen diesen italienischen Käse unter Umständen als Parmesan-Variante. Er ist mild und unverzichtbar zu allen Nudelgerichten. 50 g von diesem Käse decken 60% Ihres Kalzium-Tagesbedarfs. Diese Menge reicht aus, um die Hälfte der benötigten Tagesmenge an Zink sowie Vitamin A und B12 zu decken.
  • Hering: Was früher der Lebertran war, ist heute der Hering. Mit ihm decken Sie Ihren Vitamin-D3-Bedarf. Dieses Vitamin fördert den Einbau von Kalzium in Ihre Knochen und verhindert, dass die Niere das Kalzium wieder ausscheidet. 2x pro Woche sollten Sie 150 g Hering essen, je nach Wunsch auch in den Varianten Rollmops oder Matjes.
  • Soja: Die Sojabohne enthält viel Kalzium. Daneben sorgt sie durch ihre Pflanzenstoffe (Isoflavone) für starke Knochen. Diese Inhaltsstoffe beeinflussen Ihren Knochen-Stoffwechsel und verbessern den Kalzium-Haushalt. Soja gibt es als Getränk, in Form von Tofu, Joghurt oder als Eis. So schaffen Sie es spielend, pro Tag 200 g zu sich zu nehmen.

Diese Lebensmittel sind schädlich

Zu viel Salz schadet nicht nur den Knochen

Was macht Salz für Ihre Knochen-Stabilität so fragwürdig?

Die DASH-Studie (Dietary Approaches to Stop Hypertension – übersetzt: Diätische Ansätze zum Stoppen von Bluthochdruck) brachte als „Nebenergebnis“ zutage, dass ein hoher Salz-Verzehr die Kalzium-Ausscheidung im Urin fördert.

Aus diesem Grund stuft man Salz als Risikofaktor für Osteoporose ein. Die DASH-Studie zeigte weiterhin, dass eine Senkung der Natrium-Zufuhr für den Knochen-Stoffwechsel günstig ist.

55 verschiedene Studien an Mädchen im Teenager-Alter zeigten, dass eine Salz-Belastung die Menge des von den Knochen aufgenommenen Kalziums verringerte. Dies geschah offensichtlich durch eine Abnahme der Kalzium-Absorption.

Nach streng wissenschaftlichen Kriterien gibt es allein aufgrund dieser Studienlage keine Aussagen darüber, ob eine Senkung der Salz-Aufnahme die Osteoporose-Neuerkrankungen senkt.

Trotzdem ergeben sich neben der besseren Kalzium-Einlagerung in den Knochen bei salzreduzierter Kost weitere Vorteile für die Gesundheit:

V. a. geschieht eine Reduktion der Blutdruckwerte (und damit eine Senkung des Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risikos) – ein Grund mehr, den Salzstreuer zu verbannen und zu Kräutern als Alternative zu greifen.

Kaffee: Das Genussmittel mit den 2 Gesichtern

Man bringt Koffein häufig mit der Entstehung von Osteoporose in Verbindung, aber auch dafür gibt es keine wissenschaftlich haltbaren Beweise. Was also veranlasst die Forscher, solche Aussagen in die Welt zu setzen und damit Verunsicherung zu schaffen?

Tatsache: Koffein verursacht einen kleinen Anstieg der Kalzium-Ausscheidung durch den Urin. Der Körper scheint dies dadurch auszugleichen, dass er die Kalzium-Ausscheidung anschließend reduziert, wodurch die Nettowirkung vernachlässigbar ist.

In mehr als 70 Studien untersuchten Foscher die Auswirkungen von Koffein auf die Knochen-Verlustraten von Frauen nach der Menopause. Keine zeigte eine nachteilige Wirkung des Koffein, solange die Kalzium-Aufnahme über die Nahrung ausreichend bleibt (700 – 800 mg/Tag).

Wenn die Kalziumzufuhr über die normale Ernährung wegen einer Diät niedrig war, entstand durch die Menge Koffein, die etwa 3 Tassen pro Tag entspricht, ein höherer Knochen-Verlust.

Fazit

Solange Sie Kalzium in ausreichender Menge über Ihre Nahrung aufnehmen, schadet Koffein nicht. Auch hier gilt wie immer: Die Menge macht das Gift.

Die empfohlenen 2 – 3 Tassen Kaffee pro Tag wirken nicht schädlich – im Gegenteil: Mittlerweile diskutiert man den Kaffee-Konsum in dieser Menge als Prävention gegen die Alzheimer-Erkrankung.

Weitere schädliche Lebensmittel

  • Tierisches Fett und Eiweiß – Es erhöht die Kalzium-Ausscheidung. Essen Sie Fleisch und Wurst möglichst selten.
  • Phosphat – Neben Fleisch und Wurst enthalten Cola, Schmelzkäse und Süßigkeiten viel davon, was die Aufnahme von Kalzium bremst.
  • Oxalsäure – Sie bindet das Kalzium, sodass es nicht mehr für die Knochen zur Verfügung steht. Viel Oxalsäure findet sich in Roter Bete, Rhabarber oder Spinat. Zum Glück vernichtet das Kochen sie z. T. Aus diesem Grund sollten Sie diese Lebensmittel nicht roh zu sich nehmen.
  • Alkohol – Er bedeutet Gift für einen gesunden Knochen, weil er die Osteoblasten (knochenausbauende Zellen) hemmt.

Hier erfahren Sie alles Weitere rund um die richtigen Ernährungsweisen bei Osteoporose und erhalten entsprechende Rezept-Vorschläge.

Weiterführende Hilfe für Osteoporose-Patienten

Die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe für Osteoporose-Betroffene kann Ihre Auseinandersetzung mit der Krankheit unterstützen. Weitere Informationen können Sie bei folgenden Adressen erhalten:

  • Deutsche Schmerzhilfe e. V., Hamburg
    Sietwende 20 21720 Grünendeich Tel. 041 42 – 81 04 34 Fax 041 42 – 81 04 35 E-Mail: schmerzhilfe@t-online.de Internet: http://www.schmerzhilfe.de
  • Kuratorium Knochengesundheit e. V.
    Leipziger Straße 6 74889 Sinsheim Tel. 072 61 – 9 21 70 Fax 072 61 – 6 46 59 E-Mail: kuratorium-knochengesundheit @t-online.de Internet: http://www.osteoporose.org
  • Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V.
    Kirchfeldstr. 149 40215 Düsseldorf Tel. 0211 – 319165 Fax 0211 – 332202 E-Mail: BfO-aktuell@t-online.de Internet: http://www.bfo-aktuell.de
Osteoporose Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Osteoporose: Kalziumreiche Lebensmittel

Bei der Entstehung von Osteoporose spielt u. a. ein Mangel an Kalzium und Vitamin D eine Rolle. In diesen Lebensmitteln steckt viel Kalzium:

Osteoporose Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Handgelenks-Fraktur: Alles Wichtige zu Brüchen des Handgelenks

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Handgelenks-Fraktur und, warum sie ein erstes Warnzeichen für eine Osteoporose sein kann.

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