Muskelkater: Ursachen
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Das nicht nur unter Sportlern bekannte Sprichwort „Sport ist Mord“ erhält immer dann eine besondere Bedeutung, wenn sich Trainingswütige vor Eifer sprühend zum ersten Mal so richtig in einer neuen Sportart austoben. Man hat das Gefühl, man könne Bäume ausreißen. Und warum soll man sich an die vorsichtige Belastungsdosierung des Trainers oder des Trainingsplans halten, wenn man eigentlich noch schneller, höher oder weiter kann?
Während Ihr Bewegungsapparat die bittere Pille am Trainingstag noch tapfer schluckt, verbünden sich alle beanspruchten Muskelzellen am Tag danach zum Rachefeldzug. Sie schreiben in großen Lettern „Muskelkater“ auf ihre Fahnen und sagen dem vorher noch unbezwingbaren Trainingseifer den Kampf an.
Muskelkater tritt mit einer zeitlichen Verzögerung ein
Als Muskelkater bezeichnet man Muskelschmerzen, die nach größeren Belastungen entstehen. Diese Schmerzen treten zeitverzögert und nur nach Bewegung, insbesondere bei Dehnungen der entsprechenden Muskeln, auf. In der Regel wird Muskelkater nach einem halben bis ganzen Tag spürbar und klingt nach drei bis fünf Tagen wieder ab.
Kleine Verletzungen im Muskel führen zu den typischen Schmerzen
Man nahm lange Zeit an, Muskelkater hinge mit der erhöhten Bildung von Milchsäure (Laktat) zusammen, die bei starker Muskelarbeit im Muskel entsteht. Je intensiver die Muskelarbeit im anaeroben Bereich, desto mehr Laktat wird gebildet und um so schlimmer der Muskelkater durch Übersäuerung des Muskels. Diese Hypothese klingt plausibel, muss aber bei kritischer Betrachtung aus folgenden Gründen verworfen werden:
Nach der Laktat-Hypothese müsste der stärkste Muskelkater unmittelbar nach einem 400-Meter-Lauf auftreten, denn dort werden die höchsten Laktatspitzen gemessen. Er tritt aber vermehrt nach Krafttraining auf, wo Laktat in viel geringeren Mengen gebildet wird.
Die Halbwertszeit (Zeit, in der die Hälfte der Ursprungsmenge abgebaut ist) von Milchsäure beträgt ungefähr 20 Minuten. Muskelkater tritt aber zeitlich versetzt auf. Nach 12 bis 24 Stunden hat sich der Laktatspiegel im Blut längst wieder normalisiert.
Muskelkater tritt zumeist bei Anfängern oder bei ungewohnten Bewegungen auf. Zu einer Laktatbildung kommt es beim Fortgeschrittenen bei gleicher Beanspruchung ebenso wie beim Einsteiger.
Heute geht man davon aus, dass es sich bei den Muskelkater-Schmerzen um so genannte Mikrotraumen handelt. Das sind winzige Verletzungen in den Mikrostrukturen der Muskeln.
Nur gut durchblutet an den Start
Der oft gehörte Ratschlag „Training bringt nur etwas, wenn man danach Muskelkater hat“ ist genauso abwegig wie eine übertriebene Angst davor. Wer nach längerer Trainingspause wieder in das Training einsteigt, wird einen leichten „Kater“ nur schwer umgehen können. Ein ausgiebiges Auf- und Abwärmen ist eine sinnvolle Vorbeugung. Ebenso hilft es, ungewohnte Belastungen und neue Übungen zu Beginn moderat zu dosieren.
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