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Dupuytren: Hoffnung auf eine neue, nicht operative Behandlung

„Die Finger meiner rechten Hand haben sich in letzter Zeit verkrümmt. Viele alltägliche Verrichtungen kann ich nur noch unter Schmerzen erledigen. Mein Arzt hat einen Morbus Dupuytren diagnostiziert und meint, dass eine Operation unbedingt erforderlich sei. Gibt es keine anderen Methoden?“ Das wollte Leserin Sarah von mir wissen. Hier meine wahrscheinlich nicht so ganz befriedigende Antwort:

Die Dupuytrensche Krankheit ist ein gutartiger Tumor auf der Handinnenfläche, der anfänglich wenig stört. Es handelt sich um eine Ansammlung von Kollagen, die harte Knötchen und Stränge bildet. Im Lauf der Zeit können sich so starke Stränge ausbilden, dass sich die Finger immer stärker und dauerhaft in die Handfläche krümmen. Das Strecken der Finger wird dann unmöglich. In Deutschland sind ca. 2 Millionen Patienten von dieser Krankheit betroffen. Die Entstehungsursachen sind unklar. Die Krankheit ist momentan nicht heilbar.

Ein Morbus Dupuytren sollte von spezialisierten Ärzten behandelt werden, die sich mit der Struktur der Hände besonders gut auskennen. Dazu gehören beispielsweise Handchirurgen. Die herkömmlichen Behandlungsmethoden sind klassische Handoperationen, die mit einer hohen Komplikationsrate behaftet sind, die Strahlentherapie, die nur im Anfangsstadium funktioniert, und die Perkutane Nadelfasziotomie, bei der unter lokaler Betäubung die Kollagenstränge durch Nadelstiche so geschwächt werden, dass diese gestreckt und zerrissen werden können. Diese Therapien versuchen, im Anfangsstadium den Krankheitsfortschritt zu bremsen und im fortgeschrittenen Stadium die Handfunktion zu erhalten oder zu verbessern. Auch nach operativer Entfernung des Geschwürs kommt die Krankheit meist wieder oder tritt an anderer Stelle auf. Zum Einsatz kommen darüber hinaus noch mehr oder weniger erfolgreich ebenfalls Vitamin E, Kalziumantagonisten, Kortison, Interferon und Krankengymnastik.

Seit kurzem werden große Hoffnungen in eine neue Alternative gesetzt: Das enzymatische Skalpell. Dabei wird ein Enzym (Xiapex®) in die Kollagenstränge gespritzt, das Kollagen auflösen kann. Die positive Wirkung des Enzyms wurde in mehreren Studien bestätigt. Leider ist das Medikament mit 1.100 Euro pro Spritze extrem teuer und wird nur im Einzelfall von der Krankenkasse erstattet.

Der Morbus Dupuytren ist benannt nach dem französischen Chirurgen Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835). Morbus Ledderhose ist eine ähnliche Erkrankung der Füße, die den Namen des deutschen Chirurgen Georg Ledderhose (1855-1925) trägt.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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Alte Kommentare
  • Heidi Steinke schrieb am 22.12.2011, 07:01 Uhr

    Mein Mann war auch betroffen, ein Neuraltherapeut konnte helfen!!!

  • Steffi schrieb am 22.12.2011, 08:00 Uhr

    Tragisch für den Betroffenen. Ich habe dazu mal eine Frage: hat man es schon mit Magneten probiert. Ich habe einige Kunden die damit sehr gute Erfolge erzielen konnten. Es gibt viele unterschiedliche Produkte, die man auch an den Händen benutzen kann. Bei Arthrose, Nervenentzündungen, Gicht, Rheuma und vieler Arten von Gelenkentzündungen haben Kunden berichtet eine grosse Schmerzlinderung zu erfahren und die Beweglichkeit wieder zurückkehrte. Wenn Sie weitere Informationen benötigen schreiben Sie mich gern an. Ich will hier keine Werbung machen, sondern nur eine weitere Möglichkeit aufzeigen um den Menschen zu helfen. Herzliche Grüsse und ganz lieben Dank für die überaus interessanten Artikel, die ich jeden Tag aufmerksam lesen darf. Stefanie Wandt

  • Gerhard Straub schrieb am 22.12.2011, 16:22 Uhr

    Auch mir wurde vor einem Jahr die Operation empfohlen. Ein Heilpraktiker empfiehl mir dann, meine Hände 3xtäglich mit einer Arnikasalbe einzureiben. Jetzt sind die Verhärtungen praktisch verschwunden.