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Knochenbrüche – Schmerzhaft, langwierig, aber gut behandelbar

Knochenbrüche treten in jedem Lebensalter auf. Sie können jeden unserer über 200 Knochen betreffen.

Die menschlichen Knochen sind zwar hart wie Granit, aber nicht unzerbrechlich; kleine oder dünne Knochen wie Speiche, Rippe und Schlüsselbein brechen schnell. Hand- und Fußknochen brechen unter Umständen sogar bei Haushalts-Tätigkeiten.

Knochenbrüche: Von der einfachen bis zur Trümmerfraktur

Komplizierte Frakturen (Fraktur = Bruch, von lateinisch frangere = brechen)  kommen bei vielen Verkehrs-Unfällen vor. Man unterscheidet zwischen:

  • einer einfachen Fraktur mit nur 1 Frakturstück (meist weist der Knochen einen Spalt auf),
  • einer Stückfraktur mit maximal 3 Bruchstücken
  • und einer Trümmerfraktur.

Knochenbrüche und ihre Ursachen

Darüber hinaus haben Frakturen die unterschiedlichsten Ursachen:

  • Sportverletzungen (gehören zu den häufigsten Behandlungsfällen),
  • Unfälle,
  • Ermüdungsbrüche (meist im höheren Alter; beispielsweise durch Osteoporose).
  • Die sogenannte Grünholz-Fraktur kommt nur im Kindesalter vor. (Hier bricht oder verbiegt sich der Knochen, ohne die Knochenhaut zu beschädigen, weil er noch weich ist.)

Vorsicht vor brüchigeren Knochen im Alter!

Ältere Menschen weisen ein 3-fach erhöhtes Risiko für Knochenbrüche auf. Mineralstoffgehalt und Knochen-Elastizität nehmen ab. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge treten fast 90% der Hüftgelenk-Brüche bei Menschen über 65 Jahren auf. Je älter der Mensch, desto mehr Knochen-Substanz geht verloren. Dadurch sind die Knochen schwächer und anfälliger für einen Bruch.

Frauen sind dabei mehr gefährdet als Männer; bei Frauen sinkt der Mineralgehalt der Knochen schneller als bei Männern. Das Schenkelhalsbruch-Risiko von Frauen ist nach Meinung amerikanischer Ärzte 2x – 3x höher als das von Männern. Sind Sie eine Frau und älter als 65 Jahre, beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Hüftgelenkbruch 1 : 5.

Häufig treten Brüche von Oberschenkelhals, Hüfte und Handgelenk auf – meist als Folgen eines Sturzes. Der Verlust an Knochen-Festigkeit scheint in den Wirbelkörpern, an den Unterarmen und den oberen Oberschenkel-Knochen (dem Ort der Hüftgelenk-Brüche) am größten zu sein.

Als häufige Anzeichen für einen Hüftgelenkbruch nach einem Sturz gelten Schmerzen in der Hüfte oder in der Leiste sowie Schwierigkeiten beim Gehen.

Des Weiteren geht die Heilung von Knochenbrüchen im Alter langsamer vor sich. Gelenke sind unbeweglicher, werden jetzt zusätzlich ruhiggestellt und müssen sich anschließend umso mühsamer wieder an Bewegung gewöhnen.

Stürze sind einer der häufigsten Gründe für verlorene Unabhängigkeit im Alter. Sie tragen zur Senkung des Bruchrisikos bei, indem Sie Ihre Wohnung sturzsicher einrichten. Reduzieren Sie Ihr Sturzrisiko, indem Sie zu Hause ein paar kleine Veränderungen vornehmen:

  • Alle Räume – Besorgen Sie sich Möbel, aus denen man einfach aufsteht. Platzieren Sie Ihre Möbel so, dass Sie einfach daran vorbeikommen. Räumen Sie Stolperfallen wie elektrische Kabel und Telefonschnüre aus dem Weg. Entfernen Sie alle nicht rutschfesten Teppiche. Besorgen Sie sich ein schnurloses Telefon, damit Sie nicht zum klingelnden Apparat hasten. Räumen Sie Schuhe, Haustier- und Kinderspielzeug aus dem Weg.
  • Küche – Verwenden Sie eine feste Trittleiter (keinen Stuhl), wenn Sie etwas aus den oberen Regalbrettern holen. Oder platzieren Sie diese Sachen auf tiefer gelegenen Regalen.
  • Badezimmer – Bringen Sie Griffe neben Toilette und Badewanne an. Verwenden Sie rutschfeste Matten, selbstklebende Streifen oder Teppiche auf Oberflächen, die nass werden können. Installieren Sie gepolsterte Duschsitze und abnehmbare Duschköpfe, damit Sie sich im Sitzen waschen können.
  • Schlafzimmer – Sorgen Sie für Lichtschalter in Reichweite des Bettes. Setzen Sie eine schwache Lichtquelle (Nachtlicht) für den Weg vom Schlaf- zum Badezimmer ein.
  • Treppen und Flure – Wichtig sind eine gute Beleuchtung und freie Wege. Bringen Sie Handläufe auf beiden Seiten der Treppe an.

Auch das Tragen von speziell gepolsterten Hüftschonern stellt eine Möglichkeit dar, wie Sie sich im Alter vor entsprechenden Frakturen schützen können.

Moderne Behandlungs-Methoden: Wann ist eine Operation erforderlich?

Ist äußerlich nichts zu sehen, röntgt der Arzt vermutete Knochenbrüche. Schwellungen und Hämatome (Blutergüsse) erschweren das Erkennen der Brüche. Insofern gehört zur Heilung auch die Beurteilung der Folge-Erkrankungen.

Nicht-operative Behandlung

Nicht bei allen Brüchen wird auch operiert: I. d. R. heilen Knochenbrüche problemlos aus. Kleine Knochen, wie etwa die Handknochen, sind schon nach 6 Wochen wieder voll belastbar, größere wie der Oberschenkel-Knochen brauchen bis zu 12 Wochen. Bei einem unkomplizierten Bruch kann die Schulmedizin nicht mehr tun, als die verletzten Knochen- oder Gelenkteile ruhigzustellen. Die eigentliche Reparatur muss der Körper selbst erledigen.

Dazu wird der Knochen vom Arzt in Position gebracht, damit er wieder zusammenwachsen kann. Hierbei genügt meist ein fester Verband, um den Knochen an Ort und Stelle zu halten, die Verbands-Materialien variieren. Heutige Verbände bestehen eher aus Kunstfasern (Glaswolle) als aus Gips, weil letzteres schwerer und weniger stabil ist. Dennoch sind Gipsverbände angebracht, wenn ein enger anliegender Sitz angestrebt wird.

Operative Behandlung

Knochenbrüche, die Gelenke betreffen, z. B. ein Hüftgelenksbruch, erfordern allerdings für gewöhnlich eine Operation. Einige Hüftgelenks-Frakturen fallen so kompliziert aus, dass sie einen partiellen oder vollständigen Gelenk-Ersatz rechtfertigen.

Fixateur interne

Und auch, wenn die Knochenenden sich nicht einfach ausrichten lassen, kann ein operativer Eingriff notwendig werden, um die Bruchstücke richtig zu positionieren und den Bruch zu stabilisieren. Wenn dieser nahe bei oder in einem Gelenk liegt, brauchen Sie wahrscheinlich eine Operation (die sogenannte Fixateur interne).

Bei entsprechenden Operationen, die der Arzt eventuell unter Vollnarkose durchführt, kann er Drähte, Stäbe, Platten, Nägel oder Schrauben in und entlang des Bruchs anbringen, um den Knochen zu richten und zu halten.

Sind derartige Hilfsmittel verarbeitet, benötigte der Patient früher stets eine 2. OP, um das Metall nach Abschluss der Knochen-Heilung wieder entfernt zu bekommen. Heute werden inzwischen oft bioresorbierbare Materialien verwendet; in solchen Fällen ist dies dann nicht mehr nötig.

Allerdings muss der Chirurg nicht nur den Knochen richten, sondern auch die Blutgefäße und das Gewebe korrigieren. Solche OPs betreffen meist auch das Umfeld; eventuell ist sogar ein Gelenk betroffen. Mit selbstauflösenden Schrauben und Pins aus Milchsäure können Unfall-Chirurgen Gelenk-Verletzungen dann behandeln.

Fixateur externe

Bestimmte Knochenbrüche verheilen dagegen am besten mit der Fixateur externe, einem von außen zugänglichen Festhalte- und Spannsystem.

Einige Brüche des Handgelenks heilen besser, indem man Metallstifte durch die Haut führt und im Knochen implantiert. Diese Stifte befestigt man außen an einem Metall-Rahmen, der die Knochen-Enden an der richtigen Stelle fixiert. Diesen Rahmen tragen die Patienten gewöhnlich 6 – 12 Wochen lang, während der Bruch verheilt.

Ganz gleich, welche Behandlungs-Methode nun im Vorfeld angewandt worden ist; anschließend nutzt man von der Massage bis hin zur Bewegungs-Therapie viele Möglichkeiten zur neuen Beweglichkeit.

Der Heilungs-Prozess

Die Heilung eines Knochenbruchs richtet sich nach den Umständen. Heutzutage packt man nicht jeden Bruch in Gips. Trotzdem dauert es i. d. R. mehrere Wochen, bis der Knochen zusammengewachsen ist.

Ist das Umfeld verletzt, muss man auch hier auf den Heilungs-Prozess achten. Schneller geht es in den meisten Fällen mit Platten und Schrauben sowie einem flexiblen Stützkorsett.

Darüber hinaus hängt die Heilung von der körperlichen Verfassung und Mithilfe des Patienten ab. Offene Brüche mit sichtbarer Hautverletzung erfordern intensivere Maßnahmen als geschlossene Frakturen.

Wenn Ihr Arzt eine Beeinträchtigung des Heilungs-Prozesses vermutet oder der Knochen nicht richtig zusammenwächst, können Sie Folgendes versuchen:

  • Ultraschall – Niederenergetischer gepulster Ultraschall gelangt über einen Umwandler durch die Haut und bestrahlt die Bruchstelle etwa 20 Min. lang. Das Gerät sendet schwache Schallwellen aus, die den Knochen sanft vibrieren lassen. Durch die Pulsierung des Signals schließt man eine Erwärmung des Gewebes aus. Ultraschall beeinflusst die zum Stillstand gekommene Knochen-Heilung positiv, was bisher durchgeführte Studien belegen.
  • Elektromagnetische Stimulation – Stimulatoren dieser Art produzieren elektromagnetische Wellen, mit denen man die Bruchstellen mehrere Stunden am Tag bestrahlt. Währenddessen trägt der Patient gewöhnlich einen starren Verband, um die Fraktur zu stabilisieren. Aus empirischen Daten ist bekannt, dass elektromagnetische Felder die Prozesse der Wundheilung sowie der Knochenbildung beschleunigen. Aus diesem Grund verwendet man derartige Felder zu Behandlungs-Zwecken – dies jedoch ohne die zugrunde liegenden Wirkmechanismen zu kennen.

Der Patient selbst kann den Heilungs-Prozess zudem mit Schwimmen oder Swing-Trampolins sowie mit dem Fortsetzen der Bewegungen zu Hause beschleunigen. Nicht nur ältere Menschen sollten darüber hinaus auf eine ausgewogene Ernährung achten.

6 Dinge, die Sie für Ihre Knochen tun können

Ihre Knochen befinden sich, wie jede Zelle Ihres Körpers, ständig in Veränderung. Sie stellen einlebendes und wachsendes Gewebe dar, das zum Großteil aus Kollagen (Proteinen) besteht und aus Mineralien wie Phosphaten und Kalzium. Das sind auch die Bestandteile, die Ihre Knochen gleichzeitig flexibel und stark machen. Was Ihre Knochen daher brauchen, sind die Bausteine, die ihre Elastizität und Stabilität gleichzeitig erhalten.

  1. Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Kalzium zu sich nehmen. Wer zu wenig Kalzium aufnimmt, hungert seine Knochen aus und verringert gleichzeitig die Knochendichte. Das Risiko von Knochenbrüchen steigt. 1.000 bis 1.200 mg Kalzium ist die derzeitige Empfehlung für Erwachsene aus den Staaten.
  2. Vernachlässigen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel nicht. Dies braucht Ihr Stoffwechsel, damit Ihr Körper das zugeführte Kalzium überhaupt aufnimmt. (Zu viel Vitamin-A hingegen kann das Risiko von Knochenbrüchen sogar steigern.)
  3. Hören Sie auf zu rauchen. Der Genuss von Tabakwaren steht in engem Zusammenhang mit Knochenschwäche.
  4. Reduzieren Sie Ihren Alkohol-Konsum. Ein übermäßiger Alkohol-Genuss verhindert, dass Ihr Körper das zugeführte Kalzium aufnimmt. Er schwemmt wertvolle Mineralien ungenutzt wieder aus.
  5. Seien Sie aktiv und bewegen Sie sich. Krafttraining, Rückenschule, lange und ausgedehnte Spaziergänge; all das hilft Ihren Knochen, ihre Stärke und Stabilität zu bewahren. Nur ein geforderter Knochen ist aktiv und wird mit allem Nötigen versorgt.
  6. Führen Sie Buch über die eingenommenen Medikamente. Besonders wenn Sie Kortikoide oder einige Blutverdünner einnehmen, befinden sich Ihre Knochen in Gefahr.

Auch die Naturheilkunde kann helfen

Zunächst einmal muss eine Verbesserung der Durchblutung und des Lymphflusses am Verletzungsort erreicht werden, damit der Bluterguss schneller abgebaut und Entzündungs-Stoffe besser abtransportiert werden.

Arnica

Das optimale 1.-Hilfe-Mittel ist dabei Arnica in Form von homöopathischen Kügelchen. Das Mittel fördert die Wundheilung, wirkt abschwellend und erhöht die Durchblutung in den feinen Kapillargefäßen. Als erstes sollten Sie daher so bald wie möglich nach der Verletzung 3 Globuli Arnika in der Potenz C30 langsam im Mund zergehen lassen. Auch die äußerliche Anwendung von Arnica ist hilfreich. Tränken Sie dazu ein Kompressentuch mit der Urtinktur und lassen Sie den Umschlag so lange auf der verletzten Stelle liegen, bis er getrocknet ist.

Eigenblut-Therapie

Die Behandlung von Knochenbrüchen mit Eigenblut hat in der Naturmedizin eine lange Tradition und war, genau genommen, sogar der Anlass zur Entwicklung der Eigenblut-Therapien: Der Berliner Chirurg August Bier (1869 – 1949) hatte bei seinen Patienten beobachtet, dass Knochenbrüche schneller heilten, wenn sich in der Nähe der Bruchstelle ein Bluterguss gebildet hatte. Daraufhin begann er Anfang des 20. Jh. Seinen Patienten Blut abzunehmen und es an die Bruchstelle zu spritzten.

Diese Behandlung wirkt dabei wie eine Reiztherapie, die den Körper zur Aktivierung der Reparatur-Mechanismen anstößt. Heute werden Knochenbrüche mit einer Sonderform der Eigenblut-Therapie behandelt, die Autologes conditioniertes Plasma (ACP) genannt wird. Dabei wird das Plasma mit den darin enthaltenen Wachstums-Faktoren aus dem Blut zentrifugiert und an die Bruchstelle gespritzt. Mit dieser Methode wird die Heilung komplizierter Brüche, die operativ gerichtet werden mussten, gefördert.

Schüßler-Salze

Auch die nach dem Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 – 1898) benannten Salze können den Einbau der Mineralien in den heilenden Knochen wirksam unterstützen. Diese Salze beschleunigen die Heilung:

–   Nr. 1 Calcium fluoratum – D12 festigt das Binde- und Stützgewebe.

–   Nr.2 Calcium phosphoricum – D6 verleiht dem Knochen Stabilität.

–   Ferrum phosphoricum – D6 lindert die Entzündung und fördert die Wundheilung.

Nehmen Sie mindestens 3 Wochen lang 3x täglich von jedem der vorgenannten Salze 1 Tablette ein.

Beinwell

Wie der Name schon sagt, hat die Heilpflanze Beinwell (althochdeutsch: „Bein“ = „Knochen“ und „wallen“ = „zusammenwachsen“) einen großen Bezug zum Knochen und wird seit alters her in der Naturmedizin bei Knochenbrüchen angewendet.

Grund für die heilungsfördernde Wirkung des Beinwells bei Knochenbrüchen ist das in der Pflanze enthaltene Allantoin, das die Regeneration des Knochens fördert.

Nutzen Sie diesen Effekt, indem Sie 1x – 2x täglich einen Beinwell-Umschlag machen. Tragen Sie dazu eine Paste messerrückendick auf ein angefeuchtetes Mull-Läppchen auf und legen Sie die Kompresse auf den erkrankten Bereich auf. Sie können den Umschlag ein paar Stunden liegenlassen, ehe Sie die Salbenreste mit lauwarmem Wasser abwaschen. Zur Heilungs-Förderung von innen hat sich auch eine homöopathische Beinwell-Zubereitung (WALA© Symphytum comp. ©, 20 g Globuli ab 8 €) bewährt.

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