Hüftschmerzen: Neue Verfahren ändern Heilungsdauer
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Seit Jahren hatten Sie mit Hüftschmerzen zu kämpfen, aber es wurde immer schlimmer. Ihr Arzt rät Ihnen zu einem Ersatz des Hüftgelenks. Es klingt verlockend, die Schmerzen gegen ein neues Gelenk einzutauschen. Aber die Aussicht auf einen langwierigen Heilungsprozess, der sich über Monate hinziehen kann, und einen mehrwöchigen Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik schreckt Sie ab?
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Hüftgelenkoperationen gehören zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen – in Deutschland werden mehr als 100.000 dieser Operationen pro Jahr durchgeführt. Früher brauchte es eine lange Zeit bis zur Abheilung. Aber neue, minimal-invasive Verfahren ändern das.
Die Patienten können schon wenige Tage nach der Operation nach Hause zurück und verspüren im Allgemeinen weniger Schmerzen. Außerdem können sie viel früher ihre normalen Alltags-aktivitäten wieder aufnehmen als nach der alten Methode.
Obwohl die neuen Verfahren noch nicht überall verfügbar und nicht für jeden Patienten geeignet sind, sind sie viel versprechend.
Wenn Ihre Hüftgelenke erkranken
Wenn der Knorpel in Ihrer Hüfte durch eine Krankheit – typischerweise Osteoarthrose – beschädigt ist, kann die Bewegung des Gelenks Schmerzen verursachen. Die meisten Hüftgelenke werden ersetzt, weil sie durch Osteoarthrose beschädigt sind. Andere Gründe sind Knochenbruch, Rheumatoide Arthritis, Knochenschwund auf Grund mangelnder Blutversorgung, die zu einer Nekrose führt, und Knochentumore.
Die herkömmlichen Eingriffe beim Hüftgelenkersatz werden unter Vollnarkose oder regionaler Betäubung vorgenommen. Meistens wird ein 20 cm bis 25 cm langer Schnitt an der Außenseite der Hüfte angesetzt. Muskel, Bänder und Sehnen werden getrennt, um zum Knochen vorzustoßen. Dann kann der Chirurg geschädigte Knochen oder Gewebe vom Gelenk entfernen, bevor er eine künstliche Gelenkpfanne einsetzt. Das obere Ende des Oberschenkelknochens (Femur) wird ausgehöhlt, sodass ein Metallimplantat mit Kugel in den Knochen versenkt werden kann.
Je nach angewandtem Operationsverfahren kann die Länge der Einschnitte von 5 bis 25 cm variieren.
Im Allgemeinen können Sie damit rechnen, nach einem herkömmlichen Eingriff 10 bis 14 Tage im Krankenhaus zu verbringen. Hüftschmerzen verschwinden meist in den ersten Wochen darauf, aber es kann bis zu drei Monate dauern, ehe Sie Ihre alte Kraft wiedergewonnen haben.
Die Erfolgsquoten der herkömmlichen Operationen sind hervorragend. Weit über 95% der Patienten verzeichnen eine deutliche Verbesserung der Hüftfunktion und der Schmerzen.
Welche neuen Verfahren es gibt
In den letzten Jahren haben orthopädische Chirurgen der Mayo Clinic und anderer Einrichtungen Verfahren entwickelt, die den Körper weniger stark belasten. Einige Chirurgen kommen bei minimal-invasiven Eingriffen mit Hautschnitten aus, die nicht größer als 10 cm sind. Bei anderen Verfahren werden zwei Hautschnitte angelegt, die noch kürzer sind. Dadurch wird die Heilungszeit verkürzt und die alte Muskelkraft stellt sich schneller wieder ein.
Minimal-invasive Zugänge zum Hüftgelenk erlauben es dem Chirurgen, weniger Muskeln, Bänder und Sehnen zu durchtrennen.
Darüber hinaus unterstützen weitere Änderungen der Operation und der anschließenden Pflege diese Verfahren:
- Modifizierte Narkose – Zur Schmerzbehandlung können Beruhigungsmittel und örtliche Betäubung (regionaler Block) kombiniert werden, sodass die Gesamtmenge der Narkosemittel herabgesetzt wird, die sonst zu Verwirrung, Schwindel und Übelkeit führen können, was den Beginn der Krankengymnastik verzögert.
- Schneller zur Krankengymnastik – Mit der schnelleren Erholung von der Narkose können Sie noch am Tag der Operation mit den Übungen beginnen.
- Verbesserte postoperative Schmerztherapie – Die Verwendung von starken Schmerzmitteln wird minimiert.
Diese Verbesserungen können zusammen mit den neuen Operationsverfahren den Krankenhausaufenthalt auf 1 bis 3 Tage verkürzen. Chirurgen, die mehr auf die herkömmlichen Methoden setzen, haben beobachtet, dass ihre Patienten mithilfe der Veränderungen von Narkose, Schmerzbehandlung und Bewegungstraining ebenfalls das Krankenhaus schneller verlassen konnten.
Warum die Verfahren nicht für jeden Patienten geeignet sind
Da die minimal-invasiven Operationen zum Ersatz des Hüftgelenks noch relativ neu sind, gibt es noch keine Studien über Langzeitfolgen. Bislang sind die neuen Verfahren noch nicht überall verfügbar. Ihr Chirurg kann am besten beurteilen, ob Sie ein geeigneter Kandidat dafür sind. Gegen die neuen Verfahren kann es in Ihrem Falle sprechen, wenn bei Ihnen folgende Bedingungen vorliegen:
- eine deutliche Deformation der Hüftknochen,
- ein vollständig ausgekugeltes Gelenk,
- deutliches Übergewicht,
- vorherige Hüftoperationen.
Operationstechnisch sind die minimal-invasiven Eingriffe anspruchsvoller als die herkömmlichen Methoden.
Kleinere Einschnitte können den Blick auf das eigentliche Gelenk erschweren. Daneben gibt es mögliche Komplikationen, die mit den minimal-invasiven Techniken einhergehen wie Hüftverrenkung, Knochenbrüche sowie Nerven- und Gefäßschäden.
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