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Großzehenballen: Mit der Wahl des Schuhs setzen Sie den ersten Schritt

Im Verlauf der letzten Jahre hat sich an der Basis Ihrer großen Zehe ein richtiger Ballen gebildet. Dieser Großzehenballen ist so lästig, dass es Sie jedes Mal davor graut, Schuhe anzuziehen. Zum Glück können Sie einiges dazu beitragen, dass sich die Ballenbildung an Ihrem Fuß nicht weiter verschlechtert. Schon allein mit der richtigen Wahl beim Schuhkauf können Sie es Ihren Füßen bequemer machen. Häufig ist eine Operation gar nicht notwendig.

Eng gearbeitete Schuhe schieben die Zehen zusammen

Ein Großzehenballen ist ein anormaler Knochenvorsprung, der sich an der Basis der großen Zehe bildet. Er tritt dann auf, wenn die Stellung der Fußknochen nicht normal ist oder sie aus ihrer normalen Stellung herausgedrückt werden. Häufig wird dabei die große Zehe gegen die anderen Zehen gedrückt. Dadurch kann sich eine knöcherne Beule bilden, die wie eine seitliche Wucherung des Fußes im Bereich des Zehengelenks aussieht. Es kann sein, dass sich an der Basis Ihrer kleinen Zehe ein ähnliches Problem entwickelt.

Großzehenballen entwickeln sich über Jahre hinweg durch unnatürliche Bewegungen oder durch Druckausübung auf das Gelenk der großen Zehe. Sie können zudem durch vererbte Fußfehlstellungen wie Platt- oder Senkfuß und durch Schuhe, die nicht richtig passen, entstehen.

Großzehenballen sind nicht schmerzhaft. Jedoch können sich die flüssigkeitsgefüllten Schleimbeutel, die als Stoßdämpfer im Gelenk wirken, entzünden und dann Schmerzen verursachen. Mediziner nennen diese Schleimbeutelentzündung auch Bursitis. Wenn Schuhe, die im Bereich des Großzehenballens stramm sitzen und Druck auf diesen ausüben, kann auch das schmerzhaft sein. Wenn ein Großzehenballen von einer Arthritis (Gelenkentzündung) begleitet wird, dann tut den betroffenen Personen oft jede Zehenbewegung weh.

Auf der Suche nach dem richtigen Schuhwerk

Wenn Sie für Ihren Fuß den falschen Schuh wählen, kann das zu Problemen führen und zudem die bestehenden Probleme verschlimmern. Orientieren Sie sich beim Schuhkauf an den folgenden Richtlinien, damit Sie für Ihre Füße bequeme Schuhe finden:

  • Finden Sie die richtige Passform – Vergewissern Sie sich, dass die Schuhe die Zehen weder zusammendrängen noch drücken. Wählen Sie Schuhmodelle, die breit gearbeitet sind, und stellen Sie sicher, dass die Weite der Schuhe im Bereich des Großzehenballens Ihrem Fuß entspricht. Versichern Sie sich zudem, dass Sie immer etwas mehr als 1 Zentimeter Platz zwischen der Fußspitze Ihres längsten Zehs und der Schuhspitze haben. Tragen Sie keine Schuhe, die zu eng, zu schmal oder zu spitz sind.
  • Vermeiden Sie hohe Absätze – denn dadurch werden Ihre Zehen in die Schuhspitze gezwängt.
  • Dehnen Sie die Schuhe – damit die Zehen in engen Schuhen mehr Platz bekommen, gibt es Hilfsmittel und Sprays, mit denen Sie die Schuhe dehnen können. Lederschuhe sind in der Regel am besten formbar. Sie finden derartige Produkte bei Ihrem Schuster oder in Orthopädiefachgeschäften.

Großzehenballen: Wie können Sie das Übel behandeln?

Ein Großzehenballen geht nicht wieder von alleine weg. Sie können aber Ihre Schmerzen lindern und einer Verschlimmerung des Zustandes vorbeugen, indem Sie die Ursache der Störung beseitigen. Großzehenballen können häufig mit dem richtigen Schuhwerk und mittels einer oder mehrerer der folgenden Techniken erfolgreich behandelt werden:

  • Senkfußeinlagen – Nicht verschreibungspflichtige Schuheinlagen können dazu beitragen, dass Ihr Fuß sich nicht nach innen neigt und damit Schmerzen lindern. Eventuell brauchen Sie auch verschreibungspflichtige Einlagen.
  • Polsterung – Eine selbstklebende Polsterung oder ein nicht verschreibungspflichtiges Großzehenballenpolster können die Schmerzen minimieren. Das funktioniert allerdings nur bei leichten Verformungen. Bei stark ausgeprägten Ballen können die Polster zu einem stärkeren Zusammendrücken der Zehen führen und das eigentliche Problem sogar verschlimmern.
  • Eis – Wenn sich ein Ballen entzündet oder schmerzt, sollten Sie mehrmals täglich Eispackungen darauf legen, damit sich die Schwellung zurückbildet.
  • Medikamente – Ihr Arzt wird Ihnen vielleicht gegen die Schmerzen nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Paracetamol und NSAR (nichtsteroidale entzündungshemmende Schmerzmittel) wie Ibuprofen oder Naproxen verordnen.
  • Krankengymnastik – Eine Ultraschalltherapie oder Whirlpoolbäder können Linderung bringen.

Wenn Ihnen der Großzehenballen dauerhafte Schmerzen bereitet oder Ihre Bewegungen behindert, sollten Sie zum Arzt gehen. Akute Schmerzen und Schwellungen im Gelenk des großen Zehs können auf andere Probleme wie beispielsweise Gicht hindeuten.

Wie hilfreich kann eine Operation sein?

Im Allgemeinen ist es nicht notwendig, einen Großzehenballen zu operieren. Dennoch kann es für Sie persönlich die beste Behandlungsoption sein, wenn Sie an chronischen, wiederkehrenden Schmerzen leiden, die Ihr tägliches Leben beeinträchtigen und andere Behandlungsmethoden nicht helfen. Es gibt eine Reihe von Operationstechniken zur Behandlung von Großzehballen, aber keine von ihnen ist generell die beste Methode für jedes Problem.

Bei den meisten operativen Eingriffen wird der knöcherne Großzehenballen abgetragen. Dabei werden die betroffenen Knochen wieder in ihre normale Position gebracht und damit der straffe Zug des umgebenden Bindegewebes gemildert, der zu der Deformierung führt. Die Genesungszeit ist sehr unterschiedlich. Um ein Wiederauftreten des Problems zu verhindern, sollten Sie nach der Genesung auf das richtige Schuhwerk achten.

Die Ärzte der Mayo Clinic raten in der Regel so lange von einer Operation ab, bis die betroffenen Patienten ernsthafte Schmerzen haben oder ihre Beweglichkeit eingeschränkt wird.

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