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Der "gefürchtete" Ballenzeh – Alles rund um den Hallux Valgus

Die knöchernen Höcker am Grundgelenk des großen Zehs – Hallux valgus ist der medizinische Fachbegriff – können störend und manchmal schmerzhaft sein. Sie können so weh tun, dass das Tragen von Schuhen zur Qual wird: „In die Ecke damit!“, mag so manches Mal Ihr erster Gedanke sein, sobald Sie zur Tür hereinkommen.

Der Hallux valgus ist ein Gelenkverschleiß (Arthrose) des Großzehen-Grundgelenks, mit Abweichung der Großzehe nach außen. Das heißt, Ihr „dicker Zeh“ verschiebt sich immer mehr zu den kleineren Zehen hin. Im fortgeschrittenem Stadium kann sich Ihre Großzehe dann auch über oder unter andere Zehen legen: Es kommt zu einem „Überkreuzen“.

Darüber hinaus ist der Großzehballen oder auch Ballenzeh, wie der Hallux valgus auch genannt wird, die häufigste Fußfehlstellung und betrifft meistens Frauen mittleren Alters. Diese Fuß-Deformation ist im Allgemeinen keine schwerwiegende Erkrankung, wenn sie keine starken Schmerzen erzeugt.

Hallux valgus: Wenn der Schuh drückt

Ein vorstehender Großzehballen ist ein knöcherner Vorsprung am unteren Ende des Großzehs. Dieser Ballen am Zehengelenk entsteht dadurch, dass sich der 1. Mittelfußknochen von der Innenseite des Fußes zur Außenseite hin verschiebt. Dadurch winkelt knickt sich Die Großzehe in Richtung der kleinen Zehen bzw. zum Nachbarzeh, also dem 2. Zeh, hin ab und der Vorderfuß verbreitert sich.

Der Knochen und das Großzeh-Grundgelenk springen aus dem normalen Profil des Fußes vor und erzeugen so schließlich den vorspringenden Ballen. Die so veränderte Lasten-Verteilung sorgt dafür, dass auch der Mittelfuß beim Auftreten schmerzen kann. Im fortgeschrittenen Stadium kann er sich sogar über oder unter die Nachbarzehen schieben. Ein ausgeprägter Hallux valgus verursacht daher dauerhafte Schmerzen und muss behandelt werden.

Schmerzhaft wird es, wenn eine Entzündung entsteht

Normalerweise ist ein Hallux valgus nicht schmerzhaft – es sei denn, die Gleitschicht über dem Gelenk (Schleimbeutel, Bursa) entzündet sich (Schleimbeutel-Entzündung oder Bursitis). Vorstehende Großzehballen können auch zusammen mit Arthritis (Gelenk-Entzündung) auftreten. Dann ist die Beweglichkeit des Zehs eingeschränkt und schmerzhaft.

Solch eine Entzündung kann entstehen, wenn der Schuh am Fußballen reibt oder auf den Höcker drückt. Über dem Höcker kann sich eine harmlose Hautverdickung (eine sogenannte „Schwiele“) bilden. Ebenso kann zwischen Großzeh und 2. Zeh eine kleinere Fläche verdickter Haut entstehen. – Beides sind auch hier Ergebnisse des ständigen Drucks durch Schuhe.

Symptome des Hallux valgus

Eins der deutlichsten Symptome des Hallux valgus ist der gut sichtbare Ballen, der sich an der Innenseite des Fußes entwickelt. Je deutlicher der Ballen ausgeprägt ist, desto mehr scheuert er sich in den Schuhen wund. Er wird rot und entwickelt Hornhaut. Außerdem können sich, wie aufgezeigt, Schleimbeutel im Innern entzünden, sodass die Schmerzen dauerhaft werden.

Die Größe der vorstehenden Großzehballen variiert von minimalen Vorsprüngen bis zu größeren Höckern, die von Rötung und Schwellung begleitet werden. Einen ähnlichen Vorsprung gibt es auch am kleinen Zeh.

Hallux valgus: Ursachen und Entstehung

In den meisten Fällen liegt dem Hallux das jahrelange  Tragen von Schuhen,  die  zu klein  oder  zu eng, spitz zulaufend  sind oder  hohe Absätze  haben, zu Grunde.

Schlecht sitzende Schuhe zwingen die Zehen in eine unnatürliche Position und lassen eine gesunde Abroll-Bewegung des Fußes nicht zu. Solche Schuhe können den Großzeh nach außen rücken. Nach Jahren des Abdrängens kann sich der Zeh, wie beschrieben, langsam, aber dauerhaft zum nächsten Zeh hin wenden – ein vorstehender Großzehballen entsteht. Der Winkel kann dabei so groß sein, dass der Großzeh den 2. Zeh überlagern kann bzw. unter ihn verlagert wird.

Sind allein die Schuhe daran schuld?

Es sind aber nicht nur die Schuhe schuld am Ballenzeh; als Ursache kommen neben schlecht sitzendem Schuhwerk auch mehrere andere Faktoren in Frage:

  • So kann er z. B. erblich bedingt sein; vorstehende Großzehballen kommen also familiär gehäuft vor.
  • Auch durch eine entzündliche Gelenks-Erkrankung kann ein Hallux valgus entstehen.
  • Personen mit Spreiz-, Platt- oder Senkfüßen mit vermindertem Fußbogen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Frauen sind übrigens auch deswegen häufiger betroffen als Männer, weil sie weichere Bänder und ein elastischeres Bindegewebe haben. Bänder und Sehnen sorgen im Fuß dafür, dass das Fußgewölbe gehalten wird. Sind sie zu weich, gerät das Gleichgewicht aus den Fugen. Alle Faktoren, die das Bindegewebe schwächen, erhöhen damit auch das Risiko, einen Ballenzeh zu entwickeln. Dazu zählen z. B. Schwangerschaft, Übergewicht und verschiedene Medikamente.

Ballenzeh vorbeugen und behandeln

Ist die Fuß-Fehlstellung erst einmal fortgeschritten und verursacht dauerhaft Schmerzen, führt an einer OP kein Weg vorbei. Doch so weit muss man es gar nicht erst kommen lassen. Denn wenn Sie vorstehende Großzehballen haben, können Sie einiges tun, um einer Verschlechterung vorzubeugen:

  • Tägliche Fuß- und Zehen-Gymnastik kann helfen, so lange sich der Zeh noch in die Normalstellung zurück bringen lässt. Sie stärkt Muskeln und Sehen, die das Gefüge von Knochen im Fuß im Gleichgewicht halten.
  • Auch Polster (Pelotten), stützende Einlagen und eine Hallux-valgus-Schiene sind hilfreich, um den Schmerz zu lindern.
  • Vorbeugend und unterstützend sollten Sie so oft wie möglich barfuß laufen (am besten auf Naturböden wie Wiese oder Sandstrand).
  • Verzichten Sie auf Pumps, spitze wie enge Schuhe und Flip-Flops. Tragen Sie nur Schuhe, in denen die Zehen den nötigen Freiraum und Platz zum Abrollen haben (s. u.).
  • Spiral-Dynamik: Dabei handelt es sich um eine konservative Behandlung, bei der der optimale Bewegungs-Ablauf von einem Physiotherapeuten mit spezieller Ausbildung wiederhergestellt werden soll. Nach Begutachtung erhalten Sie speziell auf Ihren Fall abgestimmte Übungen, mit denen der schief stehende Zeh korrigiert wird. (Voraussetzung: Übungen regelmäßig durchführen und nicht-entzündliches Stadium des Hallux valgus).

Lässt sich der Zeh aber auch passiv nicht mehr in die Normalstellung zurück bringen und verursacht Entzündungen und Schmerzen, hilft nur noch eine Operation.

Hallux Valgus: OP nur bei starken Schmerzen

Eine Operation eine Hallux valgus ist im Allgemeinen nicht notwendig. Die Chirurgen der Mayo Clinic raten von der OP ab, solange der vorstehende Großzehballen keine starken Schmerzen verursacht. Eine solche OP ist nämlich – wie jede Operation – nicht ohne Risiko.

Wenn Sie jedoch unter chronischen, wiederkehrenden Schmerzen leiden, die Ihr tägliches Leben beeinträchtigen, und bereits andere Behandlungen versucht haben, kann eine OP Ihre beste Hilfe sein.

Es gibt verschiedene Methoden operativer Eingriffe für vorstehende Großzehballen. Sie müssen jeweils speziell auf den Patienten abgestimmt werden. Bei den meisten wird ein Stück des vorstehenden Knochens entfernt oder begradigt.

Je nach Operations-Technik können Sie entweder sofort wieder auf dem Fuß gehen oder es kann mehrere Wochen bzw. noch länger dauern, bevor Sie wieder normal laufen können. Um eine Wiederkehr der Symptome zu verhindern, sollten Sie nach der Genesung das geeignete Schuhwerk tragen.

Tragen Sie die richtigen Schuhe

Sie ist also nicht immer nötig, ein vorstehender Großzehballen verschwindet aber auch nicht ohne Operation. Sie können jedoch die Schmerzen lindern und einer weiteren Verschlechterung vorbeugen, indem Sie die Quellen weiterer Reizungen eliminieren und auf das richtige Schuhwerk setzen:

  • Kaufen Sie Schuhe mit genügend Platz für die Zehen; vorzugsweise weiche, nachgiebige Schuhe mit breitem Fußbett. Bereits vorhandene Schuhe können Sie bei Ihrem Schuster weiten lassen, um Platz für geringgradig ausgeprägte vorstehende Großzehballen zu schaffen. Für größere Deformationen sind Spezialschuhe erhältlich.
  • Kaufen Sie einfache Schuheinlagen mit Längs- oder Quergewölben. Sie können die Schmerzen damit lindern und gleichzeitig ein weiteres Einknicken des Fußes nach innen (Pronation) verhindern. Denn das kann zum Entstehen eines vorstehenden Großzehballens beitragen.
  • Plazieren Sie ein selbsthaftendes Zehenpolster auf dem vorstehenden Großzehballen. Dies hilft, den Druck des Schuhs zu verteilen und die Reibung zu mindern. Achten Sie darauf, dass das Polster den Schuh nicht zu eng werden lässt.
  • Legen Sie 2- bis 3-mal täglich für 10 Min. Eis auf das wunde Gelenk (nicht geeignet bei Durchblutungs-Störungen!). Sie können es auch mit Schmerzmitteln versuchen.
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