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Gut zu Fuß: Wie Ihre Füße trotz Sommerhitze fit und belastbar bleiben

von Inga-Maria Richberg, Chefredakteurin von „Natur und Gesundheit“

Wenn sich unsere Vorfahren eine Blase gelaufen hatten, pflückten sie einfach ein Wegerichblatt und legten es sich ins Schuhwerk. Auch heute können Sie bei Fußbeschwerden auf ein großes Angebot an pflanzlichen Extrakten vertrauen. Denn nicht nur ausgedehnte Wanderungen, auch die derzeitige Sommerhitze stellt eine große Belastung für unsere „Gehwerkzeuge“ dar.

Unsere Füße leisten täglich Schwerstarbeit, denn sie tragen auf ihrer kleinen Grundfläche von ca. 40 cm2 unser gesamtes Körpergewicht. Wenn wir sie nicht gut behandeln, bringen sie sich mit schmerzhaften Beschwerden in Erinnerung.

Das sind die häufigsten Fußbeschwerden:

– Hornhautverdickung und Hühneraugen

– rissige, trockene Haut

– Fußschweiß

– Blasen

– Fuß- und Nagelpilz

– Ballenzeh (Hallux valgus)

Das A und O der Fußpflege ist das tägliche Waschen. Milde, ph-neutrale und rückfettende Seifen beugen der Austrocknung vor. Trocknen Sie die Zwischenräume zwischen Ihren Zehen sorgfältig ab, damit Fußpilzerreger keine Chance haben. Cremen Sie anschließend Ihre Füße ein, um die Haut geschmeidig zu halten. In der Drogerie finden Sie ein großes Angebot an Fußcremes für die verschiedensten Hauttypen.

Fast alle Fußbeschwerden werden durch falsche Schuhe verursacht oder verschlimmert. Deshalb sollten Sie zunächst Ihren Schuhschrank kritisch durchmustern: Entsprechen Ihre Schuhe wirklich den folgenden Anforderungen? Wenn nicht, trennen Sie sich von ihnen. Nicht nur Ihre Füße, sondern auch Ihre Knie- und Hüftgelenke, die Fehlbelastungen durch unpassende Schuhe ausgleichen müssen, werden es Ihnen danken.

Diese Bedingungen sollten Ihre Schuhe erfüllen:

– Im Stehen sollte Ihre Großzehe nach vorn noch etwa 1 cm Platz haben.

– Der Schuh sollte vorn so weit sein, dass die Zehen nebeneinander liegen und auch nach oben frei beweglich sind.

– Absätze über 4 cm Höhe verlagern zu viel Körpergewicht auf den Fußballen, pressen die Zehen zusammen und verkürzen die Achillessehne.

– Die Schuhsohle sollte elastisch sein, damit Ihr Fuß richtig abrollen kann.

– Wählen Sie stets Schuhe mit einem Fußbett, das Ihre natürliche Fußform stützt.

– Kaufen Sie Schuhe erst am Nachmittag, weil sich die Füße im Lauf des Tages etwas verbreitern und leicht anschwellen.

Die häufigste Fehlstellung durch zu enge und zu spitze Schuhe ist der Ballenzeh (Hallux valgus). Dabei wird die große Zehe über die anderen Zehen gedrückt, wobei sich der Ballen stark vorwölbt und schmerzt. Im Frühstadium helfen eine seitliche Ausweitung des Schuhs sowie Filzeinlagen zwischen der ersten und zweiten Zehe. Später wird eine Operation unvermeidbar sein.

Hühneraugen sind Hornhautverdickungen an Hautpartien, die einen Knochen überziehen. Sie entstehen durch Druck. Hühneraugen können durch Salicylpflaster (aus der Drogerie), die die Hornhaut auflösen, entfernt werden. Anschließend sollten Sie die gefährdeten Stellen unbedingt durch spezielle Pflaster (aus der Drogerie) schützen. Wenn Sie gerade im Sommer häufig unter müden, geschwollenen oder schmerzenden Füßen leiden, sollten Sie täglich kühlende und stärkende Fußbäder machen, z. B. mit Pfefferminze

Bei starker und/oder rissiger Hornhaut, häufig auftretenden Hühneraugen und übermäßiger Schweißbildung empfehlen wir Ihnen, die äußerliche Pflege Ihrer Füße durch eine innerliche Behandlung mit homöopathischen Mitteln zu unterstützen.

Bei Fußschweiß und Hornhaut hilft Homöopathie:

– schuppige, eingerissene Hornhaut, starke Schmerzen beim Auftreten: Antimonium crudum D 6

-_ stark eingerissene Hornhaut, meist an den Fersen, mit intensivem, unangenehm riechendem Fußschweiß: Arundo D 6

– tief eingerissene Hornhaut, besonders an der Ferse, unangenehmer Fußschweiß bei ständig kalten Füßen: Silicea D 12

– schmerzhafte, wunde oder brennende Hühneraugen bei starker Hornhautbildung: Ranunculus bulbosus D 6

Nehmen Sie 3-mal täglich 1 Tablette oder 5 Streukügelchen über 4 bis 6 Wochen ein, bis sich Ihre Beschwerden spürbar gebessert haben.

Blasen entstehen ebenfalls durch Druck und Reibung, besonders bei neuen Schuhen, die erst „eingetragen“ werden müssen. Auch starke Belastungen durch Hitze und ausgedehnte Wanderungen machen die Füße anfällig für eine Blasenbildung. Gerade bei neuen Schuhen empfehlen sich die Blasenschutzpflaster, die Sie für wenige Euro in Drogerien oder Apotheken erhalten. Und falls sich trotzdem einmal eine Blase gebildet hat: Entfernen Sie niemals die Haut über der Blase, denn sie ist ein perfekter Schutz vor Keimen. Die Flüssigkeit aus großen Blasen entfernen Sie, indem sie mit einer Nadel, die Sie vorher kurz über einer Flamme sterilisieren, in die Blasenhaut stechen. Ein Meersalz-Lavendel-Fußbad unterstützt die Heilung. Wenn Sie Diabetiker sind, sollten Sie die Fußpflege einem medizinischen Fußpfleger überlassen, da schon kleinste Verletzungen bei der Pflege zu schwerwiegenden Entzündungen führen können. Die Kosten übernimmt Ihre Krankenkasse.

Unsere Füße sind auch sehr sensible Reizüberträger. Mit einfachen Massagetechniken können Sie selbst Verspannungen der Fußmuskulatur lösen, die Durchblutung Ihrer Füße verbessern und Ihr allgemeines Wohlbefinden steigern. Probieren Sie einmal eine der folgenden einfachen Techniken aus, Sie werden überrascht sein! Eine perfekte Methode ist die Igelball-Massage (je nach Größe 5 bis 9 € in Sport- und Sanitätshäusern). Hierzu rollen Sie Ihre Fußsohlen mit langsam zunehmendem Druck ca. 5 Minuten lang auf einem Plastikball, der kräftige lange Noppen trägt. Sie können aber auch einen großen glatten Ball dazu nehmen.

Mit Knetungen können Sie Verkrampfungen lösen: Kneten Sie zunächst Ihre Fußsohlen und dann Ihre Zehen kräftig mit beiden Händen durch. Streichen Sie zum Abschluss mehrmals mit der Oberseite Ihrer Faust von den Zehen zur Ferse. Auch Massagesandalen mit Noppen können Ihre Füße aktivieren (ca. 15 € in Sport- und Sanitätshäusern). Tragen Sie diese Sandalen anfangs nur einige Minuten und steigern Sie sich auf maximal 1 Stunde am Tag, um Überreizungen der Fußnerven und Wundwerden zu vermeiden. Versuchen Sie außerdem, möglichst eine Stunde am Tag barfuß zu laufen, am besten auf Gras, durch Sand oder auch in der Wohnung, um Ihre Fußmuskulatur zu stärken. Ständiges Barfußlaufen oder gar -joggen ist aber nicht empfehlenswert, weil dies Ihr Fußgewölbe überlastet. Mehr zum Thema lesen Sie auch hier:

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