Gelenkprothesen: Operation und Genesung
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Bei einem Hüftgelenkersatz wird der Chirurg einen Schnitt an der Außenseite der Hüfte machen, um dann die Muskeln soweit zur Seite zu schieben, bis der Knochen sichtbar ist. Der Oberschenkelkopf wird oben aus seiner Gelenkpfanne gezogen und oben abgesägt. Anschließend wird die Höhlung in der Hüfte vergrößert und so bearbeitet, dass sie die künstliche Gelenkpfanne aufnehmen kann.
Der Schaft Ihrer Prothese wird bis zu einer geeigneten Tiefe in Ihren Oberschenkelknochen eingearbeitet, um das Implantat dort zu verankern. Dann werden die beiden Teile der Prothese ineinandergefügt.
Bei einem Knie-Ersatz muss der Chirurg nicht nur ein künstliches Gelenk zwischen Ober- und Unterschenkel einsetzen. Er muss auch sicherstellen, dass die Bänder nicht zu fest und nicht zu locker sitzen. Das erfordert manchmal spezielle Implantate bei bestimmten Bandschäden.
Eine Hüftgelenkoperation dauert meist zwischen 1 und 2 Stunden. Die Implantation anderer Gelenkarten kann mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen, da jeder Fall seine Eigenarten hat und die notwendigen Korrekturen sehr zeitaufwendig sein können.
Kurz nach der Operation beginnt bereits die Physiotherapie
Die Dauer Ihres Krankenhausaufenthaltes hängt von verschiedenen Faktoren ab wie der Art des Implantats, Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand sowie eventuell auftretenden Komplikationen.
Zwischen 1960 und 1970 mussten Patienten nach einer Hüftgelenkoperation 3 bis 4 Wochen im Krankenhaus bleiben. Heutzutage beginnt die Physiotherapie kurz nach dem Ein griff, sodass sich der Klinikaufenthalt verkürzt hat. Die durchschnittliche Verweildauer nach Hüft- und Knie Operationen beträgt in Deutschland etwa 2,5 Wochen.
Zunächst werden Sie vielleicht mit Gehstützen, einem Gehwagen oder einem Rollator gehen. Das frisch ausgetauschte Gelenk kann vorübergehend schmerzen, da die Muskeln noch zu schwach sind und das umliegende Gewebe erst verheilen muss.
Ein Krankengymnast wird Ihnen zeigen, wie Sie Ihr neues Gelenk benutzen und schützen. Übungen sind ein wichtiger Teil der Genesung. Dadurch verbessern Sie die Beweglichkeit Ihres neuen Gelenks, stärken die dazugehörigen Muskeln, verringern Schmerzen und gewinnen an Mobilität.
Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wann Sie Ihr Alltagsleben wieder aufnehmen können. Arzt und Krankengymnast werden Ihnen auch beibringen, welche Bewegungen es zu vermeiden gilt.
Bei einem Gelenkersatz kann es einige Monate bis zu 1 Jahr dauern, bis die Knochen und Muskeln vollständig verheilt sind und Sie Ihre Kraft und Beweglichkeit wiedererlangt haben. Aber viele Patienten haben bereits zu Beginn der Genesung weniger Schmerzen und Schwellungen, sodass die Bewegungen schon innerhalb weniger Wochen nach der Operation leichter werden.
Selbst mit einer erfolgreichen Implantation werden Sie vielleicht starke Belastungen wie Dauerlauf vermeiden müssen. Je nachdem, welches Gelenk ersetzt wurde, können Sie jedoch meist in ein aktives Leben zurückkehren: mit Wandern, Tanzen, Golfen, Schwimmen und Fahrrad fahren.