Gelenkprothesen: Komplikationen
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Außer den üblichen Operations- und Narkose-Risiken können folgende Komplikationen beim Gelenkersatz auftreten:
- Infektionen – Sie können in der Schnittwunde oder in Gelenknähe auftreten. Es kann im Krankenhaus, später zuhause oder sogar erst Jahre danach passieren. Schwer wiegende oder tief liegende Infektionen können eine zweite Operation und den Austausch Ihrer Prothese erfordern.
- Thrombosen – Sie können viele Ursachen haben, unter anderem eine unregelmäßige Durchblutung der Beinvenen auf Grund geringer Bewegung. Deshalb wird Ihr Arzt Ihnen dazu raten, dass Sie möglichst schnell aufstehen und laufen.
Um das Thromboserisiko zu verringern, wird Ihr Arzt eine Reihe von Maßnahmen wie blutverdünnende Medikamente, Kompressionsstrümpfe oder gymnastische Übungen vorschlagen, damit die Beinmuskulatur besser durchblutet wird. Eine andere, derzeit in Deutschland noch kaum eingesetzte Möglichkeit sind aufblasbare Beinkissen, die die Beinmuskeln zusammenpressen.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen können Blutgerinnsel auftreten und lebensbedrohlich werden, wenn sie sich lösen und in die Lunge wandern (Embolie). Falls Sie nach einer Hüftoder Knieoperation eine deutliche Schwellung mit Rötung und Schmerzen entwickeln, sprechen Sie Ihren Arzt an.
- Lockerung – Nach der Operation kann sich die Prothese im Knochen lockern, wenn der Knochenzement versagt oder der Knochen nicht richtig in das Implantat einwachsen kann.
Das kann Schmerzen verursachen oder den umliegenden Knochen schädigen, sodass Ihre Prothese ausgetauscht werden muss.
- Ausrenkung – Gelegentlich renken sich Patienten nach einer Hüftgelenk-Operation das Implantat aus. Diesen Zustand kann man gewöhnlich ohne Operation wieder beheben. Danach muss der Patient eventuell eine Bandage tragen. Zu einer Ausrenkung kommt es vor allem nach komplizierten Eingriffen.
- Verschleiß – Geringe Abnutzungen der Prothesenoberfläche sind zu erwarten. Übermäßiger Verschleiß kann jedoch eine erneute Operation nötig machen. Die Abnutzung der Prothesenoberfläche führt manchmal zu einer Verteilung von feinen Partikeln des künstlichen Materials im benachbarten Gewebe.
Diese Partikel können Knochenschwund verursachen – selbst ohne Schmerzen. Der Abrieb kann nur mit bildgebenden Verfahren wie Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht werden.
- Prothesenbruch – Moderne Implantate brechen selten. Wenn es aber passiert, wird meist eine weitere Operation erforderlich.
- Verletzte Nerven – Angrenzende Nerven werden manchmal während des Gelenkersatzes beschädigt, wenn sie überstreckt oder gereizt werden. Häufig steht die Nervenverletzung im Zusammenhang mit der Korrektur eines deformierten Gelenks oder der Verlängerung einer Extremität auf Grund von Verformung durch Arthrose. Die Nervenverletzung kann sich verbessern oder mit der Zeit sogar vollständig verheilen.