Gelenkprothesen: Für jede Aufgabe das richtige Gelenk
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Die unterschiedlich geformten Gelenke stellen die Chirurgen vor verschiedenartige Herausforderungen. Einige Ihrer Gelenke tragen trotz ihrer geringen Größe sehr große Lasten. Daher ist die Belastung, die auf ein entsprechendes Implantat einwirkt, auch sehr groß.
Es ist schwierig, künstliche Gelenke zu entwickeln, die den immer wiederkehrenden Kräften widerstehen und sich nicht lockern – beispielsweise, wenn Sie schwere Gegenstände mit den Armen tragen oder sich drehen müssen, um diese fortzubewegen. Ihre Gelenke und deren Aufgaben sind sehr unterschiedlich:
- Hüfte – Dieses Gelenk ist dafür ausgelegt, Gewichte zu tragen. Es ist das größte Kugelgelenk Ihres Körpers. Die Kugel ist der Kopf Ihres Oberschenkelknochens (Femur). Ein Großteil der Stabilität des Hüftgelenks beruht auf der tiefen Verankerung in einer Gelenkpfanne, dem Acetabulum, sowie den Bändern und Muskeln.
Ihre Hüfte lässt eine Vielzahl an Bewegungen zu. Dazu gehört vor allem das Beugen (Flexion), Strecken (Extension), Spreizen (Abduktion) und Zusammenführen (Adduktion) Ihrer Beine.
- Knie – Das Knie ist die Stelle, an der Ihr Oberschenkelknochen und Ihr Schienbein (Tibia) zusammenkommen. Diese Knochen sind durch Knorpel getrennt, die als Stoßdämpfer fungieren. Davor befindet sich die Kniescheibe (Patella). Sie wird durch Bänder fixiert und bewegt sich in einer Gleitbahn.
Die Stabilität und Funktion des Kniegelenks wird überwiegend durch Muskeln und Bänder gewährleistet. Zu den wichtigsten Muskeln gehört der Quadrizeps (vorderer Oberschenkelmuskel) und der zweiköpfige Oberschenkelmuskel (hinterer Oberschenkelmuskel). Die Hauptbewegungen Ihres Knies sind Beugen und Strecken.
- Sprunggelenk – Dieser Gelenkübergang ist eine besondere Herausforderung für den Gelenkkonstrukteur, da die umgebenden Weichteile essentiell für seine Funktion sind. Verbesserungen in der Implantat-Entwicklung und das Wissen über die Rolle der Weichteile haben die Möglichkeiten verbessert, auch dieses Gelenk zu ersetzen.
Trotzdem ziehen viele Ärzte die Sprunggelenksoperation einem Implantat vor. Bei dieser Operation entfernen die Chirurgen eine dünne Gewebsschicht und fügen zwei Knochenenden zusammen.
Die Knochen verwachsen zu einer dauerhaften Verbindung. Nach der Heilung hat das Gelenk zwar an Beweglichkeit verloren, kann aber stärker belastet werden.
- Schulter – Die Schulter ist ein Kugelgelenk, das besser beweglich ist als alle anderen Gelenke. Der Großteil des Bewegungsumfangs findet zwischen dem Kopf des Oberarmknochens (Humerus) und der Gelenkpfanne des Schulterblattes (Skapula) statt.
Die Totalendoprothese der Schulter kann auch dann noch zufriedenstellend sein, wenn nur zwei Drittel der ursprünglichen Beweglichkeit wiederhergestellt werden. Jedoch kann die Rehabilitation länger als bei anderen Gelenkoperationen dauern.
- Ellbogen – Er besteht aus zwei Gelenkabschnitten – dem so genannten ulnohumeralen und dem radioulnaren Anteil. Das untere Ende Ihres Oberarmknochens und der größere der beiden Unterarmknochen (Elle) bilden ein Scharnier, das die Beugung Ihres Armes erlaubt.
Der kleine Unterarmknochen (Speicher), der auf der Daumenseite liegt, und die Elle sind Teile eines Gelenks, das eine Rotation des Unterarmes ermöglicht, sodass Sie Ihre Handfläche nach oben und unten drehen können.
- Hand und Handknöchel – Diese Gelenke werden nicht so häufig ersetzt wie Hüfte oder Knie. Zum Teil auch deshalb, weil die Gelenke klein und komplex aufgebaut sind, und weil die Funktion stark an die umliegenden Weichteile gebunden ist. Selbst wenn Ihr Implantat richtig arbeitet, kann es passieren, dass das gesamte Gelenk nicht gut funktioniert und sich sogar verschiebt, wenn andere Abnormitäten auftreten.
Da konventionelle Verfahren wie Versteifung und Sehneneingriffe meist bessere Resultate liefern, behalten sich die Chirurgen den Gelenkersatz nur für schwer wiegende Schädigungen und Deformationen vor.