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Verspannungen der Schultermuskulatur: Bei höllischen Schmerzen hilft Bewegung

Das Schultergelenk ist das beweglichste, aber auch zugleich empfindlichste Gelenk unseres Körpers. Schon eine kurze einseitige Überlastung bei der Hausarbeit reicht, um seine Muskelhalterung zu schädigen und uns höllische Schmerzen zu bereiten. Dann halten wir die Schulter ganz ruhig und möchten sie am liebsten in eine Schlinge legen. Warum das jedoch meistens grundfalsch ist und warum Sie bei verspannten Schultern möglichst schnell mit leichter Bewegung beginnen sollten, erläutern wir Ihnen in diesem Beitrag.

Die Muskeln tragen die Hauptlast des Schultergelenks

Die hohe Beweglichkeit des Schultergelenks, die z. B. das Armkreisen ermöglicht, kommt durch die sehr flache Gelenkpfanne zustande. Damit ist das Gelenk in etwa so stabil wie eine Tasse auf einer Untertasse. Nur die Gelenkkapsel und v. a. die Muskeln halten es in seiner Position. Sie reagieren daher sehr empfindlich auf Fehlbelastungen. Häufig muss die Schultermuskulatur auch Fehlstellungen der unteren Hals- und der Brustwirbelsäule ausgleichen, ausgleichen, was ebenfalls zu schmerzhaften Verspannungen führt. Die Schmerzen können bis in den Arm und die Hand ausstrahlen bzw. dort zu Kribbel- und Taubheitsgefühlen führen. Die Medizin spricht dann von einem Schulter-Arm-Syndrom. Es tritt meist einseitig auf.

Das führt zu Verspannungen der Schultermuskulatur:

  • einseitige Belastungen, Fehlstellungen der Wirbelsäule, Zugluft, falsches Liegen und Stress
  • Muskelfaserrisse durch extreme Belastungen, etwa schweres Heben, aber häufig auch durch Sport (z. B. Kraftsport, Tennis)
  • Arthrose
  • Entzündungen der Gelenkkapsel mit nachfolgender Verkalkung

Unabhängig von den Ursachen führen die Verspannungen sehr schnell in einen Teufelskreis: Aufgrund der Schmerzen nehmen wir eine Schonhaltung ein bzw. ziehen die kranke Schulter oft etwas hoch. Dadurch wird erneut ein unnatürlicher Zug auf die Halterung des Gelenks und die Wirbelsäule ausgeübt: Die Schmerzen nehmen zu, die Schonhaltung wird stärker. Innerhalb kurzer Zeit treten die Schmerzen auch in Ruhe und im Liegen auf. Außerdem droht das Gelenk zu versteifen.

Nehmen Sie die Schmerzen niemals auf die „leichte Schulter“

An Schulterbeschwerden sollten Sie nicht lange selbst herumdoktern. Denn ist erst einmal das Gelenk beschädigt, bleibt es oft lebenslang anfällig. Wenn Ihre Verspannungsschmerzen trotz Anwendung von Wärme (z. B. Rotlicht) nicht innerhalb von drei Tagen nachlassen oder sogar zunehmen, müssen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Nach Verletzungen, bei akuten Entzündungen mit Heißwerden des Gelenks oder seiner Umgebung sowie bei Gefühlsausfällen in Armen und Händen sollten Sie sofort ärztliche Hilfe suchen.

Unser Rat: Wählen Sie einen Arzt, der eine Zusatzausbildung in manueller Medizin bzw. Chirotherapie hat. Denn diese Ärzte berücksichtigen auch die „biomechanischen“ Beziehungen zwischen Wirbelsäule und Schultern, die häufig gestört sind. Neben einer höchstens kurzzeitigen Schonung wird Ihnen der Arzt eine ganz auf Ihr spezielles Problem zugeschnittene Krankengymnastik und eventuell ein Schmerzmittel verordnen. Auch homöopathische Salben wie z. B. Traumeel®-, Zeel®- oder Kytta®-Salbe (erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke) sowie Akupunktur und Neuraltherapie lindern die Schmerzen. Das ist wichtig, denn die Gymnastik, die Sie zunächst bei einem Physiotherapeuten erlernen, kann anfangs recht schmerzhaft sein. Halten Sie bitte durch und üben Sie auch später zu Hause weiter. Denn bei der Schulter gilt ganz besonders: Wer rastet, der rostet – ohne Bewegung wird Ihre verspannte Schulter mit Sicherheit langsam steif, weil sich die ungebrauchten Muskeln verkürzen. Überdies lagert sich dann häufig auch noch Kalk im Gelenk und seiner Umgebung ab.

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