MenüMenü

Coralcare – Ein Wundermittel für Ihre Gelenke?

Coralcare ist momentan in aller Munde. Das Nahrungsergänzungs-Präparat gilt als Wundermittel, das v. a. bei Arthrose und anderen Gelenk-Beschwerden helfen soll. Doch was steckt hinter diesem ­Pülverchen, das Sie nicht nur im Internet, sondern auch in Reformhäusern und Apotheken kaufen können?

Eine Tablette neben einem Wasserglas© rupbilder - Fotolia

Es soll helfen gegen:

  • Alterungs-Beschwerden,
  • Osteoporose,
  • Übersäuerung,
  • Bluthochdruck
  • und Gelenk-Probleme.

Die Bandbreite der Wirksamkeit von Coralcare ist groß – und die Versprechen klingen gut. Allerdings ist das Mittel kein Schnäppchen, müssen Sie für eine 2-Monats-Packung Coralcare doch rund 80 € bezahlen – sicherlich gut angelegtes Geld, wenn das Mittel hilft. Doch tut es das tatsächlich?

Was ist dran am ionisierten Kalzium?

Coralcare besteht aus Kalzium, das  aus Korallen-Bänken gewonnen wird. Die Werbung spricht dabei von „ionisiertem Kalzium“. Das ist ein Begriff, der „wichtig“ klingt – es muss sich dabei also scheinbar um etwas Besonderes handeln.

Dabei verbirgt sich hinter ionisiertem Kalzium nichts anderes als in Wasser gelös­tes Kalzium. Das gleiche Ergebnis erhalten Sie auch, wenn Sie ein Stück Kreide in Wasser auflösen.

Ein Wundermittel ist Coralcare also  nicht, sondern einfach nur ein  Kalzium-Pulver.

Die Coralcare-Gewinnung führt zu großen Umwelt-Schäden

Ein Nebeneffekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf, wenn es um Coralcare geht, ist seine fragwürdige Gewinnung. Es handelt sich nämlich, so der Hersteller, um Korallenpulver, das aus Korallen-Bänken gewonnen wird.

Das könnte natürlich schonend geschehen. Aber für die Gewinnung von Coralcare wird ein Gerät eingesetzt, das Sie am besten mit einem Staubsauger vergleichen können.

Gravierende Schäden an den Korallenriffen, die zu den besonders sensiblen Ökosystemen gehören, sind die Folge – und das für ein Präparat, dessen Wirkung keine andere ist als die eines ganz normalen Kalzium-Pulvers, das Sie in jeder Apotheke bekommen.

Gesundheitsgefährdende Überdosierung droht!

Ein Problem bei der Einnahme von Coralcare ist die Kalzium-Menge, die Sie zu sich nehmen. Ich empfehle meinen Patienten eine Tagesdosis von 1.000 bis 1.200 mg. Von Coralcare sollen Sie aber täglich 1.500 mg zu sich nehmen, also 1,5 g!

Das kann auf Dauer gefährlich für Sie werden. Denn zu viel Kalzium ist nicht harmlos. Vielmehr  regt eine solche Überdosierung laut Forschern des Uniklinikums Leipzig das Inflammosom an. Hierbei handelt es sich um Proteine, die Entzündungen regeln.

Diese Entzündungen sind eigentlich verantwortlich dafür, Infektionen zu verhindern. Sind sie aber dauerhaft im Körper vorhanden, können Diabetes, Rheuma oder Tumore die Folge sein.

Außerdem kann es kommen zu:

  • Fettleibigkeit,
  • Gefäß-Erkrankungen,
  • veränderten Herzgefäßen
  • oder Nierensteinen.

Warum Sie Coralcare nicht brauchen

Meiner Meinung nach können Sie auf Coralcare gut verzichten. Es handelt sich dabei um  nichts anderes als Kalzium.

Ob es aus Korallen gewonnen wird oder ob Sie ein gewöhnliches Kalzium-Pulver einnehmen, macht keinen Unterschied in der Wirksamkeit – nur in Ihrem Geldbeutel.

Denn Letzteres ist viel preiswerter, aber nicht weniger wirksam. Einen Kalzium-Mangel können Sie mit solchen preiswerten Mitteln ebenfalls ausgleichen.

Eine Arthrose können Sie jedoch mit beidem nicht heilen, da es sich hierbei um eine degenerative Erkrankung handelt, die nicht heilbar ist.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Orthopädie erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!