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Fersenschmerzen durch Entzündung der Plantarfaszie

Den ersten Schritt morgens beim Aufstehen spüren Sie überdeutlich: Fersenschmerzen! Es kommt Ihnen vor, als ob Ihnen jemand mit einem Messer in die Fußsohlen gestochen hätte. Nachdem Sie einige Minuten umhergegangen sind, verschwindet der Schmerz langsam.

Fersenschmerzen: Die Plantarfasziitis

Fersenschmerz ist selten etwas Ernstes, aber störend. Obwohl er von einem eingeklemmten Nerv oder einer chronischen Erkrankung wie Arthritis oder Schleimbeutelentzündung (Bursitis) herrühren kann, handelt es sich wahrscheinlich um eine Plantarfasziitis.

Plantarfasziitis bezeichnet die Entzündung der Plantarfaszie. Dies ist das Fasergewebe, das entlang der Fußsohle am Fersenbein (Calcaneus) und den Zehen befestigt ist. Diese Plantarfaszie verspannt das Fußgewölbe und schützt es vor dem Einsinken. Mit einfachen Mitteln lassen sich Entzündung und Schmerz mildern. Aber erwarten Sie keine schnellen Erfolge. Es dauert sechs Monate oder länger bis sich Ihre Ferse erholt.

Überdehnung

Durch Abflachung des Fußgewölbes oder Überbeanspruchung überdehnt sich die Plantarfaszie und übt Zug auf das Fersenbein aus. Dies hat mikroskopisch feine Risse in der Plantarfaszie, eine Entzündung und bohrende Schmerzen bzw. ein brennendes Gefühl zur Folge. Der Schmerz entwickelt sich in den meisten Fällen allmählich, aber er kann auch plötzlich und stark auftreten. Er neigt dazu, morgens im steifen Zustand der Plantarfaszie stärker auszufallen. Obwohl beide Füße betroffen sein können, tritt er in der Regel in einem Fuß auf.

Der Schmerz verschwindet im Allgemeinen, wenn der Fuß beweglicher wird. Er kehrt unter Umständen wieder, wenn Sie längere Zeit stehen oder sitzen. Treppen steigen oder auf den Zehenspitzen stehen ruft möglicherweise ebenso Schmerz hervor. In schweren Fällen schmerzt der Fuß immer, wenn Druck auf ihm lastet. Das erschwert das Gehen. Es kann sich auch ein Sporn am Fersenbein bilden. In den meisten Fällen verhält sich dieser schmerzlos.

Risikofaktoren für Fersenschmerzen

  • Alter – Diese Entzündung betrifft potentiell Personen aller Altersgruppen. Mit zunehmendem Alter büßt die Plantarfaszie ihre Elastizität ein und dehnt sich nicht mehr so gut. Zusätzlich schrumpft das die Ferse umhüllende Fettpolster und seine Fähigkeit, Stöße bei Belastung des Fußes abzufedern. Das führt zu einer zusätzlichen Belastung der Ferse und der angrenzenden Gewebe.
  • Aktivitäten mit erhöhter Gewichtsbelastung – Zügiges Gehen („Walking“), Joggen, schweres Heben und längeres Stehen belastet Ihre Füße zusätzlich. Üben Sie diese Aktivitäten regelmäßig aus, strapaziert das die Plantarfaszie. Die Entzündung tritt auch ein, wenn Sie sich wenig bewegen und dann in eine mit Gewichtsbelastung verbundene Aktivität stürzen. Dazu zählt beispielsweise Golf oder ungewohnt lange Wanderungen im Urlaub.
  • Schuhwerk – Schuhe mit dünnen Sohlen, mit wenig Unterstützung für das Fußgewölbe, die an der Ferse zu weit sind, denen der „Stoßdämpfer” fehlt oder die abgetragen sind, schädigen Ihre Füße. Darüber hinaus verkürzt das regelmäßige Tragen von hohen Absätzen (mehr als 5 cm) die am Fersenbein befestigte Achillessehne und verhärtet die Wadenmuskulatur. Dieses bedeutet eine vermehrte Belastung für die Ferse, wenn Sie zu flacheren Schuhen wechseln.
  • Körpergewicht – Übergewicht verstärkt den Druck auf den Füßen.
  • biomechanische Mängel – Plattfuß, Hohlfuß oder Gangstörungen behindern die gleichmäßige Gewichtsverteilung beim Gehen oder Rennen. Das strapaziert die Plantarfaszie.

Wann kommt eine Behandlung in Frage?

Die Behandlung zielt darauf ab, die Risse der Plantarfaszie zu heilen, die Entzündung einzudämmen sowie deren Wiederauftreten zu verhüten. Auch wenn Sie den langsamen Heilungsprozess als frustrierend empfinden, spielt Geduld eine wichtige Rolle.

Es gibt mehrere Maßnahmen zur Linderung der Entzündung. Falls diese sich als nicht wirksam erweisen oder wenn Sie annehmen, dass die Ursache eine Fußdeformität ist, suchen Sie Ihren Arzt auf.

Therapiemöglichkeiten

  • maßgefertigte orthopädische Hilfsmittel – Wenn Sie an einer Fußdeformität leiden, gleicht eine maßgefertigte Einlage eines Spezialisten die Verformung aus und verteilt den Druck auf die Füße gleichmäßiger.
  • Schienen für die Nacht – Im Schlaf entspannt sich die Plantarfaszie und in dieser Position setzt eine Heilung ein. Die tägliche Belastung durch das Körpergewicht hat zur Folge, dass Überdehnung und Risse im Gewebe erneut auftreten. Eine nachts getragene Schiene hält eine gewisse Spannung des Gewebes aufrecht, sodass es in einer gedehnten Stellung abheilt. Diese Methode empfiehlt man in den USA.
  • Ultraschall – Tiefenwärme fördert die Durchblutung und die Heilung.
  • Corticosteroide – Eine Corticoidspritze in die Ferse hemmt in vielen Fällen die Entzündung, wenn andere Maßnahmen nicht zum Erfolg führten. Von einer wiederholten Corticoidspritzenbehandlung raten die Experten ab, da sie die Plantarfaszie schwächen und einen Riss begünstigt. Des Weiteren schrumpft das die Ferse umgebende Fettpolster.
  • chirurgische Behandlung – Ein Chirurg trennt die Plantarfaszie vom Fersenbein ab. Jedoch empfiehlt sich dieses Vorgehen nur, wenn alle anderen Behandlungsmaßnahmen versagten. Als Nebenwirkungen treten unter Umständen fortgesetzte Schmerzen und eine Schwächung des Fußgewölbes auf.

Zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten stehen in Zukunft zur Verfügung. Die Mayo Clinic und andere medizinische Institutionen erforschen derzeit eine Reihe von anderen Therapien, unter anderem mit Niedrigenergielaser.

Den Schmerz überwinden

Fersenschmerzen sind frustrierend, müssen Sie aber nicht von Ihrer täglichen Routine oder Ihrer bevorzugten sportlichen Aktivität abhalten. Die meisten Betroffenen lindern die Schmerzen durch einfache Behandlungsmaßnahmen, sodass sie allmählich Ihre bisherige Aktivitäten wieder aufnehmen.

Wenn Sie kontinuierlich Dehnübungen machen und auf angemessenes Schuhwerk achten, tragen Sie zur Prävention eines Rückfalls bei.

Richtiger Umgang mit Fersenschmerzen

Außer dem Abnehmen helfen folgende Maßnahmen:

  • Machen Sie täglich Dehnungs- und Kraftübungen – Der schwierigste Schritt ist meist der erste am Morgen. Bevor Sie den Fuß aufsetzen, strecken und krümmen Sie Ihren Fuß langsam, um Verspannungen zu lösen, die im Laufe der Nacht entstanden sind. Zehenwippen stärkt die Muskeln, die das Fußgewölbe tragen
  • Tragen Sie jederzeit die richtigen Schuhe – Ziehen Sie die Schuhe an, bevor Sie das Bett verlassen. Schuhe mit flachen Absätzen, gutem Halt und federnder Sohle eignen sich am besten. Als Extrapolster verwenden Sie Fersenkissen oder spezielle orthopädische Einlagen. Damit Ihr Fuß über Nacht in einem 90-Grad-Winkel bleibt, benutzen Sie spezielle Bettstiefel oder Plantare-Faszien-Schienen. Diese Stiefel und Schienen dehnen Ihre Achillessehne und Sohlenfasern passiv.
  • Nehmen Sie kurzfristig rezeptfreie Schmerzmittel ein – Diese Medikamente reduzieren Schmerz und Entzündung.
  • Kühlen Sie die betroffene Region – Nach viel Bewegung kann es hilfreich sein, die betroffene Region 15 Minuten lang mit einem kalten Wickel zu kühlen.
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