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Fersensporn – Der schmerzhafte knöcherne Fortsatz des Fersenbeins

Den Füßen des menschlichen Körpers wird v. a. von erfahrenen Medizinern immer wieder ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit beigemessen. So müssen Ihre Füße nicht selten enorm hohe Belastungen aushalten. Basierend auf diesen Belastungen kann es zu Erkrankungen im Bereich der Füße kommen. So kann beispielsweise ein Fersensporn, eine Art dornähnlicher Knochenauswuchs im Fersenbereich, zu massiven Problemen im täglichen Leben führen.

In der modernen Medizin bezeichnet man einen knöchernen Ansatz an der Innenseite des Fersenbeins als Fersensporn. Aufgrund der Lage des Fersensporns tritt der Schmerz insbesondere unter der Fußsohle in Erscheinung.

Den Ursachen des Fersensporns auf der Spur

In den vergangenen Jahren wurden die möglichen Auslöser des so lästigen und unangenehmen Fersensporns einer detaillierten Betrachtung unterzogen.

Neben dem Alter – fast jeder 2. ältere Mensch leidet unter einem Fersensporn – spielt u. a. auch das Körpergewicht eine wesentliche Rolle in Bezug auf die Entstehung eines Fersensporns. So haben besonders übergewichtige Menschen ein erhöhtes Risiko für einen Fersensporn bzw. leiden besonders häufig darunter.

Neben den bereits erwähnten Faktoren nimmt auch das getragene Schuhwerk einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Füße. Gemäß den Aussagen führender Mediziner kann ein schlechtes Schuhwerk das Auftreten eines Fersensporns begünstigen. Eventuelle Überbelastungen im Beruf werden ebenfalls als ein möglicher Auslöser angesehendie; etwa, wenn Sie beruflich viel stehen müssen.

Die bereits aufgeführten Faktoren können in den meisten Fällen Ihrerseits beeinflusst werden. Des Öfteren zeichnen sich jedoch auch Fehlbildungen im Bereich der Füße oder nicht korrigierte Fehlstellungen des Fußes für das Auftreten eines Fersensporns verantwortlich. Sollten Sie beispielsweise unter einem Spreizfuß leiden, kann es bei Ihnen leichter zu einem Fersensporn kommen.

Fersensporn: Das steckt dahinter

Meist steckt eine chronische Entzündung dahinter, die auch den Schleimbeutel am Fersenbein betrifft. Es kommt dabei zu Rissen in der Sehnen. Um diese zu reparieren, lagert Ihr Körper an diesen Stellen Kalk ab, so wie er dies auch bei einem gebrochenen Knochen tun würde.

Auf diese Weise entsteht mit der Zeit ein kleiner Auswuchs an der Ferse, genauer gesagt: ein dornenförmiger, knöcherner Fortsatz, der sich am Fersenknochen (Fersenbein) bildet. Davon gibt es 2 Varianten:

  1. den unteren (plantaren) Fersensporn
  2. und den oberen (kranialen) Fersensporn im Bereich der Achillessehne, der eher selten auftritt.

Beide Formen entstehen im Bereich von Sehnenansätzen. Der Fersensporn ist entweder eine Folge von Sport (vor allen Dingen von Laufen) oder, wie schon erwähnt, eine Alterserscheinung, die eine Auswirkung von permanenter Überbelastung der großen Sehnenplatte unter der Fußsohle ist.

Das sind die Symptome eines Fersensporns

Je nach Verlauf der Krankheit kann ein Fersensporn Symptome wie z. B. stechende Schmerzen herbeiführen. Die Schmerzen können sowohl während einer Belastung als auch während einer Ruhephase in Erscheinung treten. Gleichzeitig kann es zu deutlich sichtbaren Rötungen sowie Schwellungen im Bereich der Ferse kommen.

Hier einige typische Symptome im Überblick:

  • starker stechender Schmerz auf der Unter- oder Innenseite der Ferse
  • Stehen ist besonders schmerzhaft, in der Nacht klingt der Schmerz ab.
  • Der Schleimbeutel schwillt nachts stark an.
  • Die ersten Schritte morgens nach dem Aufstehen sind eine einzige Qual.
  • Grundsätzlich schmerzt der Fuß nach einer längeren Ruhepause.
  • Laufen auf hartem Untergrund zieht heftige Schmerzen nach sich.
  • Lange Fußmärsche sind kaum noch möglich.

Die Gesundheit Ihrer Füße im Fokus

Da die bereits erwähnten Symptome zu spürbaren Beeinträchtigungen in Bezug auf Ihre Bewegungsfähigkeit führen können, spielen bei einem Fersensporn Behandlung sowie Vorbeugung eine äußerst wichtige Rolle.

Nach erfolgter Diagnose wird Ihnen der Arzt als erstes raten, den betroffenen Fuß zu entlasten, bis infolge der individuell ausgewählten Fersensporn-Therapie eine deutliche Besserung eingetreten ist. Verzichten Sie bitte auf intensiven Sport oder ausgedehnte Fußmärsche. Entzündete Füße sollten stattsdessen besser ruhig gestellt und gekühlt werden.

Die Behandlungs-Möglichkeiten der modernen Medizin

Häufig wird hierbei zunächst mit Einlagen oder Fersenkissen versucht, Linderung zu schaffen. Es können Akupunktur, Stoßwellentherapie oder bestimmte Röntgen-Bestrahlungen zum Einsatz kommen, als letzte Mittel bieten sich dann Injektionen von Kortison oder eine Operation an.

Es können auch Akupunktur oder bestimmte Röntgen-Bestrahlungen zum Einsatz kommen.

Im Rahmen einer medikamentösen Behandlung kommen v. a. schmerzstillende Präparate zum Einsatz. Entzündungen im Bereich der Ferse werden oftmals mittels der Injektion spezieller Kortison-Präparate behandelt.

Sofern eine medikamentöse Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg führt, müssen Sie als letztes Mittel die Durchführung eines operativen Eingriffs in Erwägung ziehen.

Krankengymnastik und Massagen helfen

Im Anschluss an einen operativen Eingriff empfiehlt sich eine aktive Teilnahme an physiotherapeutischen Maßnahmen.

Krankengymnastik und gezielte Massage bringen häufig Erfolg beim Fersensporn, da die Sehnen der Unterschenkel-Muskulatur meist durch Bewegungsmangel verkürzt sind. Dadurch kann es zu einer Entzündung im Fersenbereich kommen.

Hier noch einmal die gängigsten kurz- und langfristigen Behandlungs-Möglichkeiten für Sie zusammengefasst:

Kurzfristige Hilfen

  • Gepolsterte Fersenkissen oderspezielle Einlagen verringern den Druck auf die Ferse und dienen im ersten Schritt der Fersensporn-Behandlung v. a. dazu, die Schmerzen beim Laufen zu lindern und den Fuß an den Schmerzpunkten zu entlasten. Sie verhindern überdies, dass die Ferse beim Laufen direkt mit dem Boden in Kontakt kommt. So kann das Gewebe abschwellen und die Entzündung langsam abklingen.
  • Sofern die Schmerzen das Gehen extrem beeinträchtigen, können Sie auf schmerz- und entzündungshemmende Medikamente zurückgreifen. Obwohl sich damit nicht direkt der Fersensporn behandeln lässt, verschaffen diese doch kurzfristig eine spürbare Erleichterung. Keinesfalls sind Medikamente zur dauerhaften Therapie geeignet, weil infolge der Nebenwirkungen eventuell andere Organe geschädigt werden könnten.
  • Bei leichteren Beschwerden oder zur Ergänzung zur medikamentösen Fersensporn-Therapie, kann es sich durchaus lohnen, auf die entzündungshemmende Wirkung von Kälte zu setzen. Dafür verwenden Sie eine einfache Kompresse, die zuvor im Tiefkühlschrank eingefroren wurde. Um Erfrierungen zu vermeiden, umwickeln Sie diese mit einem Tuch und legen sie über die schmerzende Stelle.

Langfristige Fersensporn Behandlung

  • Krankengymnastik hilft bei der Dehnung der Sehnen, welche die Waden mit den Fußsohlen verbinden. Um damit einen Fersensporn zu behandeln, sollte der Therapeut jedoch nicht nur über ausreichend Erfahrung verfügen; er sollte die Therapie außerdem gründlich überwachen.
  • Manche Ärzte setzen auf die Wirkung der sogenannten„extrakorporalen Stoßwellentherapie“. Obwohl damit beachtliche Behandlungs-Erfolge erzielt werden, übernehmen jedoch die meisten Krankenkassen die Kosten für diese Art der Fersensporn-Behandlung nicht.
  • Um einen Fersensporn zu behandeln, ist die Operation meistens der letzte Ausweg. Was viele Patienten jedoch oft nicht wissen: Nicht immer bessern sich im Anschluss an die Operation auch die Beschwerden. Außerdem kann es zu Verletzungen des umliegenden Gewebes kommen oder die OP-Nnarbe bereitet im Nachhinein mehr Schmerzen, als der Fersensporn selbst. Deshalb wird – selbst nach besonders gründlicher Diagnose – vergleichsweise selten operiert.

Fersensporn-Vorbeugung: Vorsicht vor einer Überlastung Ihrer Füße!

  • Übergewicht: Beim Gehen und vor allem beim schnellen Laufen werden Ihre Füße mit einem Vielfachen des Körpergewichts belastet. Je mehr Gewicht die Füße tragen müssen, desto höher ist ihre Belastung.
  • Muskelschwäche, Fehlstellungen: Sind die Muskeln zu schwach, zum Beispiel durch Bewegungsmangel, kommt es schneller zur Überbeanspruchung der Füße. Auslöser kann aber auch eine überforderte Wadenmuskulatur sein: Muskelverkürzungen oder ein gestörtes Kraftverhältnis im Muskel können die Sehnen des Fußes unter Spannung setzen und einen Fersensporn verursachen. Das gilt auch für einige angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Füße wie Hohl-, Senk- oder Knickfuß.
  • Beim Sport: Durch zu hohe Laufumfänge oder durch langes Stehen im Beruf werden die Füße ebenfalls stark beansprucht.

Im Bereich der Vorbeugung wird v. a. das Tragen eines geeigneten Schuhwerks als eine geeignete Maßnahme angesehen. Nur so können Sie die auf Ihre Füße einwirkenden Belastungen optimal verteilen.

Tipp: Die beste und nachhaltigste Fersensporn-Therapie ist die Entlastung der Füße durch Reduzierung von Übergewicht.

Das können Sie aktiv gegen Ihre Fersenschmerzen tun

  • Vermeiden Sie zu langes bewegungsloses Stehen. Falls unvermeidbar, zwischendurch ein paar Schritte gehen sowie Dehnübungen für die Fuß- und Wadenmuskulatur durchführen.
  • Laufen Sie lieber häufig kurze Strecken als selten lange.
  • Kühlen Sie Fersenbein und Sehne zur Schmerzlinderung mit kaltem Wasser oder Eis.
  • Massieren Sie Ihre Fußsohlen z. B. mit Hilfe eines Igelballs jeden Abend.
  • Erlernen Sie spezielle Übungen bei einem Physiotherapeuten, mit denen Sie Muskeln und Sehnen an der Fußsohle kräftigen und dehnen.

Hier 2 Übungen, die Ihnen bei Fersenschmerzen helfen können, wenn Sie diese 2- bis 3-mal pro Tag praktizieren.

Handtuchziehen zur Wadendehnung

1. Grundstellung: Sie sitzen mit gestreckten Beinen auf einem Stuhl.

2. Wickeln Sie jetzt ein Handtuch um Ihren Vorfuß, und ziehen Sie es vorsichtig in Richtung Körper.

3. Halten Sie die Position etwa 30 Sek., bis Sie die Dehnung in der Wade deutlich spüren. Machen Sie eine kurze Pause und wiederholen die Übung 2- bis 3- mal.

Die Zehenzange

1. Sie sitzen auf einem Stuhl oder dem Boden.

2. Legen Sie ein Handtuch vor Ihre Füße auf den Boden.

3. Versuchen Sie nun das Tuch mit den Zehen zu greifen, es aufzuheben und wieder fallen zu lassen (10 Wiederholungen).

Fersensporn Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage Fersensporn: Mögliche Ursachen und Behandlungsformen

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Fersensporn Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Fersenschmerzen durch Entzündung der Plantarfaszie

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