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Nie wieder Probleme mit der Bandscheibe

Bei einem Bandscheibenschaden handelt es sich meistens um einen Bandscheibenvorfall. Dieser tritt häufig an der Lendenwirbelsäule auf. Die meisten Betroffenen sind zwischen 30 und 50 Jahren alt. An der Halswirbelsäule kommt ein Bandscheibenvorfall deutlich seltener vor, die Altershäufigkeit liegt zwischen 40 und 60 Jahren. Am seltensten ist die Brustwirbelsäule betroffen.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Damit Sie verstehen, worum es sich bei einem Bandscheibenvorfall handelt, müssen Sie zunächst den Aufbau der menschlichen Wirbelsäule begreifen. Die Wirbelsäule besteht aus insgesamt 32 bis 33 Wirbelknochen mit den dazwischen liegenden Bandscheiben. Die Wirbelsäule stützt den Körper und beinhaltet das Rückenmark, welches die Nerven des Körpers mit dem Gehirn verbindet.

Zwischen je zwei Wirbelkörpern liegt eine Bandscheibe, somit gibt es 23 davon im menschlichen Körper. Sie bestehen aus einem inneren Kern, der eine gallertartige Masse enthält und von einem Knorpelring außen umschlossen wird.

Die Bandscheibe liegt zwischen den Wirbelkörpern. Sie dient gewissermaßen als Stoßdämpfer und hat außerdem die Aufgabe, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten. Bei einem Bandscheibenvorfall wird der innere Teil der Bandscheibe durch den umgebenden Ring nach hinten in Richtung des Rückenmarkkanals aus dem eigentlichen Bett der Bandscheibe zwischen die Wirbelkörperknochen gepresst. Das führt dazu, dass einzelne aus dem Rückenmark abgehende Nervenwurzeln eingeengt und gequetscht werden. Es kommt dann zu den typischen Beschwerden, die Ihnen – wenigstens für den Bereich der Lendenwirbelsäule unter dem Namen „Hexenschuss“ – allen bekannt sein werden.

Diese typischen Beschwerden treten beim Bandscheibenvorfall auf

  • Schmerzen. Drückt eine vorgefallene Bandscheibe gegen einen Nerv, kommt es zu Rückenschmerzen. Die Schmerzen können bis in die Arme oder Beine ziehen, je nachdem, ob der Bandscheibenvorfall zum Beispiel in der Region der Halswirbel- oder der Lendenwirbelsäule liegt. Typisch sind zum Beispiel Ischiasschmerzen bei einer Bandscheibenschädigung im Lendenwirbelsäulenbereich. Diese kommen durch eine Reizung des Ischiasnervs zustande, der das Rückenmark im Bereich der Lendenwirbelsäule verlässt, um zu den Beinen zu ziehen.
  • Sensibilitätsstörungen. Zusätzlich zu den Schmerzen können bei Bandscheibenvorfällen Gefühlsstörungen wie zum Beispiel Kribbeln, Taubheit oder Ameisenlaufen auftreten.
  • Muskelschwäche. Manchmal kommt es auch zu regelrechten Lähmungen oder Kraftabschwächung in den Muskeln.
  • Blasen- und Darmstörungen. Drückt der Bandscheibenvorfall nicht nur auf einen Nerv, der gerade das Rückenmark verlassen hat, sondern auf das Rückenmark selbst, kann es zusätzlich zu Blasen- oder Enddarmstörungen kommen. Wichtig: Letzteres ist ein Notfall, es muss sofort ein Arzt aufgesucht werden!

Welche Ursachen hat ein Bandscheibenvorfall?

Solch eine Schädigung der Bandscheibe kommt durch einen Verschleiß im Bereich des äußeren Faserrings der Bandscheibe zustande. Nach dem 20. Lebensjahr lässt die Fähigkeit des Gallertkernes im Inneren nach, Wasser zu speichern und dadurch elastisch zu bleiben. Der Gallertkern wird zunehmend spröde. Kommt es zu weiteren Belastungen der Bandscheibe, kann sie diesem nicht mehr standhalten.

Das sind die wichtigsten Fehlbelastungen für Ihre Bandscheibe:

  • Eine falsche Körperhaltung im Stehen, Sitzen oder Liegen führt auf Dauer zu einer Überbeanspruchung der Bandscheiben.
  • Gleiches gilt für Übergewicht.
  • Natürlich kann auch wiederholtes falsches Heben und Tragen dazu führen, dass der Bandscheibenkern aus seinem Bett herausrutscht.
  • Das wissen nur die allerwenigsten Menschen: Durch unzureichendes Trinken lässt auch die Elastizität des Bandscheibenkerns nach.
  • Zu wenig Bewegung führt zu einer schwachen Rumpfmuskulatur, auch dadurch kann das Entstehen eines Bandscheibenschadens begünstigt werden. Eine schwache Rumpfmuskulatur kann die Wirbelsäule nicht ausreichend stabilisieren und stützen.
  • Außerdem: Auch eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche kann schon in jungem Alter zu einem Bandscheibenschaden und einem Bandscheibenvorfall führen.
  • Selten kommt es auch zu einem Bandscheibenvorfall durch einen Unfall, bei dem die Wirbelsäule und die umgebenden Gewebestrukturen geschädigt worden sind.

So können Sie einem Bandscheibenvorfall vorbeugen

  • Vermeiden Sie alles, was Ihrem Körper Wasser entzieht. Das gilt zum Beispiel für Kaffee und Zigaretten.
  • Trinken Sie ausreichend. Täglich sollten es mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit sein. Dann bleibt die Elastizität des Bandscheibenkerns erhalten.
  • Bewegen Sie sich ausreichend. Machen Sie regelmäßig Rückengymnastik. Diese kann Ihnen jeder Krankengymnast zeigen. Auch Fitnessstudios bieten inzwischen solche Rückenschulen an. Nach einer anfänglichen Einführung, können Sie diese Übungen dann alleine zuhause weitertrainieren. Bauen Sie so eine starke Rückenmuskulatur auf. Ebenso wichtig ist aber auch eine starke Bauchmuskulatur. Denn die Wirbelsäule wird sowohl von vorne als auch von hinten durch starke Muskeln gestürzt und stabilisiert. Dadurch werden auch die Bandscheiben geschützt, einem Vorfall wird vorgebeugt.
  • Vermeiden Sie falsches Heben und Tragen. Gehen Sie beim Anheben einer Last in die Knie, und heben Sie diese erst dann hoch. Lassen Sie schwere Lasten lieber stehen, beladen Sie sich nicht wie ein Packesel, gehen Sie lieber mehrfach. Das gilt auch, wenn Sie in einer der oberen Etagen wohnen. Ihr Rücken wird es Ihnen danken. Tragen Sie auch nicht über längere Zeit einen schwer bepackten Rucksack. Er kann die Wirbelsäule und die Bandscheiben ebenfalls enorm beanspruchen.
  • Achten Sie auf die richtige Körperhaltung. Eine schiefe Körperhaltung macht Sie krank. Durch sie werden nämlich Knochen, Gelenke und Bänder übermäßig stark beansprucht. Wirbelsäule und Bandscheiben werden falsch belastet. Ihre Muskeln, die „verzweifelt“ versuchen, Ihren schiefen Körper wieder in die richtige aufrechte Körperhaltung zu bringen, reagieren schließlich mit Schmerzen und Verspannungen durch die dauernde Anspannung. Heutzutage sitzen die Menschen in unserer zivilisierten Gesellschaft die meiste Zeit. Insofern ist eine richtige Sitzhaltung ganz wesentlich. Und diese können Sie jetzt hier lernen!

Achtung: Was nützt Ihnen die perfekte Sitzhaltung, wenn der Stuhl, auf dem Sie stundenlang sitzen, diese Haltung in keiner Weise unterstützt? Lassen Sie sich hierzu in einem guten Fachgeschäft beraten, denn: Stuhl ist längst nicht gleich Stuhl.

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Alte Kommentare
  • Gerhard Heeren schrieb am 25.08.2010, 15:00 Uhr

    Eine falsche Körperhaltung im Stehen, Sitzen oder Liegen führt auf Dauer zu einer Überbeanspruchung der Bandscheiben" Was ist eine flasche Körperhaltung beim Liegen? MfG Gerhard Heeren