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Bandscheibenvorfall: Warum eine OP nur der letzte Ausweg sein darf

Ihr Rücken ist ein Leben lang stark gefordert. Die Belastung beginnt schon im Kindesalter mit der schweren Schultasche. Später kommt dann falsches Sitzen am Arbeitsplatz und vor dem Fernseher hinzu. So ist es gar nicht überraschend, dass vier von fünf Deutschen zumindest gelegentlich über Rückenschmerzen klagen. Zu den Ursachen gehört ein so genannter Bandscheibenvorfall. Doch nur bei einem Bruchteil der Personen, die einen Bandscheibenvorfall haben, treten auch die entsprechenden Schmerzen auf. Unklar ist häufig auch, ob ein solcher Vorfall operiert werden muss oder nicht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einem Bandscheibenvorfall wirkungsvoll vorbeugen können und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.

Durch starke Beanspruchung und Haltungsschäden verschiebt sich die Bandscheibe

Die Bandscheiben liegen als etwa 0,5 cm dicke Scheiben zwischen den knöchernen Wirbeln der Wirbelsäule. Sie fangen wie ein Stoßdämpfer Erschütterungen ab und bestehen aus einem äußeren Knorpelring und einem inneren elastischen Kern. Mit zunehmendem Alter wird die Bandscheibe spröder. Bei starker Belastung kann daher der äußere Ring einreißen und die Gallertmasse tritt nach außen – sie „fällt vor“. Da zwischen den Wirbeln die Nervenbahnen aus dem Rückenmark in den Körper ziehen, kann eine solche vorgefallene Bandscheibe leicht auf den Nerv drücken und heftige Schmerzen verursachen. So beugen Sie vor:

  • Haltungsschäden vermeiden
  • ausreichend Bewegung,
  • Stärkung der Rückenmuskulatur
  • aufrechte und aktive Sitzhaltung
  • keine zu weiche Matratze
  • vitaminreiche Ernährung
  • Entspannung und Stressabbau

Bandscheiben werden nicht von Blutgefäßen durchzogen. Daher ist ihre Versorgung mit Nährstoffen für den Körper besonders schwierig. Für die Nährstoffversorgung Ihrer Bandscheiben sind eine gute Vitaminversorgung und ausreichend Bewegung von großer Bedeutung.

Achten Sie auf eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung

Wegen der schlechten Versorgungssituation sind die Bandscheiben von einem allgemeinen Vitaminmangel im Körper mit als Erstes betroffen. Um Ihre „Stoßdämpfer“ zu stärken, sollten Sie vor allem auf eine vitalstoffreiche Ernährung setzen. Für die Bindegewebsstrukturen hat besonders Vitamin C eine wichtige Funktion. Gute Quellen sind neben Südfrüchten auch Gemüsepaprika, Johannisbeeren oder Brokkoli. Doch ohne regelmäßige Bewegung können die Nährstoffe nicht ins Innere der Bandscheiben gelangen. Bewegung sorgt dafür, dass die Nährstoffe regelrecht in das Gewebe „eingewalkt“ werden.

Nur selten kommen die Schmerzen wirklich von der Bandscheibe

Nicht jeder, bei dem sich im Röntgenbild eine Vorwölbung der Bandscheibe zeigt, klagt über die typischen Schmerzsymptome. Etwas überspitzt könnte man sogar sagen, ein Bandscheibenvorfall ist fast der „Normalzustand“ einer stark belasteten Wirbelsäule. Bei jedem dritten Menschen lassen sich die Veränderungen feststellen, ohne dass Schmerzen auftreten. Es müssen also noch ganz andere Faktoren hinzukommen, damit ein Bandscheibenvorfall tatsächlich Schmerzen verursacht. Die moderne Medizin hat längst von dem einfachen mechanischen Modell, dass die Bandscheibe auf den Nerv drückt, Abschied genommen. Vielmehr gelten chronische Rückenschmerzen heute als eine multifaktorielle Erkrankung, bei der mehrere negative Umstände zusammenkommen müssen.

Die Psyche spielt eine wichtige Rolle

Es scheint so zu sein, als ob psychische Belastungen einen weitaus größeren Einfluss auf das Schmerzgeschehen haben als eine vorgefallene Bandscheibe. Ganz entscheidend ist, wie ein Patient mit den Schmerzen umgeht. Sie sollten weder einen gewaltsamen Durchhaltewillen an den Tag legen („ein Indianer kennt keinen Schmerz“) noch bei den Folgen der Rückenschmerzen vollkommen schwarz sehen („Niemand kann mir helfen.“ „Ich werde nie mehr arbeiten können.“). In beiden Fällen machen Sie den Schmerz zum zentralen Thema, um den alle Ihre Gedanken zu kreisen beginnen. Und dann wird er sich leicht in Ihrem Körper festsetzen. Sie sollten vielmehr versuchen, den Schmerz als ein Signal Ihres Körpers anzuerkennen, um ihn dann in kleinen Schritten zu besiegen. Dann haben Sie gute Aussichten auf einen dauerhaften Heilerfolg. Überdenken Sie Ihren bisherigen Lebensstil: Stimmt Ihre Ernährungsweise? Haben Sie genügend Ruhephasen? Schieben Sie belastende Dinge vor sich her, ohne sie anzusprechen? Muss Ihr Rücken auch eine „psychische Last“ tragen?

Bandscheibenvorfall: Die Therapie sollte den ganzen Körper mit einbeziehen

Wenn Sie an Rückenschmerzen leiden – und hier spielt es zunächst keine Rolle, ob mit oder ohne Bandscheibenvorfall –, sollten Sie in jedem Fall darauf achten, dass der Schmerz nicht zum Dauerschmerz wird. Vermeiden Sie Schonhaltungen und bleiben Sie möglichst aktiv. Lässt der Schmerz nach zwei Tagen nicht nach, sollten Sie zum Arzt gehen. Dieser kann Ihnen, um die Beweglichkeit zu erhalten, für etwa 14 Tage schmerzstillende Medikamente verordnen. Kehrt der Schmerz regelmäßig zurück, sollten Sie auf jeden Fall eine Therapie anstreben, die den ganzen Körper mit einbezieht.

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