MenüMenü

Vorbeugung: Diese Heilpflanzen schützen Sie vor Arthrose-Schmerzen

Fast alle Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter Arthrose. Manche nehmen die Arthrose-Schmerzen kaum wahr. Bei anderen schmerzen die betroffenen Gelenke so stark, dass sie sie kaum bewegen können.

Fehlbelastungen über Jahre hinweg, aber auch Gelenk-Überlastung, z. B. durch Übergewicht, sind Gründe für die starken Schmerzen.

Gegen die entzündeten, geschwollenen, schmerzenden Gelenke verordnen viele Ärzte Schmerzmittel – trotz der enormen Nebenwirkungen, die diese Medikamente haben.

Dabei geht es auch sanfter und dennoch erfolgreich: mit Hilfe aus der Natur. Hier erfahren Sie, mit welchen Heilpflanzen und Kräutern Sie sich in Zukunft vor Arthrose-Schmerzen schützen können.

Hagebutte© unpict - Fotolia

Das Tückische an der Zivilisations-Krankheit Arthrose ist, dass Sie sie am Anfang gar nicht bemerken werden. Denn in den ers­ten Monaten macht sich eine Arthrose fast immer nur durch Steifigkeit und Spannung in den Gelenken bemerkbar. Auch verstärkte Wetterfühligkeit kann ein Anzeichen für die Gelenk-Erkrankung sein.

Häufig sind zunächst kleinere Gelenke wie die Finger und die Zehen betroffen.Wenn die sogenannten Anlaufschmerzen hinzukommen, wird vielen Menschen klar, dass sich bei ihnen eine Arthrose entwickelt hat. Sie leiden dann unter den typischen Gelenkschmerzen, die zu Beginn einer Bewegung sehr stark sind und dann, mit fortschreitender Bewegungsdauer, immer mehr nachlassen.

Da eine Arthrose chronisch ist, lässt  sie sich nicht heilen. Die Symp­tome und Schmerzen können Sie jedoch sehr gut lindern – auch mit Naturheilmitteln.

Natur-Präparate können Schmerzmittel ersetzen

Wenn Sie unter starken Schmerzen leiden, empfehlen die meisten Ärzte schnell Schmerzmittel. Neben Paracetamol und Aspirin sind das die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika. Hierzu gehört u. a. Ibuprofen.

Leider müssen Sie die Präparate als Arthrose-Patient dauerhaft nehmen – und riskieren damit auch starke Nebenwirkungen. So kann Aspirin z. B. Ihrem Magen schwer schaden und zu Magenblutungen, aber auch zu Leberschäden führen. Sie sollten Schmerzmittel daher nur im Notfall nehmen.

Versuchen Sie es doch erst einmal mit Naturheilmitteln. Studien zeigen, dass es eine ganze Reihe von Mitteln gibt, die Ihnen bei Arthrose-Schmerzen helfen und Sie vor weiteren Schmerzen schützen können.

Zu diesen Naturheilmitteln gehören:

  • Weidenrinde    Es handelt sich um die Rinde der Silberweide. Aus dieser wird ein Wirkstoff namens Salicin hergestellt. Übrigens ist dieser die Grundlage für Acetyl­salicylsäure, also für Aspirin. Die Weidenrinde kann Ihre Arthro-Seschmerzen fast komplett verbannen. Das hat eine Studie der Universität Freiburg ergeben. Hierfür erhielten rund 80 Patienten entweder 1.360 mg Weiden­rinden-Extrakt täglich oder ein ­Placebo. Schon nach 2 Wochen hatten sich die Schmerzen bei denjenigen, die Weidenrinde einnahmen, im Vergleich zur Placebo-Gruppe um 80% verringert. Weidenrinde hat einen überragenden Vorteil: Sie führt – im Gegensatz zu Aspirin – nicht zu Nebenwirkungen in Magen und Darm. Übrigens: Esche und Pappel haben ähnliche Inhaltsstoffe wie Weidenrinde und entfalten daher auch ähnliche Wirkungen. Ein Weidenrinden-Präparat ist z. B. Assalix. Esche und Pappel haben – wie gesagt – ähnliche Inhaltsstoffe und wirken schmerzlindernd. Es gibt sie als Kombinations-Präparat unter dem Namen Phytodor.
  • Hagebutte  –  Mehrere wissenschaftliche Studien (u. a. im Jahr 2005 an der Universität Kopenhagen) haben sich damit beschäftigt, wie sich Hagebutten auf die Arthrose-Beschwerden auswirken. Besonders eine spezielle Hagebuttenart hat sich bei diesen Studien als hilfreich erwiesen. Es handelt sich um eine Pflanze, die über einen hohen Anteil des Galactopeptids GOPO verfügt. Diese Hagebuttenart verringert nicht nur die Schmerzen der Arthrose so stark, dass die Studienteilnehmer rund 50% weniger Schmerzmittel einnehmen mussten, sie bremste auch den Abbau des Gelenk-Knorpels. Sie können dieses Hagebutten-Pulver in der Apotheke unter dem Namen ­Litozin kaufen. Es enthält 5 g Hagebutten-Extrakt (die empfohlene Tagesdosis) für rund 20 €.
  • Teufelskralle  – In mehreren Studien (etwa an der Universität Kiel im Jahr 2004) hat sich außerdem gezeigt, dass der Extrakt aus der Wurzel der Teufelskralle Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen kann. Fast 70% aller Teilnehmer der unterschiedlichen Studien gaben an, dass sich ihre Schmerzen deutlich verringert haben und sich auch ihre Beweglichkeit verbesserte. Aber Vorsicht: Diese Erkenntnisse gelten nicht für jedes Präparat mit Teufelskralle. Wählen Sie einen sogenannten „wässrigen Extrakt“ aus. Das ist beispielsweise Doloteffin R, der für rund 25 € in der Apotheke erhältlich ist.
  • Vitamin E –  Wenn Sie dieses Vitamin zu sich nehmen, schützen Sie sich vor freien Radikalen, die durch die Arthrose-Entzündungen im Körper ausgeschüttet werden und Ihre Beschwerden verschlimmern. Zudem ist Vitamin E in der Lage, die Bildung von Botenstoffen im Körper zu verhindern, die Entzündungen und dadurch neue Schmerzen fördern. Achten Sie darauf, dass Sie hoch dosiertes Vitamin E aus Pflanzenölen kaufen – etwa aus Weizenkeimen oder Soja. Es hat sich für diesen Verwendungszweck als besonders hilfreich erwiesen.
  • Grünlippmuschel  –  Diese Muscheln kommen in Neuseeland vor und liefern wichtige Stoffe für Ihre Knochen-Gesundheit. So enthalten sie Glykosaminglykane. Diese Bestandteile finden sich auch in Ihrem Körper – aus ihnen wird Knorpel, aber auch Gelenkschmiere hergestellt. Außerdem enthalten die Muscheln Omega-3-Fettsäuren. Die haben ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung und lindern so Ihre Schmerzen. Grünlippmuschel-Konzentrat erhalten Sie in der Apotheke, es kostet rund 20 € für 1 Monat.

Mit diesen Hausmitteln helfen Sie sich bei Arthrose-Schmerzen

Es gibt jahrhundertealte Hausmittel, die Ihre Arthrose-Schmerzen ebenfalls lindern und Sie vor neuen Schmerzen schützen können. Hierzu gehören:

  • Schwedenkräuter –  Die Hauptbestandteile dieser Kräutermischung sind Aloe, Myrrhe, Safran, Kampfer und Angelikawurzel. Sie kann Ihnen v. a. bei Finger-Arthrose helfen.
    • Dazu müssen Sie aus den Kräutern den sogenannten Schwedenbitter herstellen.
      • Setzen Sie dazu einen Beutel der Schwedenkräuter (Menge für 0,7 l, aus der Apotheke) mit einer Flasche 40%igem Korn an und lassen Sie die Mischung für maximal 4 Wochen (mindestens aber 2 Wochen) an einem warmen Ort ziehen.
      • Schütteln Sie die Mixtur jeden Tag, und seihen Sie sie nach frühestens 14 Tagen ab.
      • Danach füllen Sie sie in eine Flasche, die Sie kühl aufbewahren.
      • Tränken Sie abends ein Leinentuch oder ein Taschentuch aus Leinen mit dem Schwedenbitter und wickeln Sie es um die schmerzenden Finger.
      • Tragen Sie diesen Verband die ganze Nacht hindurch. Nach 3 – 4 Nächten sind die Schmerzen deutlich besser.
  • Beinwell-Brei  –  Bei Beinwell handelt es sich um eine Pflanze, die schon seit Jahrhunderten zur Behandlung von Muskel- und Gelenk-Schmerzen eingesetzt wird. Beinwell finden Sie bis zum Spät­herbst, Sie können ihn aber auch selbst im Blumentopf ziehen.
    • Für einen Beinwell-Frischpflanzenbrei brauchen Sie alle Pflanzenteile bis auf die Wurzel.
      • Zerquetschen Sie sie mit einem Nudelholz auf einem Leinentuch.
      • Legen Sie das Tuch mit dem Pflanzenbrei anschließend für 15 Min. auf die schmerzende Stelle.
      • Der Brei lindert nicht nur die Schmerzen, sondern wirkt auch entzündungslindernd und abschwellend.
  • Senfwickel – Achtung: Ein Senfmehlverband lindert zwar gut Ihre Schmerzen, er darf jedoch nicht bei akut entzündeten Gelenken verwendet werden. Bei einer sogenannten aktivierten Arthrose, wie sie immer wieder auftritt, sollten Sie also auf einen solchen Verband unbedingt verzichten.
    • Sie brauchen für einen Wickel 3 – 4 gehäufte EL schwarzes Senfmehl – dieses erhalten Sie in der Apotheke.
      • Verrühren Sie es mit warmem Wasser. (Vorsicht: Das Wasser darf nicht heißer als 60 °C sein.)
      • Tragen Sie den Brei gleichmäßig auf eine Mullbinde auf und legen Sie dann eine Schicht Mullbinden darüber. (Der Senfbrei darf nicht direkt mit der Haut in Berührung kommen, da die Wirkstoffe im Senfmehl die Haut reizen können.)
      • Legen Sie die Kompresse auf das schmerzende Gelenk, und schlagen Sie ein warmes Tuch darüber.
      • Lassen Sie den Verband bis zu 15 Min. aufliegen, machen Sie ihn 3x – 4x pro Woche.

Wie orthopädische Hilfsmittel Ihre Arthrose ­verlangsamen können

Eine Arthrose-Therapie beinhaltet, dass die Belastung Ihrer Gelenke so weit wie möglich reduziert wird. Überbelastung erhöht den Gelenk-Verschleiß. Daher sollten Sie bei einer diagnostizierten Arthrose eventuell vorhandenes Übergewicht auf jeden Fall abbauen.

Weitere Methoden, um Ihre Gelenke zu entlasten, sind z. B. spezielle Stöcke, die Ihnen bei einer Kniegelenks-Arthrose verordnet werden. Aber auch Erhöhungen des Innenrandes Ihrer Schuhe helfen, etwa bei Knie- oder Hüftgelenks-Arthrose.

Diese Hilfsmittel, die Sie im Sanitäts-Fachgeschäft oder beim Orthopädie-Schuhmacher bekommen, sorgen dafür, dass die Gelenke nicht zu stark belastet werden. Ihre Gelenk-Knochen werden dadurch besser ernährt, das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt sich, Ihre Schmerzen gehen zurück.

Warum Ihnen nicht jedes Präparat gleich gut hilft

Auch wenn alle Präparate in Studien gezeigt haben, dass sie gegen Arthrose-Schmerzen helfen, bedeutet das nicht, dass sie in Ihrem speziellen Fall alle gleich gut geeignet sind. Eventuell müssen Sie 2 oder 3 verschiedene Mittel ausprobieren, um das Präparat zu finden, das Ihre Schmerzen am besten lindert.

Sicher ist aber auf jeden Fall, dass Sie mit diesen Mitteln, die ich Ihnen hier zusammengestellt habe, deutlich weniger Arthrose-Schmerzen  haben und auch weniger synthetische Schmerzmittel brauchen werden.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Orthopädie erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!