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Arthrose: Neues Therapieverfahren lindert Ihre Schmerzen

Immer mehr Menschen leiden an Arthrose. Laut Statistischem Bundesamt sind es zeitweise bis zu 15 Millionen, etwa fünf Millionen klagen über ständige und anhaltende Schmerzen. Ursache: Der Gelenkknorpel wird durch Abnutzung und Alterung rissig und porös, baut sich dabei ab, und schließlich reiben Knochen auf Knochen. Dadurch kommt es zu einer Entzündung, die als Arthrose bezeichnet wird. Bereits ab dem 30. Lebensjahr unterliegt das Binde- und Stützgewebe, zu dem auch Knorpel und Knochen zählen, einem natürlichen Alterungsprozess.

Anzeichen für Arthrose

Frühe Anzeichen einer fortschreitenden Arthrose sind Schmerzen beim Aufstehen, Beschwerden beim Berglaufen oder beim Herabsteigen von Treppen. Arthrose tritt vor allem an Hüft- und Kniegelenken auf, darüber hinaus auch in den Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und Fußgelenken. Die meisten Zellformen regenerieren sich durch Zellteilung. Bei den Knorpelzellen ist das anders. Diese Zellart regeneriert sich durch Stoffwechsel über die Zellmembran. Unterstützt wird dieser Prozess durch Bewegungen. Sind Zellkern oder Zellmembran geschädigt, kann ein Stoffwechsel nicht mehr in vollem Umfang stattfinden, und die Zelle verliert an Volumen. Es folgt der typische Krankheitsverlauf bei Arthrosepatienten.

Neue Arthrose-Therapie

Vor etwa dreieinhalb Jahren hat die Firma MedTec eine Kernspin-Resonanz-Therapie (MBST-Therapie) entwickelt, die Arthrose zwar nicht heilt, aber die Schmerzen deutlich lindert und damit den Patienten wieder ein Stück Lebensqualität zurückgibt. Bundesweit arbeiten nach Angaben der Firma 80 Zentren, Orthopäden und Chirurgen mit diesem System der Arthrose-Therapie (entsprechende Behandlungsmöglichkeiten in Ihrer Nähe erfahren Sie beim Info-Telefon der Fa. MedTec 06441–679180). Mehrere unabhängige Studien an verschiedenen Instituten versichern den guten Erfolg der MBST-Therapie.

Dr. Raymond Young, Facharzt für Chirurgie in Hannover, therapiert Arthrose in seiner Praxis seit eineinhalb Jahren mit der MBST-Therapie. BENEFIT sprach mit ihm über seine Erfahrungen.

Kernspin-Untersuchungen in der Röhre kennt man eigentlich nur zur Diagnoseabklärung, wieso kann damit auch therapiert werden?

Young: Man hat in England festgestellt, dass es vielen Patienten nach einer Untersuchung in der Röhre wesentlich besser ging. Dieses Ergebnis war eine reine Zufallsbeobachtung. Man hat die Tomographien mehrfach wiederholt und dabei signifikante Verbesserungen beobachtet. Der Nebeneffekt der Untersuchung war quasi die Schmerzlinderung. Für das Auge unsichtbar wirken Impulse im Inneren der Zellen. Dabei werden gestörte Knorpelzellen durch hochspezifische elektromagnetische Impulse angeregt. Dadurch können sich die Knorpelzellen regenerieren. Lange Zeit hatten übrigens Wissenschaftler geglaubt, dass das nicht möglich sei.

Was ist denn die Voraussetzung dafür, dass sich Knorpelzellen neu bilden können?

Young: Wichtig ist natürlich, dass überhaupt noch Knorpelmasse vorhanden ist. Es muss noch Substanz da sein, von der aus der Aufbau begonnen werden kann. Wenn der Knorpel vollständig zerstört ist, kann die Behandlung nicht greifen. Nebenwirkungen bei dieser Therapie sind nicht bekannt.

Wie sehen die Behandlungserfolge aus?

Young: Natürlich kann die Arthrose nicht vollständig geheilt werden. Aber der Patient wird deutlich schmerzfreier und kann sich somit wieder besser bewegen. Wenn ein Patient vorher keinen Schritt machen konnte, so kann er danach etwa zwei Kilometer ohne Schmerzen laufen. Der Erfolg der Behandlung hängt auch von der richtigen Dosierung der Therapie ab. Bei schwerer Arthrose wäre es beispielsweise nicht effektiv, nur eine dreistündige Therapie zu machen. Bei 80 Prozent der Patienten jedoch verbessert sich das Beschwerdebild deutlich.

Spürt der Patient etwas von der Behandlung?

Young: Einige Patienten berichten von einem Wärmegefühl oder einem angenehmen Kribbeln. Am dritten Tag kann es zu einer kurzzeitigen Schmerzverstärkung kommen. Nach Abschluss von drei, fünf oder neun Behandlungen untersuche ich den Patienten erneut. Die meisten sind vollends zufrieden und haben hinterher weniger Beschwerden. Der geschädigte Knorpel reagiert auf die Stimulans, und elektrische Prozesse treten in den Zellen wieder auf. Das zögert bei vielen auch die letzte Möglichkeit einer Gelenkprothese hinaus. Bei einigen Patienten macht es Sinn, vor der Therapie das zerstörte Gewebe aus dem Gelenk zu entfernen.

Wer sollte von einer solchen Therapie ausgenommen werden?

Young: Menschen mit Herzschrittmachern und Schwangere sollten daran nicht teilnehmen. Für Herzschrittmacher gelten ausschließlich technische Kriterien, weshalb wir für diesen Personenkreis von einer Therapie abraten. Bei Schwangeren ist es so, dass sich das Fruchtwasser erwärmen könnte.

Zahlt die Krankenkasse diese Behandlungsform?

Young: Bisher ist es so, dass nur die privaten Kassen und die Berufsgenossenschaften zahlen. Die Therapieform ist einfach noch zu jung, und die Erkrankung gilt bei den Kassen ja nicht als lebensbedrohlich. Es geht vielmehr um eine Verbesserung des Gelenkzustandes. Die Patienten, die nicht privat versichert sind, müssten aus eigener Tasche zahlen. Eine Behandlungsserie kostet etwa 500 Euro. Sie besteht aus jeweils einer einstündigen Kernspin-Resonanz-Behandlung an fünf aufeinander folgenden Tagen. Mehr zum Thema lesen Sie auch hier:

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