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Forschungs-Ergebnisse zeigen: Knorpel braucht dosierte Bewegung und Ruhe zugleich

Abnutzungs-Erscheinungen von Knorpel in den Gelenken – Arthrosen – werden mit der steigenden Lebenserwartung immer mehr zum Problem.

Dennoch ist eine Arthrose kein unabänderliches Schicksal. Das zeigt ein neues Diagnose-Verfahren, dass Anatomen der Universität München entwickelt haben. Mit ihm entlocken sie dem Knorpel erstmals seine bislang unsichtbaren Geheimnisse.

Wir haben für Sie recherchiert, wie Sie nach diesen neuen Erkenntnissen Ihre Gelenke am besten schützen. Auf den richtigen Mix kommt es an: Regelmäßige Bewegung, aber auch ausreichende Ruhephasen sind wichtig.

Knorpel kann jetzt „in Aktion“ gefilmt werden

Erst die Knorpelschicht erlaubt reibungs- und schmerzfreie Bewegungen der Gelenke. Doch der Knorpel ist nicht von Blutgefäßen durchzogen und nur schlecht zu versorgen.

Daher kommt es etwa ab dem 60. Lebensjahr zu den ersten Abnutzungs-Erscheinungen, bei Risiko-Personen eventuell schon deutlich früher.

Bisher war unklar, wie die Knorpelschicht möglichst lange glatt und elastisch bleibt. Denn in den engen Gelenken konnten keine Bewegungs-Aufnahmen gemacht werden. Erst das von dem Münchner Anatomen Dr. Felix Eckstein entwickelte Magnetresonanz-Verfahren erlaubt nun, die Knorpelschicht dreidimensional darzustellen.

Die erste Erkenntnis der Forscher: Die Knorpeldicke lässt sich nicht trainieren. Selbst Hochleistungssportler wie Gewichtheber oder Bobfahrer haben keinen dickeren Knorpel als gesunde Menschen. Das ist anders als beim Knochen, dessen Stärke unter regelmäßiger Belastung zunimmt.

Ohne Bewegung schrumpft der Knorpel zusammen

Das bedeutet: Sie können sich nicht in jungen Jahren einen „Vorrat“ an Knorpelmasse antrainieren, von dem Sie dann im Alter zehren. Im Gegenteil: Dr. Eckstein konnte auch zeigen, wie verheerend sich Bewegungsarmut auf die Knorpeldicke auswirkt.

Bei Patienten, die nach einer Operation 6 Wochen lang liegen mussten, nahm die Knorpeldicke um 4% ab. Nach 1 Jahr waren 12% des Knorpels verschwunden.

Diese Sportarten fördern die Knorpeldicke

  • Laufen, Wandern und Walking (auf weichem Grund)
  • Radfahren
  • Tanzen
  • Schwimmen
  • Golf

Aber auch eineDauerbelastung ist nicht erstrebenswert: Sport oder andere Belastungen – das zeigten die Untersuchungen – verformen den Knorpel. Erst im Liegen erholte sich die Knorpelschicht wieder, und die Deformationen gingen zurück.

Für Sie kann das Fazit der Münchner Untersuchungen daher nur lauten: Belasten Sie Ihre Gelenke auch im Alter regelmäßig, aber achten Sie gleichzeitig darauf, dass Ihr Knorpel auch genügend Ruhepausen bekommt.

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