Arthrose: Auch eine Alterserscheinung
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Mit zunehmenden Alter wächst die Wahrscheinlichkeit, an einem oder mehreren Gelenken eine Arthrose zu bekommen. Ihr gezielt vorzubeugen ist kaum möglich, aber sie lässt sich behandeln.
Arthrose scheint so alt zu sein wie die Menschheit. Schon der in den Ötztaler Alpen gefundene „Ötzi“, Jäger und Sammler vor vermutlich 5000 Jahren, litt an dieser schmerzhaften Verschleißerkrankung der Gelenke. Auch die altägyptischen Mumien zeigen Spuren dieser Erkrankung. Inzwischen gehört die Arthrose zu den häufigsten Gelenkerkrankungen überhaupt. Etwa jeder dritte Mensch zwischen 25 (!) und 75 Jahren leidet darunter: ältere Menschen öfter als jüngere, Frauen häufiger als Männer.
So kommt es zu einer Arthrose
Dieses Leiden ist einerseits auf „Abnützung“ viel beanspruchter Gelenke zurückzuführen. Andererseits kann offenbar nicht nur Verschleiß durch einseitige Belastung eine Rolle spielen, sondern im Gegenteil auch Bewegungsmangel: Was rastet, das rostet! Wie bei vielen anderen Krankheiten auch, müssen bei der Arthrose mehrere Faktoren zusammenkommen, damit sie sich entwickelt. Als Auslöser diskutieren die Mediziner verschiedene Faktoren: Neben einer angeborenen oder erworbenen Fehlstellung der Gelenke, beispielsweise X- oder O-Beine, spielt Übergewicht eine sehr große Rolle für eine Arthrose der Hüft-, Knie- und Fußgelenke. Denn jedes Kilo zuviel verringert die Beweglichkeit und strapaziert die Gelenke. Auch einseitige, immer wiederkehrende Bewegungen führen zu einem stärkeren Gelenkverschleiß (z. B. PC- oder Fließbandarbeit), ebenso bestimmte Sportarten, wo beispielsweise Knie, Hand- oder Fußgelenke extrem belastet werden. Viele Leistungssportler und Sportlerinnen leiden deshalb schon relativ früh unter Arthrose. Bei Künstlerinnen und Künstlern wie Maler oder Musikerinnen zählt Arthrose an den Händen zu den Berufsrisiken. Ständige Belastungsspitzen sind gefährlich. Auch können eine verminderte Belastbarkeit des Knorpels, z. B. infolge Fehlernährung, sowie Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Diabetes eine Arthrose begünstigen.
Was bei einer Arthrose geschieht
Während die rheumatoide Arthritis an der Knochenhaut beginnt und erst später den Knorpel angreift, ist der Verlauf bei der Arthrose umgekehrt: Sie fängt am Knorpel an. Er verliert an Elastizität. Der Gelenkspalt wird schmaler und die Gelenkflächen reiben auf einander. Schilfert der Knorpel ab, ist er im Gelenkspalt ein Fremdkörper. Er drückt auf den gegenüberliegenden Knochen, und die Knochenhäute entzünden sich. Die Folge sind in beiden Fällen starke Schmerzen. Kommt noch ein Irritationsfaktor wie eine stärkere Belastung oder eine Verletzung hinzu, nimmt die Entzündung ihren Lauf: Aus der stummen Arthrose wird eine aktivierte Arthrose (Osteoarthritis). Dabei wird die Gelenk- oder Knochenhaut so gereizt, dass sie anschwillt (Ödem) und sich entzündet. Die Arthrose schmerzt nun nicht nur bei Belastung, sondern auch im Ruhezustand.
Das sind ihre Kennzeichen: Am Anfang der Erkrankung ist meist der Bewegungsschmerz da. Später folgt der sogenannte Anlaufschmerz: Das Gelenk mit seinen rauhen Knorpelflächen muss sich sozusagen durch Bewegung erst wieder „einschleifen“. Wenn das Gelenk erst einmal wieder in Funktion ist, wird es durch bessere Durchblutung seiner Umgebung auch besser mit Nährstoffen versorgt. Schmerz, selbst in Ruhe, sowie schmerzhafte Gelenkschwellungen mit Ergüssen (Ödemen) kennzeichnen das entzündete Stadium der Arthrose. Ist die schmerzhafte Entzündung vorbei, bleibt noch eine mehr oder minder starke Deformation zurück – eine Schwellung, ein Höcker – und oft eine bleibende Bewegungseinschränkung.
Im Röntgenbild zeigt sich eine Verschmälerung des Synovialspaltes (Gelenkspaltes). Die Knorpelschicht, die als Stoßdämpfer zwischen den im Gelenk aufeinander treffenden Knochen wirkt, ist durch die häufige belastende Bewegung abgetragen und damit immer dünner geworden. Die Gelenkhaut produziert nicht mehr ausreichend Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere), die den Knorpel ernährt. Infolge dieser ineinandergreifenden Vorgänge reiben die Knochen aneinander, was den heftigen Schmerz verursacht.
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