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Osteoarthritis und Rheumatoide Arthritis: Die beiden Arthritisformen

Die meisten Erwachsenen kommen in ihrem Leben mit der einen oder anderen Arthritisform in Kontakt. Im folgenden Beitrag finden Sie die zwei häufigsten Krankheitsformen.

Arzt tastet Hand eines Patienten ab© wildworx - Fotolia

Osteoarthritis

Diese Form ist besonders weit verbreitet. Es handelt sich um einen chronischen Zustand, der in der Regel im mittleren Lebensabschnitt oder später auftritt. Die genauen Ursachen sind bis heute nicht bekannt. Eine Abnormität Ihrer Gelenkstruktur oder eine vorhergehende Verletzung (z. B. am Knie) begünstigen das Auftreten einer Osteoarthritis.

Die Osteoarthritis bezeichnet man häufig als Abnutzungsarthritis. Man führt die Erkrankung auf eine Überbeanspruchung der Gelenke zurück. Wenn sich ein Gelenk abnutzt, dünnt die Knorpelschicht aus und wird rau. So reiben sich die Knochen allmählich an ihren Enden. Zu den Symptomen und objektiven Befunden der Osteoarthritis gehören Schmerzen und Steifigkeit im betroffenen Gelenk, die sich während oder nach einer Bewegung bemerkbar machen. Stellenweise kommt es unter Umständen zu Schwellungen. Typischerweise entwickeln sich die Symptome einer Osteoarthritis langsam mit wechselnden Ruhe- und Akutphasen. Akut werden die Symptome häufig nach starker Aktivität oder Überbelastung der Gelenke.

Rheumatoide Arthritis

Diesen Typ bezeichnete man früher als primär chronische Polyarthritis. Im Gegensatz zur Osteoarthritis ist die rheumatoide Arthritis primär keine Folge einer Abnutzung oder Verletzung. Diese Erkrankungsform tritt potentiell jederzeit auf, meistens in einem Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Rund 800.000 Menschen leiden unter rheumatoider Arthritis, davon sind über zwei Drittel Frauen.

Man sieht die rheumatoide Arthritis als Autoimmunkrankheit an: Als Krankheit, bei der das Immunsystem den Körper angreift. Hier entzündet sich die Synovialmembran, die normalerweise das Gelenk schützt und versorgt. Dadurch entstehen Schmerzen und Schwellungen. Die Entzündung löst die Ausschüttung von körpereigenen Substanzen aus. Sie beginnen mit der Zerstörung von Knorpel, Knochen, Sehnen und Bändern. Die Muskeln um die Gelenke sind geschwächt und das Gelenk kann allmählich zerstört werden.

Symptome der rheumatoiden Arthritis

  • beginnt häufig im Alter zwischen 25 und 50 Jahren und entwickelt sich innerhalb von Wochen und Monaten
  • betrifft meist viele Gelenke auf beiden Körperseiten; kleine Gelenke der Hände und Füße sind zuerst in Mitleidenschaft gezogen
  • verursacht gewöhnlich deutliche Rötung, Wärme, Schwellung der Gelenke und Morgensteifigkeit; diese Symptome halten unter Umständen mehrere Stunden an
  • löst ein Gefühl des Krankseins mit starker Erschöpfung aus und führt zu Gewichtsverlust

Schrittzähler hilft gegen Müdigkeit

Menschen, die unter rheumatoider Arthritis leiden, verspüren häufig eine starke Müdigkeit. Diese sorgt dafür, dass die Lebensqualität leidet. Die Betroffenen können sich häufig nicht aufraffen, irgendetwas zu tun. Amerikanische Forscher der University of California haben sich überlegt, wie sie die Patienten zu mehr Bewegung animieren könnten. Frühere Studien zeigten, dass Bewegung die Abgeschlagenheit und Müdigkeit vertreibt. Ihre Idee war, die Betroffenen mit einem Schrittzähler auszustatten. Immerhin lieben die meisten Menschen es, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen oder zu übertreffen. Es wird quasi der Spieltrieb und Siegeswille angeregt.

Die Forscher probierten es mit fast 100 überwiegend weiblichen Rheumapatienten aus, die alle pro Tag unter 4.000 Schritte zurücklegten. Ein Teil von diesen wurde lediglich in einer Schulung über die Wichtigkeit der Bewegung aufgeklärt. Ein weiterer Teil bekam einen Schrittzähler, der fest eingestellt war. Die dritte Gruppe musste die zurückgelegte Schrittzahl alle zwei Wochen um 10 Prozent steigern. Nach über einem halben Jahr zeigte sich: Die Schulung hatte nichts gebracht. Die Aktivität hatte sich nicht verbessert. In der Gruppe zwei hatten die Teilnehmer ihre Schrittzahl um durchschnittlich 87 Prozent erhöht, in Gruppe drei um 159 Prozent. Ergebnis: Die Müdigkeit verringerte sich, je mehr sich die Probanden bewegten.

Seniorenpaar vergnügt beim Nordic Walking mit Hund© falkjohann - Fotolia

Symptome der Osteoarthritis

  • beginnt häufig im Alter zwischen 40 und 50 Jahren und entwickelt sich langsam
  • betrifft in der Regel wenige Gelenke auf einer oder beiden Körperseiten
  • verursacht gewöhnlich minimale Rötung, Wärme und Schwellung der Gelenke; Morgensteifigkeit ist häufig von kurzer Dauer
  • löst kein Gefühl des Krankseins aus

Auswirkungen auf andere Organe

Die rheumatoide Arthritis tritt in der Regel in den entsprechenden Gelenken beider Körperseiten auf. Grundsätzlich kann jedes Gelenk das Ziel der Attacke sein. Hand-, Finger- und Fußgelenke sind besonders häufig betroffen. Da das Immunsystem bei dieser Krankheit beeinträchtigt ist, hat eine rheumatoide Arthritis unter Umständen Auswirkungen auf andere Organe wie Lunge, Nerven, Blutgefäße und Augen. In vielen Fällen löst sie allgemeinen Muskelschmerz und Steifheit (besonders am Morgen) aus. Ebenso kann sie für Erschöpfung, Anämie (Blutarmut) und geringes Fieber verantwortlich sein.

Viele andere Erkrankungen lösen die gleichen Symptome in Ihren Gelenken aus. Dazu gehören Gicht, Pseudogicht, Gelenkinfektionen oder andere Autoimmunkrankheiten wie systemischer Lupus Erythematosus, Skleroderma, Polymyositis, Spondylarthritis, Polymyalgia Rheumatica oder Riesenzellarthritis.

Schutz durch Orangensaft

Mit einem Glas frisch gepresstem Orangensaft pro Tag schützen Sie sich wirksam vor der gefürchteten rheumatoiden Arthritis. Der frische Saft enthält nicht nur reichlich von dem Radikalfänger Vitamin C, sondern auch große Mengen der Radikalfänger Beta-Cryptoxanthin und Zeaxanthin. Diese zählen zu den Carotinoiden.

Dies folgt aus einer groß angelegten Untersuchung eines Forscherteams der Universität Manchester in Großbritannien unter der Leitung von Dr. Alan Silman. Die Experten werteten die Ernährungsdaten von 25.000 Erwachsenen auf ihre tägliche Carotinoidzufuhr aus. Das berichtete das American Journal of Clinical Nutrition im August 2005. Wer täglich so viel Beta-Cryptoxanthin und Zeaxanthin zu sich nahm, wie in einem Glas Orangensaft enthalten ist, verminderte sein Arthritisrisiko um40 Prozent. In Großbritannien gehört ein Glas Orangensaft zum typisch „englischen Frühstück“. Tipp: Wählen Sie reife Orangen aus Bioanbau, die Sie in zahlreichen Supermärkten erhalten. Trinken Sie den frisch gepressten Saft sofort in kleinen Schlucken. So verhindern Sie, dass die antioxidativen Inhaltsstoffe mit dem Sauerstoff der Luft reagieren und ihre Wirkung verlieren.

Orangensaft© cut - adobe

Neue Behandlungsmöglichkeit?

Die Ausgabe des englischen medizinischen Wochenschrift Lancet aus dem Jahr 1994 berichtet, dass eine neue Therapie Gelenkschmerzen, Schwellungen und Steifheit bei Patienten mit rheumatoider Arthritis bessert. Die Behandlung zielt auf die Zerstörung eines Proteins, desTumor-Nekrose-Faktors (TNF). Die Forscher nehmen an, dass TNF möglicherweise eine wichtige Ursache der Entzündungen ist, die zu Gelenkschäden führen. Britische Wissenschaftler entwickelten einen Antikörper gegen TNF, der dieses Protein inaktiviert. Studien an 73 Patienten mit chronischer Polyarthritis ergaben, dass die Symptome der rheumatoiden Arthritis bei den Patienten eine deutliche Besserung zeigten, die hohe Dosen des Wirkstoffs erhielten. Bei den Patienten mit geringen Dosen fielen die Behandlungserfolge nicht so überzeugend aus.

Die Studie vermittelt wertvolle Einblicke in die Entzündungsprozesse bei rheumatoider Arthritis und eröffnet zukünftigen Forschungen neue Wege. Für die nahe Zukunft ist rechnen die Forscher jedoch mit keiner neuen Behandlungsmethode. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Wochen. Dies ist nicht lange genug, um die Vorteile und Risiken der Therapie abzuschätzen. Die Wissenschaftler müssten darüber hinaus mehr Patienten in die Studie einbeziehen. So stellen sie fest, ob die Behandlung ähnliche Erfolge erzielt. Demnach bleiben zur Zeit entzündungshemmende Antirheumatika wie Aspirin und Ibuprofen, die Basis-Therapie und physikalische Maßnahmen als Standardmethoden erhalten.

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