Orthopädie
GNL5223
Die Orthopädie befasst sich mit Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Gelenke: Die Schwachstellen des Bewegungsapparates
Die Gelenke sind die Dreh- und Angelpunkte des menschlichen Bewegungsapparates. Ohne diese beweglichen Verbindungen zwischen den Knochen wären wir steif.
Ein Gelenk besteht aus dem Gelenkkopf und der Gelenkpfanne, die wie maßgeschneidert zusammenpassen. (Nur beim Kniegelenk sind die Gelenkflächen unterschiedlich stark gewölbt. Zwei halbmondförmige Knorpelscheiben, die Menisken, gleichen die Unterschiede aus.) Eine Knorpelschicht schützt die Knochen wie ein Stoßdämpfer und verhindert bei Bewegungen die Reibung.
Das Gelenk wird von einer Kapsel aus Bindegewebe zusammengehalten. Die umgebenden Bänder, Muskeln und Sehnen sorgen für die Stabilität des Gelenks.
Aufbau eines Gelenks
Zum Schutz vor Abreibung sind die Gelenkpfanne und der Gelenkkopf mit einer Knorpelschicht überzogen.

Der Gelenkknorpel besteht aus einer festen, aber elastischen Grundsubstanz, in der sich lebende Zellen (Knorpelzellen) befinden. Diese gewährleisten das Wachstum und die Elastizität des Knorpels. Da sich im Knorpel keine Blutgefäße befinden, werden die Knorpelzellen über die Gelenkflüssigkeit, die sogenannte Synovia, ernährt. Diese wird von der Innenhaut der Gelenkkapsel produziert und in den Gelenkspalt freigesetzt. Auch die Stoffwechselprodukte des Knorpels werden über die Synovia entsorgt.
Durch Bewegung und angepasste Belastung der Gelenke wird die nährstoffreiche Synovia – so heißt die Gelenkflüssigkeit – über den ganzen Knorpel verteilt. Während der Entlastungsphasen kann der Knorpel dann die Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit aufnehmen. Für die Ernährung des Knorpels ist deshalb ein ausgewogener Wechsel von Belastung und Entlastung der Gelenke wichtig.
Die Gelenkflüssigkeit hat aber noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie funktioniert im Gelenk wie Schmiere in einem Kugellager und vermindert die Reibung an den Knorpelflächen auf ein Minimum (deshalb wird die Synovia auch als Gelenkschmiere bezeichnet).
Gelenktypen
- Scharniergelenk – Dieses Gelenk funktioniert wie eine Tür. Ihr Kiefergelenk ist ein Beispiel, wobei der Unterkiefer (Mandibu-la) an beiden Seiten mit dem Schädel verbunden ist.
- Zapfengelenk – Dieses Gelenk erlaubt drehende Bewegungen. Ihr Ellbogen enthält sowohl Scharnier- als auch Zapfengelenke.
- Kugelgelenk – Bei dieser Gelenkvariante liegt das kugelförmige Ende eines langen Knochens in der Höhlung eines anderen Knochens. Das erlaubt schwingende und drehförmige Bewegungen. Beispiele sind Hüft- und Schultergelenke.