Orthopäden empfehlen Sport nach Knie- und Hüftgelenkersatz
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Gelenkprothesen
vom 27. Oktober 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
etwa 350.000 Menschen erhalten in Deutschland jedes Jahr ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk. Experten vermuten, dass sich diese Zahl aufgrund des Zunahme älterer Menschen bis ins Jahr 2050 mehr als verdoppeln wird. Ob Patienten anschließend wieder in der Lage sind, die Belastungen des Alltags zu meistern, hängt vor allem von einer optimalen Betreuung nach dem Eingriff ab und wie Fachärzte und Physiotherapeuten gemeinsam eine erfolgreiche Rehabilitation gestalten und so Komplikationsrisiken senken.
„In der Regel werden die Operierten nach 10 bis 14 Tagen aus der Akutklinik entlassen. Ältere Patienten benötigen allerdings nach einem Hüft- und Kniegelenkersatz eine wesentlich längere Regenerationszeit als Jüngere. Dies kann ohne angemessene Unterstützung auch drei bis sechs Monate dauern", erklärt Prof. Karsten Dreinhöfer, Vizepräsident des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und Chefarzt der Orthopädischen Abteilung der Medical Park Berlin Humboldtmühle. „Die daraus resultierende Funktionseinschränkung und zum Teil sogar Bettlägerigkeit ist dabei für solche Patienten die größte Herausforderung. Hier drohen Folgeerkrankungen wie Thrombose, Lungenentzündungen und andere Infekte."
Ziel der Abschlussheilbehandlung in Rehabilitationseinrichtungen ist es, dass die Betroffenen ihre Alltagsfähigkeiten wieder erlangen, die ihnen die Rückkehr in das vertraute häusliche und berufliche Leben erleichtern. „Hierfür sind sportliche Aktivitäten nach dem operativen Eingriff nicht nur erlaubt, sie sind sogar zwingend erforderlich - dies muss aber unter kompetenter Aufsicht erfolgen", erläutert Dreinhöfer, der den Lehrstuhl für muskuloskeletale Prävention, Rehabilitation und Versorgungsforschung an der Charité Berlin innehat. „Frühe körperliche Aktivität erspart dem Patienten unter Umständen eine monatelange Inaktivität mit Lebensqualitätseinbußen und eventuell schwerwiegenden Folgeerkrankungen." Für den Erhalt der Prothesen ist es zudem unabdingbar, regelmäßig körperlich aktiv zu sein. Nur so erhält das künstliche Gelenk eine ausreichend Stützung durch die Muskulatur. Muskeln und Sehnen werden außerdem durch den täglichen Gebrauch wieder gedehnt und gefordert und heben die vorangegangenen Bewegungseinschränkungen bestenfalls vollständig auf. Dank neuester technischer Qualitätsstandards halten hochwertige Prothesen dann bis zu 30 Jahre.
Das klingt doch vielversprechend, nicht wahr?
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Paula (27.10. 2010 07:56 Uhr):
Ich kann den Inhalt Ihres Artikels 100%-ig bestätigen. In 2005 habe ich eine Titanhüfte "ASR 52/46" erhalten, die durch Bewegung und Sport wirklich super sitzt. Egal welche Sportart - ich kann jede ohne Einschränkungen ausüben. Leider hat sie solch einen starken Abrieb, dass sie ein 2-Fäuste großes Geschwür gebildet hat, so dass die Ärzte überlegen, die Hüfte wieder zu entfernen. Was nützt die beste Operation und Vor- und Nachbereitung, wenn das Material Mist" ist
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