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Zink: Ihr Schutz vor Entzündungen und oxidativem Stress

von unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson

Lieber Leser,

wenn Sie rohe Austern und Salat essen, und das jeden Tag, wissen wir zwei Dinge über Sie:

  1. Sie ernähren sich ausgefallen und
  2. Sie nehmen über die Ernährung etwas Zink zu sich.

Tatsächlich könnten Sie sogar zu viel Zink zu sich nehmen (mehr davon gleich). Aber laut einer neuen Studie bringt Ihnen die richtige Menge Zink einige Gesundheitsvorteile – vor allem, wenn Sie älter werden.

Was aber kann Zink alles leisten? Immerhin ist es der Nährstoff, den Ihr Körper braucht, um die DNA zu reproduzieren und zu reparieren.

  • Zink ist ein Antioxidans und ein entzündungshemmender Stoff
  • Zink verbessert das Immunsystem und hilft, Zellschäden zu reparieren
  • Zink verhindert die Zusammenballung von Blutgefäßen, die zu Herzinfarkten führen können.
  • Zink reduziert das Risiko altersabhängiger Makula-Degeneration.

Im März stellten Wissenschaftler der Wayne State University School of Medicine eine Studie vor, die einen weiteren Gesundheitsvorteil von Zink ans Licht brachte.

  • Die Wissenschaftler stellten fest, dass Zinkmangel, der zu Infektionen und gesteigertem oxidativen Stress führen kann, bei Menschen über 55 Jahren üblich ist.
  • 50 gesunde Menschen zwischen 55 und 87 Jahren nahmen an der Studie teil.
  • Als die Teilnehmer vor Beginn der Studie mit jüngeren Teilnehmern verglichen wurden, stellten die Wissenschaftler fest, dass die älteren Menschen generell geringere Zink-Blutwerte aufwiesen, aber höhere Entzündungswerte und mehr oxidativen Stress zeigten.
  • Ein Jahr lang erhielten die Teilnehmer entweder Zink-Nahrungsergänzung (45 mg) oder ein Placebo.
  • Nach dieser Zeit zeigten Untersuchungen, dass die Teilnehmer der Zinkgruppe höhere Zink-Blutwerte hatten, geringere Entzündungswerte und weniger oxidativen Stress.

Die Forscher betonten aber auch, dass die Nahrungsaufnahme mit dem Alter abnimmt – dies macht es schwer, die notwendigen Vitalstoffe über die Nahrung aufzunehmen.

Nun zu den Austern. Beachtliche Mengen Zink können Sie in rotem Fleisch, Bohnen, Nüssen, Vollkornprodukten finden, aber keines kommt an den hohen Zinkgehalt von Austern heran. Der Zinkgehalt in Austern schwankt zwischen 40 und 280 mg pro 200 Kalorien. Pazifik-Austern enthalten eher wenig, „östliche“ Austern dagegen viel Zink. Zudem sind Austern gute Quellen für die Vitamine A, D und B12 sowie für Omega-3-Fettsäuren. Aber all diese Nährstoffe sind kaum noch enthalten, wenn die Austern eingefroren werden.

Lassen Sie uns aber annehmen, Sie leben dort, wo es auch frische Austern gibt und könnten jeden Tag viele davon zu sich nehmen (zumindest in den Monaten mit „r“). Sie würden sich mit vielen Nährstoffen versorgen, aber das Zink könnte Probleme bereiten. Eine tägliche Dosis von 45 mg Zink, wie sie auch in der Studie verabreicht wurde, ist für die meisten Menschen völlig in Ordnung. Aber es gibt Studien, die zeigen, dass Männer, die mehr als 100 mg Zink täglich über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen, ihr Prostatakrebs-Risiko erhöhen. Frauen haben ein etwas höheres Risiko, an einer Harnwegsinfektion zu erkranke, wenn sie zu viel Zink zu sich nehmen.

Reden Sie daher mit Ihrem Arzt, wenn Sie vorhaben, Zink als Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen, um mit ihm diese Risiken abzuklären.

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