MenüMenü

OPC: Statt teurer Pillen: Essen Sie rote Grütze!

Obwohl ihre Wirkung alles andere als erwiesen ist, stehen Fertigmischungen aus oligomeren Proanthocyanidinen, kurz OPC, immer noch ganz oben auf der Hitliste der Nahrungsergänzungsmittel. Warum Sie sich die Geldausgabe dafür sparen können und wie Sie mit natürlichen OPC-Quellen aus heimischem Anbau wesentlich größere Vorteile für Ihre Gesundheit erzielen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

OPCs sind nichts anderes als sekundäre Pflanzenstoffe

Die OPCs zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, mit denen sich die Pflanze z. B. vor Schädlingen schützt. Besonders hohe OPC-Anteile haben Traubenkerne und die Rinde der weißen Mittelmeerkiefer. Extrakte daraus werden von cleveren Versandhändlern als Kapseln unter Handelsnamen wie Pycnogenol oder Original OPC nach Prof. Jack Masquelier mit vollmundigen Versprechungen vermarktet. Dazu bekommt ,,Professor“ Masquelier, dessen wissenschaftliche Werke man in der weltgrößten Medizinbibliothek in New York vergebens sucht, von den Marketingstrategen noch schnell einen Nobelpreis verliehen, den er tatsächlich niemals erhalten hat!

So sollen die Produkte nicht nur Herz- und Gefäßprobleme verhüten, sondern auch Allergien und Immunschwäche vorbeugen, vor Krebs schützen sowie die Gehirnzellen gesund erhalten und damit Parkinson- und Alzheimer-Krankheit, Multiple Sklerose und Epilepsie verhindern. Schlüssige wissenschaftliche Studien, die all diese Wunderwirkungen beim Menschen bestätigen, gibt es bis dato keine. Auch die einwöchige Ministudie an 23 Gefäßpatienten, die nach einem Bericht der US-Fachzeitschrift Angiology vom Juni 2006 Hinweise auf eine verbesserte Beindurchblutung lieferte, reicht als Wirkungsbeweis für OPCs bei weitem nicht aus.

Wirklich potente Radikalfänger?

Nur in Laborversuchen haben sich OPCs bislang als starke Antioxidantien, d. h. Radikalfänger, erwiesen und können daher die Schäden durch freie Sauerstoffradikale mindern.

Das sind die Hauptschäden durch freie Radikale:

    • Reizung der Gefäßwände, damit Förderung von Arteriosklerose
    • Oxidation des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut, das dadurch noch eher an den Gefäßwänden hängen bleibt
    • Schädigung des Zellerbguts, damit Begünstigung von Krebs

Sicher ist, dass OPCs im Darm ins Blut aufgenommen werden, teilweise in aufgespaltener Form. Bislang ungeklärt bleibt jedoch, ob die ursprüngliche OPC-Verbindung, die veränderten Formen oder das Zusammenwirken mit anderen sekundären Pflanzenstoffen für die antioxidative Wirkung verantwortlich sind.

Daher raten Dr. Bernhard Watzl von der Bundesanstalt für Ernährung in Karlsruhe und sein Gießener Kollege, Professor Dr. Claus Leitzmann von der Einnahme einzelner OPC-Substanzen in unnatürlich hohen Mengen ab. Sie empfehlen heimische Lieferanten, die die verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander enthalten.

Gute natürliche OPC-Quellen sind:

  • Äpfel und rote Weintrauben
  • Kirschen und Pflaumen
  • Himbeeren, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Cranberries, Brombeeren und Erdbeeren
  • Hagebutten
  • Rhabarber
  • dicke Bohnen
  • Erdnüsse mit rotem Häutchen
  • Gerste und Hirse
  • schwarzer und grüner Tee
  • Kakao
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten

Alte Kommentare
  • Gerald Kunze schrieb am 15.04.2010, 13:27 Uhr

    Bitte helfen Sie mir! weltgrößten Medizinbibliothek in New York vergebens sucht. Wie ist die Anschrift der Bibliothek und in welchem Gebäude befindet sie sich. Ich möchte hinfahren. Danke!