MenüMenü

Mineralstoffduo: Natrium und Kalium

Ohne Mineralstoffe und Spurenelemente kommen fast alle Lebensfunktionen in unserem Körper zum Erliegen. Aus dieser Vitalstoffgruppe ragen zwei Substanzen heraus, die für Ihre Gesundheit von absolut zentraler Bedeutung sind: Natrium und Kalium.

Bei vielen wichtigen Körperfunktionen arbeiten beide „Supermineralien“ zusammen. Das geschieht zum Beispiel bei der Regulation des Blutdrucks und des Herzschlags, bei der Erregungsleitung in Nerven und Muskeln oder beim Stofftransport in die Körperzellen. Aber beide sind verantwortlich dafür, wenn Sie beispielsweise an heißen Sommertagen starken Durst haben. Wichtig ist, dass Sie Kalium und Natrium in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich nehmen. Durch die „moderne“ Ernährung ist die Natriumzufuhr meist deutlich zu hoch und die Kaliumzufuhr zu niedrig. Die Folgen sind Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen sowie Muskelschwäche, Müdigkeit und Reizbarkeit.

Aufladen der Zellenergie

Die bedeutende Rolle der beiden Mineralstoffe verdeutlicht sich dadurch, dass unser Körper fast 150 g Kalium und 120 g Natrium enthält. Das in den Knochen eingebaute Mineral Kalzium kommt in größerer Menge vor. Natrium und Kalium sind im Körper streng voneinander getrennt: Kalium gilt als vorherrschender Mineralstoff innerhalb der Zellen. Natrium kommt vor allem außerhalb der Körperzellen vor, also im Gewebswasser oder im Blut. Spezielle „Pumpen“ in den Zellwänden erhalten dieses Konzentrationsgefälle aufrecht. Diese Pumpen transportieren jeweils drei positiv geladene Natrium-Teilchen (Ionen) nach außen. Im Gegenzug befördern sie lediglich zwei positive Kalium-Teilchen nach innen. Als Folge lädt sich das Zellinnere gegenüber seiner Umwelt negativ auf. Wegen dieser Ladungsdifferenz stellen die Körperzellen eine Art „Minibatterie“ dar.

Wichtig sind die Ladungsunterschiede vor allen Dingen für Muskel- und Nervenzellen: Zur Aktivierung drehen sich die Ladungsverhältnisse kurzfristig um. Dazu strömt positiv geladenes Natrium in die Zelle ein. Aber auch alle anderen Körperzellen nutzen die Ladung ihrer Minibatterie als Energiequelle, beispielsweise um Nährstoffe aufzunehmen oder Abfallstoffe nach außen abzugeben. Natrium spielt für den Körper eine wichtige Rolle, weil es Wasser bindet. Steigt die Natriumkonzentration zu stark an, lösen verschiedene Hormone und Sensoren im Gehirn Durst aus und melden einen Wassermangel. Durst sollten Sie auf keinen Fall ignorieren! Er stellt ein Notsignal Ihres Körpers dar, dass er dringend Flüssigkeit benötigt.

Auftreten hoher Flüssigkeitsverluste

  • im Urlaub in heißen Ländern
  • bei körperlicher Arbeit in der Sonnenhitze
  • beim Sport
  • durch Erbrechen
  • durch Durchfall
  • durch Medikamente (z. B. harntreibende Mittel, Diuretika)

In diesen Fällen genügt es nicht, Wasser allein zuzuführen. Damit es Ihr Körper aufnehmen und binden kann, benötigt er Natrium. Aus diesem Grund gelten Elektrolytlösungen (aus der Apotheke) oder spezielle Sportlergetränke (z. B. Isostar) als bester Weg zum Ausgleich starker Flüssigkeitsverluste. Zur Not können Sie eine solche Elektrolytlösung selbst herstellen: Versetzen Sie einen Liter Tee oder Wasser mit einem Teelöffel (3 bis 4 g) Kochsalz.

Kochsalz: Nicht immer steigt der Blutdruck

Ein Natriummangel kommt heute so gut wie nicht vor. Das liegt vor allem an der Überversorgung mit Kochsalz. Dieses ist nichts anderes als eine Verbindung aus Natrium und Chlor.

Da Natrium Wasser im Körper zurückhält, erhöht eine erhöhte Natriumzufuhr unter Umständen den Blutdruck. Das gilt für etwa ein Drittel der westeuropäischen Bevölkerung. Bei diesen „salzsensitiven Personen“ funktioniert die Natriumausscheidung über die Nieren nicht optimal. Bei den übrigen Menschen scheidet der Körper überschüssiges Natrium mit dem Urin aus, es beeinflusst den Blutdruck aus diesem Grund nicht.

Kaliummangel

Inzwischen gilt nicht mehr Natrium allein als ein möglicher Auslöser von Bluthochdruck. Eine wichtige Rolle spielt eher das Verhältnis von Natrium und Kalium in der Ernährung. Forscher berechneten, dass in früheren Zeiten dienaturbelassene Kost der Menschen mehr als 10 g Kalium pro Tag lieferte und deutlich weniger Natrium als die moderne Zivilisationskost. Unsere Vorfahren nahmen fünf- bis zehnmal mehr Kalium auf als Natrium. Bei den meisten Menschen sieht es heute anders aus, denn der Verzehr von salzreichen (natriumreichen) verarbeiteten und konservierten Lebensmitteln dreht dieses Verhältnis um: Wir nehmen drei- bis sechsmal mehr Natrium als Kalium auf.

Durch dieses ungünstige Nährstoffverhältnis schnellt der Blutdruck in die Höhe. Das zeigten viele Studien. Im Jahr 1999 wertete eine Expertengruppe der John-Hopkins-Universität in Baltimore / USA insgesamt 33 dieser wissenschaftlichen Studien zusammenfassend aus. Ihr Fazit: Die niedrige Zufuhr von Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Bluthochdruck. Dies gilt vor allem bei Menschen mit einer natriumreichen Ernährung. Bei Bluthochdruck profitieren Sie von der Einnahme von Kaliumpräparaten (Tagesdosierung 2,5 bis 5 g). Allerdings sollten Sie Kaliumpräparate nicht auf eigene Faust einnehmen, sondern die Beratung durch einen Arzt vorziehen.

Muskelkrämpfe? Denken Sie an Kalium!

Fehlt dem Körper Kalium, sind des Weiteren Muskulatur und Nerven geschwächt. Das liegt daran, dass Kalium zusammen mit Natrium für die Aufladung der „Minibatterie“ Körperzelle sorgt.

Nehmen Sie zu wenig Kalium auf, büßen Ihre Muskeln an Kraft ein. Dann fällt jede Bewegung auffallend schwer. Darüber hinaus ist der Herzmuskel in seiner Leistungskraft geschwächt.

Anzeichen eines Kaliummangels

  • Bluthochdruck
  • Muskelschwäche
  • Müdigkeit, Reizbarkeit
  • Verstopfung
  • Herzrhythmusstörungen

Der Darm reagiert auf die verminderte Muskelaktivität mit Verstopfung, die sich bis zu einem Darmverschluss steigern kann. Um solchen Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollten Sie täglich 2 bis 4 g Kalium aufnehmen.

Mit einer gemüse- und obstreichen Kost gelingt Ihnen das in der Regel. Als ergiebige Kaliumquellen gelten unter anderem Trockenobst, Kartoffeln oder Bananen. Allerdings sollten Sie darauf achten, nicht zu viel des „Kalium-Gegenspielers“ Natrium aufzunehmen. Mehr als ein Teelöffel Kochsalz pro Tag sollten Sie aus diesem Grund nicht verwenden. Andernfalls steigt automatisch Ihr Kaliumbedarf. Besonders viel Kalium enthalten getrocknete Aprikosen und dicke Bohnen. Darüber hinaus gelten grüne Erbsen, Zartbitterschokolade, Spinat, Fenchel, Brokkoli, Kartoffeln (mit Schale), Feldsalat und Bananen als kaliumreiche Lebensmittel.

Ursachen eines Kaliummangels

  • zu hohe Kochsalzzufuhr (erhöhte Natrium-Konzentration)
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Durchfall, Erbrechen, chronische Entzündungen)
  • Hormonstörungen (Nebenniere, Schilddrüse)
  • Nierenerkrankungen
  • starke körperliche Anstrengungen, hoher Schweißverlust
  • Magnesiummangel
  • Medikamente, z. B. Kortison, Abführmittel oder harntreibende Mittel (Diuretika)

Magnesium fördert die Aktivität der Kalium-Natrium-Pumpe in der Zellwand. Bei einem Magnesiummangel pumpen die Körperzellen nicht genug Kalium nach innen. Die „Minibatterie“ lädt sich nicht mehr richtig auf. Verlieren Sie etwa durch starkes Schwitzen beim Sport zusätzlich Kalium und Magnesium, sind Muskelschwäche und -krämpfe vorprogrammiert.

Ein Kaliummangel wirkt sich darüber hinaus auf Ihr Herz aus. Anhand eines EKGs (Elektrokardiogramm) erkennt Ihr Arzt typische Veränderungen in der elektrischen Erregungsleitung.

In diesen Fällen profitieren Sie von Kaliumpräparaten

  • bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • bei Herzrhythmusstörungen
  • bei Angina pectoris
  • bei koronarer Herzkrankheit

In einer Studie der Universität Freiburg behandelten Ärzte im Jahr 1997 über 230 Herzrhythmus-Patienten mit einem Kalium-Präparat (3 g täglich). Bereits nach drei Wochen verringerte sich die Rate an Rhythmusstörungen um 20 %. In einer Gruppe, die nur ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt, fiel die Rate lediglich um 3 %. In der Regel empfehlen Experten Herzpatienten Tagesdosierungen zwischen 1,5 und 5 g Kalium täglich. Allerdings eignen sich diese Dosierungen nicht zur Selbstmedikation. In vielen Fällen kommt es zu Reizungen der Magenschleimhaut. Die Folgen sind Übelkeit, Erbrechen oder Blutungen.

Darüber hinaus stören einige Medikamente (z. B. Blutdrucksenker, Schmerz- und Rheumamittel) die Ausscheidung von Kalium. Das führt unter Umständen zu gefährlichen Kaliumansammlungen im Körper, die einen Herzstillstand auslösen können. Vor allem wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden sollten Sie aus diesem Grund Kaliumpräparate nicht auf eigene Faust einnehmen. Niedrigere Tagesdosierungen (bis ca. 500 mg) verträgt der Körper in der Regel gut. Sie können sie einsetzen, um Kalium-Verluste durch sportliche Betätigungen oder Versorgungslücken aufgrund einer unausgewogenen Ernährung auszugleichen.

Die richtige Anwendung von Kaliumpräparaten

  • In der Apotheke erhalten Sie Kaliumpräparate zur Herz- und Muskelstärkung oft in Kombination mit dem wichtigen Mineralstoff Magnesium (z. B. Tromcardin® oder Galacordin®; Monatsbedarf etwa 15 bis 20 Euro).
  • Nehmen Sie die Präparate nach den Mahlzeiten und mit reichlich Flüssigkeit ein. Sonst reizen sie die Magenschleimhaut.
  • Leiden Sie an einer Nierenkrankheit oder sind Sie regelmäßig auf andere Medikamente angewiesen, fragen Sie vor der Einnahme von Kalium-Präparaten vorher Ihren Arzt um Rat.
  • Des Weiteren sollte Ihr Arzt in diesen Fällen Ihren Blut-Kaliumspiegel überwachen.
  • Tagesdosen von regelmäßig mehr als 500 mg Kalium nehmen Sie lediglich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.

So schnell wirken Säurepuffer auf Ihren Körper

Kalium gilt als starker Säurepuffer. Das erfahren Sie sogar selbst: Machen Sie den Kartoffel-Test. Zunächst messen Sie Ihren pH-Wert. Halten Sie einen pH-Teststreifen in Ihren Urin. Diese in der Apotheke erhältlichen Streifen messen Ihre Säureausscheidung, also Ihren pH-Wert. Dann benötigen Sie drei große Kartoffeln. Kochen und essen Sie diese mit Schale. Sie stellen wahre Kaliumbomben dar.

Warten Sie drei Stunden, dann wiederholen Sie die Urin-Messung. Sie sehen, dass die Kaliumbombe Kartoffel Sie in den basischen Bereich brachte, zumindest für den Moment. Natürlich dauert es dennoch seine Zeit, bis alle im Körper vorhandenen Säuren ausgeschieden und Ihre Zelldepots wieder aufgefüllt sind. Aber Sie sehen so, was eine vitalstoffreiche Ernährung ausmacht.

Diese Lebensmittel sollten Sie vermehrt zu sich nehmen:
Verhältnis Kalium : Natrium
Bananen440:1
Orangen260:1
Wassermelone160:1
Kartoffeln110:1
Äpfel90:1
Fisch3:1
Fleisch3:1
Milch3:1
Dagegen gibt es viele Lebensmittel, die Sie besser meiden sollten:
weißes Brot1:3
Salami1:4
Schinken1:5
Schinkenspeck1:7
Camembert1:9
Schimmelkäse1:10
Salzstangen1:20
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten