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Allgemeine Regeln bei der Medikamenteneinnahme

Keine Medizin auf leeren Magen – wer kennt diese alte Regel nicht? Doch fatalerweise ist sie für manche Medikamente schlichtweg falsch! Nicht alle Medikamente können und dürfen Sie so einnehmen. Die Wirkung der Medizin schwächt entweder ab oder verstärkt sich, wenn Sie die genaue Einnahmeangabe ignorieren.

Vor oder nach dem Essen?

Für die meisten Medikamente gilt: Nicht zum Essen einnehmen, sondern 30 Minuten davor oder danach. Die meisten Tabletten, Kapseln oder Filmtabletten lösen sich erst im Dünndarm auf. Das verbessert zum einen die Verträglichkeit und zum anderen schützt es die empfindlichen Inhaltsstoffe vor der aggressiven Magensäure.

Ein gefüllter Magen ist er mit der Verdauung der Speisen beschäftigt und die Medizin gelangt langsamer in den Dünndarm. Die Arznei löst sich bereits im Magen auf und verliert so ihre Wirkung. Halten Sie sich an die Angaben auf dem Beipackzettel.

Milchprodukte, Tee, Alkohol

Darüber hinaus nehmen Sie Medikamente nicht mit Milch, Quark & Co ein. Das in Milchprodukten enthaltene Kalzium geht mit bestimmten Arzneigruppen im Darmkomplexe Verbindungen ein und behindert dadurch die Aufnahme der Arznei über die Darmschleimhaut. Das gilt besonders für Antibiotika, die Sie immer im Abstand von 30 oder besser 60 Minuten zu einem Joghurt oder einem Glas Milch einnehmen. Nehmen Sie Medikamente nicht mit grünem oder schwarzem Tee ein! Die Gerbsäure ist der Übeltäter, der die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes „abdichtet“ und die Aufnahme der Wirkstoffe verhindert.

Des Weiteren nehmen Sie Medikamente niemals mit Alkohol ein. Besonders gefährlich ist diese Kombination, wenn Sie Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder Antiepileptika schlucken. Im schlimmsten Fall kommt es zu schweren Atemstörungen. Schilddrüsenhormone sollten Sie nicht mit dem Frühstück zu sich nehmen. Diese Hormone sind die am häufigsten verordnete Tablette. Die Einnahme erfolgt 30 bis 60 Minuten vor der ersten Mahlzeit des Tages. Die gleichzeitige Aufnahme von Nahrung verringert die Wirkung um bis zu 35 Prozent.

Vermeiden Sie Wechselwirkungen

Ihre Medikamente dienen einem einzigen Ziel: Sie sollen Ihnen helfen, gesünder, besser, beschwerdefreier und länger zu leben. Wenn Ihnen unterschiedliche Ärzte unterschiedliche Mittel verordnen und der eine die Verschreibungen des anderen nicht weiß, schlummert in Ihrem Medikamenten-Mix möglicherweise eine gefährliche Mischung. Nehmen Sie mehr als drei Medikamente regelmäßig ein, dann schreiben Sie alle Medikamente auf und nehmen Sie diese Liste mit zu jedem Arzttermin. Schreiben Sie darüber hinaus die Dinge auf, die Sie ohne Rezept einnehmen. Dazu gehören Medikamente aus der Naturheilkunde und Homöopathie. Auch diese treten unter Umständen in Interaktion mit den verschriebenen Präparaten und wirbeln Ihren Körper durcheinander.

Nehmen Sie homöopathische Mittel ein, verzichten Sie auf den Genuss von Pfefferminze, Kampfer, Kaffee, Alkohol und Nikotin. Diese Mittel sind so sensibel, dass Sie allein mit einem Pfefferminz-Kaugummi die Wirkung verhindern. Wenn Sie trotz Rücksprache mit Ihren Ärzten das Gefühl haben, etwas an der Zusammensetzung bekommt Ihnen nicht, folgen Sie diesem Gefühl. Auch wenn die von Ihnen beschriebene Nebenwirkung selten oder bisher nicht vorgekommen ist, ausgeschlossen ist nichts. Bestehen Sie darauf, dass man Ihnen andere Medikamente verschreibt oder die Dosierung ändert. Das aber entscheiden Sie bitte nicht ohne Ihren Arzt!

Wechselwirkungen bei Nahrungsergänzungsmitteln

Wenn Sie ein Medikament einnehmen und auf eigene Initiative hin auch ein Nahrungsergänzungsmittel, sollten Sie Ihren Arzt darüber unterrichten. Mehr als 40 Prozent aller Patienten sagen ihrem Arzt nicht, dass sie Vorsorge betreiben und selbst aktiv sind. Auch wenn Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel sind – sie können in Wechselwirkung treten mit den Medikamenten, die Sie einnehmen. Das gilt insbesondere für folgende Inhaltsstoffe:

  • Knoblauch
  • Baldrian
  • Rauschpfeffer (Kava)
  • Ginkgo
  • Johanniskraut

Zu Ihrer eigenen Sicherheit: Nehmen Sie diese Stoffe nur zu sich, wenn Ihr Arzt Ihnen dafür grünes Licht gibt.

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