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So nutzen Sie Ihre Haut als Vitamin-D-Fabrik

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das Ihr Körper selbst herstellen kann. Das passiert in Ihrer Haut; allerdings nur, wenn Sie Ihre Haut auch dem Sonnenlicht aussetzen. In Lebensmitteln macht sich das Vitamin rar. Größere Mengen stecken nur in Eiern und fettem Fisch wie Hering, Makrele, Thunfisch und Lachs.

Rachitis als Folge von Sonnenlicht-Mangel

Wenn Sie schon etwas älter sind, erinnern Sie sich sicher noch mit Schrecken an alte Zeiten: Während der Industrialisierung stehen Europas Städte unter Dauersmog. Im Ruhrgebiet sehen die Menschen oft über Wochen kein Sonnenlicht. Durch den Mangel an Sonnenlicht und die schlechte Ernährung erkranken viele Kinder an Rachitis. Sie haben verformte Gliedmaßen und krumme Beine. Erst in den 1920er Jahren entdeckt ein Forscher den Zusammenhang, dass sich Vitamin D in der Haut bildet, wenn die Sonne scheint. Die Höhensonnnen-Therapie kommt in Mode und Kinder müssen Lebertran schlucken, in dem viel Vitamin D steckt.

Inzwischen wissen Forscher: Bei einem Vitamin-D-Spiegel unter fünf Nanogramm pro Milliliter Blut droht die gefährliche Knochenerweichung. Darum bekommen Babys im ersten Lebensjahr Vitamin-D-Tabletten. Dadurch tritt die Rachitis in Deutschland nur noch sehr selten auf. Doch auch heute noch kann der Vitamin-D-Spiegel zu niedrig sein und Ihre Knochengesundheit gefährden. Das gilt auch für Erwachsene. Der Grund: Ohne Vitamin D kann Ihr Körper nicht genügend Kalzium in den Knochen einlagern. Die Gefahr für Knochenbrüche und Osteoporose steigt.

Wie viel Vitamin D braucht Ihr Körper?

Wissenschaftler streiten darüber, wie hoch der Vitamin-D-Wert im Blut sein sollte. Das amerikanische Institute of Medicine hält 20 Nanogramm pro Milliliter Blut für ausreichend. Das entspricht auch den deutschen Empfehlungen: Diesen Wert können Sie leicht durch Sonnenlicht und Vitamin-D-reiche Lebensmittel wie Fisch und Eier erreichen. Die US-Gesellschaft der Endokrinologen hält jedoch unsere Knochen erst ab 30 Nanogramm pro Milliliter Blut für gut geschützt. Forschungen deuten ebenfalls darauf hin, dass die als normal geltenden Konzentrationen im Blut und dabei besonders die Werte des 25-Hydroxyvitamin-D (25-D) zu niedrig angesetzt sind.

Zudem wird ein Vitamin-D-Mangel auch als Risikofaktor für 30 verschiedene Krankheiten diskutiert. Allerdings gibt es bis heute noch keine Studien, die einen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang belegen. Dessen ungeachtet raten die amerikanischen Endokrinologen vorsichtshalber zu noch höheren Vitamin D-Spiegeln: Erst bei Werten zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter seien wir rundum geschützt.

So beugen Sie einem Vitamin-D-Mangel vor

Vitamin D gehört zu den Vitaminen, die Ihr Körper über einige Monate speichern kann. Wenn Sie in der Sommerzeit regelmäßig 15 bis 20 Minuten Kopf und Arme in die Sonne strecken, dürften Sie mit Vitamin-D-Mangel keine Probleme haben. Von einem Vitamin-D-Mangel sind in der Regel nur Menschen betroffen, die wenig ans Sonnenlicht kommen. Das sind vor allem Pflegebedürftige in Seniorenheimen, Säuglinge und Menschen, die sich völlig mit Kleidung bedecken. Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit Ihres Körpers zur Vitamin-D-Bildung ab. Im Alter kann daher die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates in Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll sein.

Für eine gesunde Haut ist die sicherste Quelle für Calciferole die Nahrung bzw. Zusätze wie Multivitaminpräparate und Vitamin-D-Produkte, die nicht aus Fischleber gemacht werden. Die Ansicht, dass Sonneneinstrahlung bewusst zur Vitamin-D-Produktion genutzt werden kann, ist umstritten. Die Amerikanische Hautärzte-Vereinigung erklärt, dass jede zusätzliche Sonnenbestrahlung das Hautkrebsrisiko steigert. Wenn Sie sich um Ihre Calciferol-Aufnahme Sorgen machen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eine Messung Ihres Blutwertes auf 25-D könnte sich lohnen, vor allem, wenn Sie sich selten im Freien aufhalten, keine angereicherte Milch oder Multivitamine zu sich nehmen, älter sind oder eine dunkle Hautfarbe haben.

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