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Vitamin D: Ein Mangel kommt häufiger vor als gedacht!

Über Vitamin D ist seit langem bekannt, dass es für die Knochengesundheit wichtig ist. Jetzt haben Wissenschaftler und Kliniker herausgefunden, dass Vitamin D möglicherweise noch eine größere Rolle spielt. Ob Sie aber genug von dieser Substanz bekommen, ist eine andere Frage. In den USA befürchtet man, dass die meisten Menschen weniger als die empfohlene Dosis des Vitamins aufnehmen.

So wirkt das Vitamin

Der Begriff Vitamin D gilt für mehrere Substanzen namens Calciferole. Einige davon werden im Dünndarm aus der Nahrung aufgenommen. Vitamin D kann auch aus einer cholesterin-ähnlichen Vorform in der Haut produziert werden, wenn die Substanz mit Ultraviolett-B- (UVB) Strahlen des Sonnenlichts reagiert. Haut, die UVB-Strahlen ausgesetzt ist, kann eine Vitaminmenge produzieren, die vielen tausend internationalen Einheiten (IE) von Vitamin D entspricht. Wichtige Faktoren sind die Intensität der Strahlen, die Fläche der beschienenen Haut, Ihr Alter und Ihre Hautfarbe: Je dunkler die Haut, desto weniger Vitamin D kann entstehen.

Ausreichende Mengen Vitamin D sind notwendig, um Kalzium aus der Nahrung aufnehmen zu können und Knochensubstanz aufzubauen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene bis 65 Jahre eine tägliche Dosis von 5 ug (200 IE) aus Nahrung, Zusätzen und Sonnenbestrahlung. Jenseits der 65 werden 10 ug (400 IE) empfohlen. Aber Wissenschaftler glauben zunehmend, dass die heute empfohlenen Werte zu niedrig sein könnten. Es handelt sich um Mindestwerte, die für die Vermeidung schwerer Knochenkrankheiten nötig sind. So bleibt die Frage nach dem optimalen Wert bestehen.

Vitamin D hilft nicht nur den Knochen

Die Hinweise verdichten sich, dass Menschen jeglichen Alters zuwenig Vitamin D erhalten. Verschiedene Studien haben die Wirkung von zu wenig Vitamin D auf andere Gesundheitsaspekte untersucht.

Der Einfluss der Calciferole auf die Muskelkraft bei älteren Menschen wurde in einer wissenschaftlich kontrollierten Studie mit 122 Frauen über 80 Jahre in der Schweiz untersucht. Eine Gruppe erhielt täglich 1.200 mg Kalzium, während die andere zusätzlich noch 20 ug (800 IE) Vitamin D einnahm. Nach drei Monaten zeigte ein Vergleich von Beinkraft und -funktion, dass die Vitamingruppe deutlich bessere Leistungen aufwies und nurhalb so viele Stürze zu verzeichnen hatte.

93 Prozent leiden unter einem Mangel!

Eine Studie in Minnesota (USA) identifizierte 150 Menschen zwischen 10 und 65 Jahren, die zwar ansonsten gesund waren, aber unter unspezifischen Muskelschmerzen litten. Ein Vitamin-D-Mangel wurde bei 93 Prozent der Teilnehmer festgestellt; 28Prozent davon wiesen einen erheblichen Vitaminmangel auf.

Neue Untersuchungen nehmen die Rolle der Calciferole bei Krankheiten genauer unter die Lupe. Besonders interessant sind bestimmte Krebsarten, Autoimmunstörungen und Diabetes. Ein Indiz ist das seltenere Vorkommen von Prostata-, Dickdarm– und Brustkrebs, Multipler Sklerose und Typ-1-Diabetes in Regionen, die eine höhere Sonneneinstrahlung über das Jahr verzeichnen.

Die besten Vitamin-D-Lieferanten

NahrungsmittelMengeGehalt in Mikrogramm
Lachs100 g16,0
Thunfisch100 g5,0
Kabeljau100 g1,3
Hühnerei1 mittelgroßes1,0
Kalbfleisch100 g3,8
Hartkäse30 g0,33
Butter10 g0,1
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