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Vitamin D: Bekommen Sie genug Sonnenlicht?

Die wichtigste Ursache für einen Vitamin-D-Mangel ist zu wenig Sonnenlicht. Besonders gefährlich sind die Wintermonate, in denen die Sonne so tief steht, dass nicht genügend UVB-Strahlung für die körpereigene Bildung von Vitamin D auf der Erde ankommt.

Erst im Juni 2007 bestätigte eine computergestützte Langzeituntersuchung, die das norwegische Staatsinstitut für Luft- und Klimaforschung in Tromsö im Auftrag der EU durchführt: Alle Gebiete nördlich des 52. Breitengrades bekommen von Oktober bis März nicht genügend Licht.

Der 52. Breitengrad verläuft in Deutschland an der nördlichen Grenze des Ruhrgebiets, geht durch Bielefeld und verläuft dann 60 km südlich von Berlin nach Osten. Wenn Sie also nördlich dieser Linie leben, sollten Sie im Winter unbedingt ein Vitamin-D-Präparat (siehe Kasten rechts) einnehmen.

Weitere Ursachen für einen Vitamin-D-Mangel sind:

  •  schwere Nierenschwäche, z. B. diabetische Glomerulonephritis, Schrumpfniere
  •  Langzeitbehandlung mit Kortison, z. B. bei Rheuma
  •  dunkler Teint, der die wichtige UVB-Strahlung abschirmt
  •  höheres Lebensalter wegen verlangsamtem Stoffwechsel
  •  Übergewicht, da die Fettzellen Vitamin D fest binden
  •  Untergewicht durch zu geringe Nahrungszufuhr
  •  vegane Ernährungsweise (kein Milch-, Ei- und Fischverzehr)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die tägliche Zufuhr von 5 µg (200 Internationale Einheiten I. E.) für Menschen unter 65 und 10 µg (400 I. E.) für Menschen ab 65 Jahren. Die aktuellen Leitlinien des US-Gesundheitsministeriums raten sogar zu 10 µg ab 50 und 15 µg ab 70 Jahren.

Bei den übrigen Risikofaktoren, z. B. Nierenerkrankungen oder Kortisontherapie, muss Ihr Arzt die Vitamin-D-Dosis individuell festlegen. Dazu wird er den Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmen, dessen Normbereich zwischen 20 und 90 ng/ ml liegt. Bei Werten unter 20 ng/ml brauchen Sie ein Vitamin-D-Präparat!

Hoch dosiertes Vitamin D ist ein echter Krebsschutz

Amerikanische Tumorforscher gehen sogar davon aus, dass erst Blutspiegel von mindestens 25 bis 30 ng/ml einen optimalen Krebsschutz bieten. Das würde eine tägliche Einnahme von 25 bis 50 µg (1.000 bis 2.000 I. E.) bedeuten, erläuterte der Hautarzt Professor Jörg Reichrath (Universität omburg/Saar) auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie im Juli 2007 in Dresden. Solche Mengen sind nicht schädlich, denn zahlreiche orscherteams haben ihre erfolgreichen Untersuchungen zur Vitamin-D-Therapie bei Krebs (z. B. Harvard-Universität Boston) und Herzschwäche mit hohen Dosen durchgeführt. So berichtete die renommierte Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition im Juni 2006 über eine Studie der Universitätsklinik Essen an 123 Herzpatienten. Die tägliche Gabe von 50 µg Vitamin D über 9 Monate bremste das Fortschreiten der Herzschwäche ohne Nebenwirkungen.

Tipp: Nehmen Sie trotzdem hohe Dosen von Vitamin D nur nach vorheriger Beratung mit Ihrem Arzt und unter seiner regelmäßigen Kontrolle ein. Denn zu viel Vitamin D kann den Kalziumspiegel im Blut in ungesunde Höhen treiben und Übelkeit, Erbrechen, gesteigerten Durst sowie Herzrhythmusstörungen verursachen.

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