MenüMenü

Vitamin C: Schutz vor Herzerkrankungen??

Die medizinische Forschung arbeitet intensiv an einer Überprüfung der Vermutung, dass Vitamin-C-haltige Lebensmittel vor Arteriosklerose schützen. Die Aufmerksamkeit der Forscher konzentriert sich dabei auf eine Beobachtung: Ein hoher Vitamin-C-Spiegel im Blut beeinflusst den erhöhten Cholesterinspiegel günstig, der als Risikofaktor für Herzerkrankungen gilt.

Vitamin C als Cholesterinsenker

Wissenschaftler bezweifeln zwar, dass das Vitamin C allein die Gesamtcholesterinwerte senkt. Aus mehreren Studien geht aber hervor, dass es die Werte des „guten“ Cholesterin (HDL) erhöht. HDL entsorgt das Blutcholesterin im Blutkreislauf. Es schleppt Cholesterin von den Arterien zur Leber zurück, wo der Körper es ausscheidet. Damit befreit HDL die Arterien von den verstopfenden Plaques (Ablagerungen), die zum großen Teil aus Cholesterin bestehen.

Insbesondere bei Frauen waren in den Studien höhere Vitamin-C-Spiegel mit höheren HDL-Werten verknüpft. Noch ist nicht geklärt, ob der herzschützende Effekt des Vitamin C nicht vorrangig auf die allgemein gesündere Ernährung zurückgeht, weil es vorwiegend in Gemüse und Obst enthalten ist. Davon sollten Sie reichlich essen und trinken.

Wie wirkt Vitamin C?

Mit der Nahrung aufgenommen, bewirkt das Vitamin im Zusammenhang mit den anderen Bestandteilen einen ungleich günstigeren Effekt als in Tabletten oder Pulvern. Zum einen überdosieren Sie mit Vitamin C als „Nahrungsergänzung“ schnell. Dann wirkt es als Kalziumräuber und erreicht den Effekt, den Sie verhindern wollten: Der Körper lagert zu wenig Kalzium in die Knochen ein. Zum anderen sind hohe Gaben (z. B. 2000 mg) für Personen mit Nierensteinen, einer vorgeschädigten Niere und für Dialyse-Patienten schädlich.

Der Organismus verwertet von hohen Einmalgaben lediglich ein Drittel. Zwei Drittel scheidet er mit dem Urin wieder aus. Diese Anflutung belastet die Nieren. Bei Verzehr von ausreichend Obst und Gemüse bekommen Sie das Problem nicht.

Hilfe bei der Koronaren Herzkrankheit?

Bislang wiesen Experten den Einfluss von Vitamin C bei der Behandlung der Koronaren Herzkrankheit nicht eindeutig nach. Die Autoren einiger Studien weisen darauf hin, dass Vitamin-C-Präparate hilfreich bei der Erweiterung der Blutgefäße sind. Wenn der Körper das Blut vom Herzen in den Rest des Körpers pumpt, dehnen sich gesunde Blutgefäße jedes Mal geringfügig aus. Bei Personen mit Koronarer Herzkrankheit dehnen sich die Blutgefäße weniger gut aus. Zur Zeit liegen über die Wirkung von Vitamin C bei der Behandlung der Koronaren Herzkrankheit wenige wissenschaftliche Daten vor: zu wenig, um eine Behandlung zu empfehlen.

Wenn Sie an Koronarer Herzkrankheit leiden, folgen Sie den Empfehlungen Ihres Arztes. Wenn Sie Ihr Risiko für diese Krankheit reduzieren wollen, rauchen Sie nicht und bewegen Sie sich regelmäßig körperlich. Setzen Sie sich eine gesunde Ernährung für das Herz zum Ziel. Essen Sie mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, nur mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte. Senken Sie Ihren Cholesterinspiegel, wenn nötig mit Medikamenten.

Ernährung spielt eine große Rolle

Die Ergebnisse zahlreicher Studien belegen, dass Personen, die sich mit viel Obst und Gemüse ernähren, ein geringeres Risiko für viele Krankheiten tragen, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Krebs. Diese vollwertigen Nahrungsmittel sind nicht nur gute Vitamin-C-Quellen. Sie bieten Ihnen auch eine Menge anderer wichtiger Nährstoffe, die eine Rolle bei der Abwehr von Krankheiten spielen.

Wenn Sie jedoch nicht genügend Vitamin C mit Ihrer Ernährung aufnehmen, schadet es im Allgemeinen nicht, ein Präparat mit 500 mg Vitamin C pro Tag einzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung der FDA, Ernährungs- und Arzneimittelbehörde der USA. Offizielle deutsche Empfehlungen gibt es nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (Frankfurt) nicht.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten