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Wundermittel Vitalzucker? Warum Ihre Gesundheit nicht von diesen Glykonährstoffen profitiert

In letzter Zeit wird vermehrt Werbung gemacht für Glykonährstoffe: Nur wenn Ihr Körper ausreichend über diese Stoffe verfügt, könne Ihr Immunsystem richtig arbeiten, Sie erkranken nicht an Autoimmunerkrankungen, und die Kommunikation der Zellen untereinander funktioniere reibungslos. Aber fehlt Ihnen tatsächlich etwas, wenn Sie Glykonährstoffe nicht zusätzlich zu sich nehmen? Lesen Sie, woraus diese Stoffe bestehen – und warum Sie getrost darauf verzichten können.

Zuckersorten© Africa Studio - Fotolia

Als „wichtigste Nährstoffe des neuen Jahrtausends“ werden sie bezeichnet: die Glykonährstoffe. Sie werden auch unter den Namen „Vitalzucker“ bzw. „Zauberzucker“ angeboten und sollen absolut notwendig für das menschliche Leben sein. Findige Marketingstrategen vergleichen ihre Wirkung sogar mit der von Vitaminen. Aber was verbirgt sich hinter diesen Stoffen?

Glykonährstoffe sind nichts anderes als Zucker

Wir kennen rund 200 verschiedene Zuckerarten – hiervon werden acht als Glykonährstoffe bezeichnet, die angeblich essenziell, also lebensnotwendig sind:

  • Glukose
  • Galaktose
  • Fucose
  • Mannose
  • N-Azetylglukosamin
  • N-Azetylgalaktosamin
  • N-Azetylneuraminsäure
  • Xylose

Die bekanntesten hiervon sind sicherlich Glukose und Galaktose, die in vielen Lebensmitteln enthalten sind.

Was ist so Besonders an diesen 8 Zuckerarten?

Es wird behauptet, dass sie wesentlich dazu beitragen, dass die Kommunikation der Zellen untereinander funktioniert. Nur wenn die Zellen, so die Aussage der Hersteller, „glykolisiert“ sind, können zum Beispiel die Signale weitergegeben werden, die dafür sorgen, dass die Killerzellen des Immunsystems Bakterien oder Viren angreifen und vernichten. Umgekehrt wird behauptet, dass ein Fehlen der Glykonährstoffe dazu führt, dass die Zellen des Immunsystems nicht in der Lage sind, infektauslösende Eindringlinge zu erkennen. Sie würden stattdessen gesunde, körpereigene Zellen angreifen und so Autoimmunerkrankungen auslösen.

Zucker soll angeblich Mangelware sein

Darüber hinaus wird mit einer Studie aus den USA gezeigt, dass unsere heutige Ernährung nicht nur arm an Vitalstoffen, sondern eben auch an diesen wichtigen Zuckersorten ist. Durch diesen Mangel, so die Hersteller, seien viele Menschen stark gesundheitsgefährdet – noch ein Grund mehr, dringend Glykonährstoffe zu kaufen und einzunehmen.

Die Fakten zum Thema Zucker

Aber was ist dran an diesen Behauptungen der Hersteller, mit denen sie unbedingt ihre Glykonährstoffe verkaufen wollen? Fakt ist: Unser Körper braucht Zucker. Er spielt eine wichtige Rolle in vielen Stoffwechselvorgängen. So können nur mit ausreichend Zucker Eiweiße aufgebaut werden. Auch bei der Produktion von Enzy­men oder Hormonen muss Zucker zur Verfügung stehen. Selbst die Vorgänge im Gehirn funktionieren nicht ohne Zucker.

Fakt ist aber auch: Wir nehmen alle über unsere Nahrung genügend, teilweise sogar viel zu viel Zucker zu uns. Und bei Glykonährstoffen handelt es sich um nichts anderes als um einfache Zucker, die wir über die Nahrung zu uns nehmen bzw. die unser Körper selbst herstellen kann. Einfachzucker aber sind keine gesunden Nährstoffe. Im Übermaß führen sie zu Übergewicht, Diabetes und infolgedessen sogar zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. Allein das sind schon gute Gründe, auf eine zusätzliche Einnahme von Glyko­nährstoffen zu verzichten.

Was aber ist mit dem Mangel, der ja sogar in einer Studie belegt sein soll? Zunächst einmal ist diese Studie aus dem Jahr 1936 längst als falsch eingeordnet worden. Zudem gibt es keine Mangelernährung an Zucker, schon gar nicht an Einfachzucker. Schauen Sie sich die Lebensmittel in unseren Supermarktregalen einmal genau an, werden Sie feststellen, dass es ausgerechnet einen Zuckermangel in unserer Gesellschaft gar nicht geben kann.

Vorsicht: Falschaussagen sollen Sie zum Kauf verleiten!

Die Argumente, mit denen Ihnen die Glykonährstoffe verkauft werden sollen, stehen also auf enorm wackligen Füßen. Wie diese Vitalzucker genau einzuschätzen sind, zeigt schon ein genauer Blick auf einen der Hersteller dieser Stoffe, auf Mannatech. Hier gab es in der Vergangenheit schon häufiger gefälschte Studien, um Präparate als wirksam erscheinen zu lassen, die es gar nicht waren.

Die Verbraucher erfahren davon nichts, im Gegenteil: Ihnen wird erzählt, dass es Studien gibt, die die Sicherheit der Präparate nachweisen. Zudem sei in diesen Untersuchungen erwiesen worden, dass sie für „eine gute Gesundheit sorgen“. Manchmal sollen Sie als Verbraucher sogar damit geködert werden, dass die Glykonährstoffe von den Krankenkassen erstattet werden können. Zudem werden Heilversprechen gemacht und die Präparate als „Wundermittel“ angepriesen. Sie als meine Leser sollte allein das schon skeptisch machen – denn Sie wissen genau, dass es keine Wundermittel geben kann.

Die Wahrheit erfahren Sie nur, wenn Sie Investor von Mannatech werden wollen. Dann lesen Sie in den Börsendokumenten, dass noch nicht sicher ist, ob die Produkte die Gesundheit gefährden oder nicht und wie wirksam sie überhaupt sind.

Mein Rat: Finger weg vom überteuerten Zucker!

Ich kann Ihnen nur raten: Lassen Sie die Finger weg von diesen Glykonährstoffen. Auch wenn Sie immer wieder hören und lesen, dass diese Stoffe eine absolute Notwendigkeit für ein gesundes Leben sind, sollten Sie auf den Kauf verzichten. Von Ihrer Einnahme dieses Zucker profitieren nur die Hersteller. Diese verlangen immerhin bis zu 100 E für 100 Gramm. Sie aber werden keine gesundheitsfördernde Wirkung verspüren, ganz gleich, wie viel Sie davon einnehmen werden.

Sie könnten auch einfach in den nächsten Supermarkt gehen, sich ein Kilogramm Haushaltszucker kaufen und den nach und nach zu sich nehmen. Die Wirkung für Ihren Körper wird die gleiche sein. Einziger Unterschied: Der Haushaltszucker ist deutlich billiger!

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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