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Wie Sie Nahrungsergänzungsmittel richtig einnehmen

Ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ist keine große Kunst. Einfach eine Pille nehmen, wenn es gerade passt. So denken viele Menschen – doch so einfach ist es leider nicht. Denn bei manchen Vitalstoffen müssen Sie, wenn Sie sie einnehmen, einige Dinge beachten, damit sie richtig wirken. Die wichtigsten Punkte, damit Sie von der Vitalstoffeinnahme profitieren, habe ich Ihnen hier zusammengestellt.

Pillen aus einer Medikamenten-Flasche© v.poth - Fotolia

Packung auf, eben auf den Beipackzettel geschaut, ein Glas mit Wasser füllen, Tablette einnehmen und runterspülen. So läuft die Einnahme von Vitalstoffen bei vielen Menschen ab. Und schon haben sie Fehler gemacht, die dafür sorgen, dass die Nahrungsergänzungsmittel in manchen Fällen nicht so wirken können, wie sie eigentlich sollen. Denn nur wenn Sie einiges beachten, können Sie eine effektive Wirkung erzielen und Nebenwirkungen ausschalten. So sollten Sie zum Beispiel Multivitaminpräparate, aber auch Omega-3-Kapseln immer zu den Mahlzeiten einnehmen. Auf nüchternen Magen ­können diese Mittel Magenbeschwerden hervorrufen. Zudem ist ihre Wirkung dann deutlich geringer. Und solche Einnahmeregeln gibt es auch für andere Vitalstoffpräparate.

So nehmen Sie Ihre ­Vitalstoffe richtig ein

  • Vitamin C: Hierbei handelt es sich um eines der stärksten Antioxidantien. Sie können mit diesem Vitamin nicht nur Ihr Immunsystem verbessern und sich so effektiv vor Infekten schützen. Vielmehr kann Vitamin C auch dazu beitragen, dass Ihre Blutdruckwerte sich in einem gesunden Rahmen bewegen. Außerdem ist das Vitamin in der Lage, Sie vor Herzerkrankungen zu schützen.Häufige Fehler, die bei der Einnahme gemacht werden: Viele Menschen sind der Meinung, viel helfe viel. So nehmen sie eine große Menge Vitamin C ein. Einen Dienst erweisen sie ihrem Körper damit aber nicht. Denn zum einen lösen Dosen über 500 mg häufig Durchfälle oder Magenkrämpfe aus. Zum anderen aber kann unser Körper mehr als 200 mg Vitamin C nicht speichern. Sie könnten also alles, was die Menge von 200 mg überschreitet, gleich in die Toilette werfen. Denn hier landet es relativ schnell nach der Einnahme.Was Sie bei der Einnahme beachten sollten: Ich empfehle meinen Patienten bis zu 1.000 mg Vitamin C pro Tag. Wie aber passt das zusammen mit der Aussage, dass unser Körper nur 200 mg speichern kann und den Rest sofort wieder ausscheidet

    Das Geheimnis liegt darin, dass Sie eben nicht 1.000 mg auf einmal zuführen. Vielmehr sollten Sie diese Menge aufteilen. Denn die Vitamin-C-Speicher Ihres Körpers werden relativ schnell wieder geleert, gerade wenn Sie unter einem Infekt leiden oder etwa einen zu hohen Blutdruck haben. Nehmen Sie daher alle zwei Stunden 200 mg Vitamin C ein. So bekommt Ihr Körper, was er braucht – ohne Vitaminverluste.

  • B-Vitamine: Diese Vitamine sind dann wichtig, wenn Sie sich ständig müde und antriebslos fühlen. Auch führt ein Mangel oft zu Stimmungsschwankungen. Gerade Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure als Komplex sind wahre Herzschützer: Sie senken Ihren Homocysteinspiegel ab und schützen Sie so vor einem Herzinfarkt.Häufige Fehler, die bei der Einnahme gemacht werden: B-Vitamine dürfen Sie auf keinen Fall am Nachmittag oder in den Abendstunden nehmen.

    Tun Sie es doch, müssen Sie damit rechnen, dass die Vitamine zu Schlafstörungen führen. Kein Wunder, ihre Aufgabe ist es ja eben, gegen Schlappheit und Müdigkeit anzugehen.Was Sie bei der Einnahme beachten sollten: Der richtige Einnahmezeitpunkt für B-Vitamine ist der Morgen. Nehmen Sie sie aber nach dem Frühstück ein. Denn eine Einnahme auf nüchternen Magen kann zu schweren Magenproblemen führen.

    Wollen Sie Ihre Homocysteinwerte senken, achten Sie darauf, dass der ­Vitamin-B-Komplex, den Sie einnehmen, Vitamin B6, B12 und Folsäure enthält. Dabei ist die Dosierung wichtig: Sie brauchen für einen effektiven Herzschutz 100 Milligramm ­Vitamin B6, 400 bis 1.000 Mikrogramm Folsäure und 15 Mikro­gramm Vitamin B12.

  • Vitamin E: Dieses fettlösliche Vitamin kann Ihr Immunsystem deutlich verbessern. Zudem hat es eine antioxidative Wirkung. Es schützt die Zellen in Ihrem Körper also vor freien Radikalen. Außerdem ist es am Proteinstoffwechsel, am Aufbau von Zellen und an der Produktion der Erbsubstanz beteiligt.Häufige Fehler, die bei der Einnahme gemacht werden: Vitamin E wird allein eingenommen, irgendwann im Tagesverlauf. So, losgelöst von einer Mahlzeit, fehlt aber das Nahrungsfett. Und das ist für die Aufnahme von Vitamin E in den Körper dringend erforderlich. Nur so kann das Vitamin in den Verdauungstrakt gelangen und dort verwertet werden.Was Sie bei der Einnahme beachten sollten: Wenn Sie ein ­Vitamin-E-Präparat zu sich ­nehmen wollen, achten Sie darauf, dass Sie das richtige Mittel kaufen. Es gibt natürliches Vitamin E sowie Präparate mit künstlichem Vitamin E. Letztere lohnen sich wenig bis gar nicht – hiervon kann Ihr Körper nur zwischen 60 und 90 Prozent des enthaltenen Vitamin E aufnehmen.

    Achten Sie darauf, dass Ihr ­Vitamin-E-Präparat die Bezeichnung RRR-alpha-Tocopherol trägt. Dann handelt es sich um natürliches Vitamin E, das Ihr Körper zu 100 Prozent aufnehmen kann. Zudem sollten Sie es zu den Mahlzeiten einnehmen, damit die gleichzeitige Fettaufnahme garantiert ist. Führen Sie es zusammen mit 500 mg Vitamin C zu. Denn beide Vitamine unterstützen sich gegenseitig und bieten auf diese Weise einen besseren Schutz vor Infekten.

  • Eisen: Eisen ist wichtig, damit Sie genügend rote Blutkörperchen haben. In jeder Sekunde werden rund 20 Millionen hiervon vom Knochenmark produziert. Sie sind dafür verantwortlich, dass Ihr Blut in der Lage ist, ausreichend Sauerstoff von der Lunge zu den Organen zu transportieren. Diese Produktion der roten Blutkörperchen ist aber nur unter Zuhilfenahme von Eisen möglich.Häufige Fehler, die bei der Einnahme gemacht werden: Wenn Sie unter Blutarmut leiden, bekommen Sie ein Eisenpräparat verordnet. Das dürfen Sie auf keinen Fall zusammen mit Vitamin-E-Präparaten einnehmen. Denn die beiden Vitalstoffe können sich gegenseitig in ihrer Wirkung behindern, und zwar in so großem Maße, dass keines von beidem wirkt. Auch zusammen mit Magnesium dürfen Sie ein Eisenpräparat nicht zu sich nehmen.Was Sie bei der Einnahme beachten sollten: Nehmen Sie Eisen und Vitamin E bzw. Magnesium, halten Sie einen Abstand von drei Stunden bei der Einnahme ein. Übrigens: Ein Eisenpräparat muss immer vom Arzt verordnet werden. Vorausgehen muss eine Überprüfung Ihrer Eisenwerte. Eine unnötige Einnahme kann zur sogenannten Eisenüberladung führen. Diese Überladung erhöht Ihr Risiko für Diabetes, Herzinfarkte und Rheuma gravierend. Gerade Männer dürfen niemals auf eigene Faust ein Eisenpräparat nehmen, denn sie haben eher zu viel als zu wenig Eisen im Blut.
  • Kalzium: Kalzium ist quasi ein „Breitband-Vitalstoff“ – so vielfältig sind seine Schutzwirkungen. Bekannt ist, dass es dazu beitragen kann, Ihre Knochen stabil zu halten. Doch das ist nicht seine einzige Fähigkeit. Im Sommer kann es empfindliche Menschen vor einer Sonnenallergie schützen. Darüber hinaus erkranken Menschen mit einem hohen Kalziumspiegel im Blut deutlich seltener an Darm- und Dickdamrkrebs.Häufige Fehler, die bei der Einnahme gemacht werden: Viele Menschen nehmen Kalziumpräparate direkt morgens ein. Das ist ein großer Fehler, denn die Wirksamkeit des Kalziums ist dann am geringsten. Der Grund dafür: Ihr Knochenstoffwechsel arbeitet morgens kaum – erst abends erreicht er seinen Höhepunkt. Das Kalzium kann dadurch also nur in geringen Teilen in die Knochen eingebaut werden.Was Sie bei der Einnahme beachten sollten: Müssen Sie mehr als 600 mg Kalzium pro Tag einnehmen? Das ist gerade bei der Osteoporose-Vorbeugung der Fall; dann benötigen Sie rund 800 bis 1.000 mg pro Tag. Verteilen Sie das auf zwei Dosen, und nehmen Sie jeweils die Hälfte ein. So kann Ihr Körper das Kalzium besser verarbeiten. Was kaum jemand weiß: Kalzium und Magnesium sollten immer im Verhältnis 2:1 vorliegen. Letzteres aktiviert das Vitamin D im Körper und verbessert dadurch noch einmal den Kalziumeinbau in die Knochen. Müssen Sie also 800 mg Kalzium einnehmen, nehmen Sie zeitversetzt hierzu 400 mg Magnesium. Bitte nicht auf einmal zuführen – Ihr Körper kann nicht beide Mineralstoffe gleichzeitig zu sich nehmen.

    Letzteres gilt übrigens nicht für natürliches Kalzium und Magnesium. Essen Sie Obst und Gemüse, in dem beides enthalten ist, funktioniert die zeitgleiche Aufnahme dieser Stoffe.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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