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Vitalstoffmessungen: Welche Vitamine und Mineralstoffe fehlen Ihnen?

Vitalstoffe halten Ihren Körper am Leben. Daher ist es auch so wichtig, dass Sie ausreichend damit versorgt sind. Nur wenn Mängel rechtzeitig aufgedeckt werden, können Sie schwere Krankheiten vermeiden. Dazu tummeln sich mittlerweile viele Anbieter auf dem Markt, die Ihre Vitalstoffwerte messen wollen. Ich erkläre Ihnen, welcher Messmethode Sie wirklich vertrauen können.

Eine Sammlung Laborgläser© Eisenhans - Fotolia

Ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel bleibt für Sie nicht ohne Folgen. Sie sind nicht mehr leistungsfähig, fühlen sich schlapp, sind anfällig für Infekte und haben keine Kraft mehr für alltägliche Aufgaben. Leider denken die wenigsten Menschen in dieser Situation an einen Vitalstoffmangel. Die Gründe werden an anderer Stelle gesucht. Stressige Wochen, häufiger Wetterwechsel, private Probleme – all diese Faktoren können mit hineinspielen. Dennoch sollten Sie bei diesen Symptomen immer auch in Betracht ziehen, dass Sie unter einer Vitalstoff-Unterversorgung leiden könnten.

In diesen Fällen droht Ihnen ein Vitalstoffmangel

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich ausreichend mit Obst und Gemüse versorgen, werden Sie sicherlich kaum Gefahr laufen, zu wenig Vitalstoffe zu sich zu nehmen. Aber Vorsicht, betrügen Sie sich nicht selbst! Wie häufig höre ich von meinen Patienten oder in der Lesersprechstunde: „Herr Doktor, ich esse doch ausreichend Obst und Gemüse.“ Wenn ich dann nachfrage, ist die Rede von einem Apfel oder einer Banane am Tag. Mit „ausreichend“ Obst und Gemüse sind dagegen fünfmal am Tag jeweils rund 100 Gramm gemeint, also in der Summe rund 500 Gramm. Essen Sie täglich diese Menge, brauchen Sie sich überhaupt keine Gedanken über Ihre Vitalstoffversorgung zu machen. Es gibt aber Menschen, bei denen fast immer Vitalstoffmängel auftreten. Hierzu gehören:

  • Raucher,
  • Menschen, die viel Alkohol trinken,
  • Magen-Darm-Patienten,
  • Schwangere,
  • Menschen, die sich – auch aufgrund von Allergien – einseitig ernähren,
  • Kranke, die zum Beispiel Hormone, Schmerzmittel oder Antibiotika einnehmen müssen.

Gratis-Messungen dienen oft nur zum Verkauf von Präparaten

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Instituten und Privatpersonen, die Ihnen anbieten, Ihre Vitalstoffversorgung zu testen. Auch in der Apotheke oder in der Tageszeitung finden Sie häufig Angebote für einen kostenlosen Test. Ich wette mit Ihnen: Egal ob ich dort teilnehme, Sie es tun oder ein Spitzenathlet, der wirklich mit allen Vitalstoffen versorgt ist – das Ergebnis wird immer das gleiche sein. Es wird irgendwo ein Mangel festgestellt werden. Dann wird empfohlen, ein bestimmtes Präparat ein­zunehmen. Diese Vitalstoffpillen sind natürlich sehr teuer und werben damit, dass sie speziell für Sie genau richtig sind. In Wirklichkeit sind sie natürlich nicht besser als andere Vitamin- oder Mineralstoffpräparate und schon gar nicht auf Sie maßgeschneidert. Es geht hierbei nur um das schnelle Geld.

Ihr Haar sagt wenig über Ihre Vitalstoffversorgung aus

Ebenfalls immer wieder angeboten wird die so genannte Haarmineralanalyse. Dabei wird aus einem Haar abgelesen, wie gut Ihre Vitalstoffversorgung ist. Im ersten Moment scheint das logisch zu sein, lassen sich doch aus den Haaren auch Drogenvergehen der vergangenen Monate erkennen. Aber Haare wachsen langsam: Wie Sie Ihren Körper heute versorgen, spiegelt sich erst in zwei oder drei Monaten in Ihren Haaren wider. Sie wollen aber wissen, wie es heute um Ihre Versorgung mit Vitalstoffen steht. Darüber hinaus können aggressive Shampoos die Ergebnisse beeinflussen, ebenso wie Färbungen, Dauerwelle, Alter oder Geschlecht. Daher kann ich Ihnen eine Haarmineralanalyse nicht empfehlen, um Ihre Vitalstoffversorgung zu messen.

Ebenso rate ich Ihnen davon ab, einen Vitalstoffstatus mit

  • Bioresonanz,
  • Dunkelfeldmikroskopie oder
  • Elektroakupunktur

erstellen zu lassen. Diese Methoden liefern – wenn überhaupt – nur ungenaue oder verfälschte Ergebnisse.

Das Blutbild ist die einzige genaue Messung Ihrer Vitalstoffe

Die einzige Untersuchung, die ich meinen Patienten und Ihnen guten Gewissens empfehlen kann, ist eine Blutuntersuchung. Im Blut lässt sich jeder Vitalstoff genau nachweisen und messen. Die Werte ergeben einen Echtzeit-Status: Der Laborbefund zeigt Ihnen genau, wie gut Sie jetzt im Moment versorgt sind. Bei meinen Patienten fertige ich meist ein großes Blutbild an. Darüber hinaus untersuche ich den Gehalt sämtlicher Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren.

Wollen Sie ein umfassendes Blutbild bei Ihrem Arzt durchführen lassen, reicht es aber in der Regel, wenn nur bestimmte Werte untersucht werden.  Welche das im Einzelnen sind, können Sie entweder im „Spezialreport Blutbild“ oder im Buch „47 Geheimnisse über das Blut der Sieger“ nachlesen (Seite 30 bis 37). Hier finden Sie auch die Grenzwerte, die ich meinen Patienten empfehle.

Diese Vitalstoffe sollten Sie auf jeden Fall überprüfen lassen

Vielleicht ist es Ihnen nicht möglich, so ein umfassendes Blutbild erstellen zu lassen. Das kann ganz einfach finanzielle Gründe haben. Mit 500 bis 1.000 Euro müssen Sie rechnen, wenn Sie alle Werte untersuchen lassen wollen, die ich bei meinen Patienten messe. Sind Sie gesetzlich versichert, müssen Sie diese Kosten selbst bezahlen – es sei denn, die Untersuchung ist medizinisch notwendig, weil eine Erkrankung vorliegt.

Vielleicht finden Sie aber auch einfach keinen Arzt, der bereit ist, Ihr Blut auf alle Vitalstoffe hin zu testen. Sehr oft höre ich von meinen Lesern, dass es immer noch Ärzte gibt, die sich weigern, ein solches Blutbild anzufertigen – auch wenn Sie es privat bezahlen würden. Es gibt aber einige Werte, die sollten Sie unbedingt kennen. Und bei diesen Untersuchungen stellen sich die wenigsten Ärzte quer. Hierzu gehören:

  • Selen. Der Mineralstoff sorgt dafür, dass alle Ihre Zellen gesund wachsen können. Zudem werden aus ihm viele Enzyme gebildet, die Reaktionen im Körper anschieben. Ihr Blutwert sollte bei 150 bis 170 µg/l Blut liegen.
  • Zink. Ein Mineralstoff, der wichtig für den Eiweißaufbau in Ihrem Körper ist. Er sorgt mit dafür, dass Ihr Immunsystem leistungsfähig ist. Zudem werden nur mit ausreichend Zink Nägel, Haare und Haut gesund gebildet. Bei Zinkmangel kommt es häufig zu Ekzemen, Neurodermitis und ähnlichen Hautkrankheiten. Beim Mann sorgt Zink für einen ausreichend hohen Testosteronspiegel und regelt so seine Fruchtbarkeit. Ihr Blutspiegel sollte 1,2 bis 1,7 mg/l betragen.
  • Vitamin E. Das Vitamin dient als einer der wichtigsten Schutzstoffe gegen freie Radikale. Es verringert das Krebsrisiko, schützt die Zellmembran und senkt nachweislich das Arterio­sklerose-Risiko. Im Tierversuch konnte sogar nachgewiesen werden, dass Vitamin E das Leben verlängern kann. Ihr Blutwert sollte rund 30 µg/l betragen.
  • Vitamin C. Der Powerstoff für optimale Abwehrkraft. Zudem stärkt er nicht nur Ihr Immunsystem, sondern auch Ihre Nerven. Das Vitamin verschafft Ihnen ein straffes Bindegewebe, gesundes Zahnfleisch und gibt Ihnen viel Energie. Ihr Blutwert sollte 11 µmol/l nicht unterschreiten.
  • Vitamin D. Es wirkt sich positiv auf Ihre Stimmung aus. Haben Sie genügend davon im Blut, sind Sie optimistisch und verfügen über gute Nerven. Ihr Immunsystem ist stark und kann so Infekte verhindern.
  • Folsäure, Vitamin B6 und B12 (indirekt gemessen durch Homocys­tein). Diese drei Vitamine bilden zusammen ein unschlagbares Trio. Sie senken den Homocysteinspiegel. Es handelt sich dabei um ein Produkt, das beim Abbau von Eiweiß entsteht. Nur wenn Sie über einen ausreichenden Blutspiegel dieser drei Vitamine verfügen, kann das Homocystein abgebaut werden. Geschieht dies nicht, weil Sie unter einem Vitaminmangel leiden, kann das Homocystein Ihre Gefäße schädigen. Es kommt dann zu Gefäßerkrankungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Diese Vitamine werden nicht direkt gemessen. Vielmehr kann Ihr Arzt aus dem Homocysteinwert, der im Blut überprüft wird, erkennen, ob Sie ausreichend mit den drei Stoffen versorgt sind. Der Homocysteinwert in Ihrem Blut sollte 10 µmol/l nicht überschreiten.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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