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Vermeiden Sie eine Überdosierung: Wie Sie Nahrungs­ergänzungs­mittel richtig zu sich nehmen

Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für Ihre Gesundheit: Nur wenn sie in der ausreichenden Dosierung zur Verfügung stehen, können sämtliche Vorgänge in Ihrem Körper auch richtig ablaufen. Leider ist es nicht immer einfach, sich über den Speisezettel ausreichend mit den benötigten

Vitalstoffe© PhotoSG - Fotolia
Vitalstoffen zu versorgen. Die Lösung scheinen dann Nahrungsergänzungsmittel zu sein. Aber auch die sollten Sie nicht „einfach so“ einnehmen. Denn sie sind nicht harmlos. Ich erkläre Ihnen, wann ein Zuviel an Vitalstoffen gefährlich werden kann, wie Sie eine Überdosis erkennen – und welche Vitalstoff-Obergrenzen Sie beachten sollten. …

Immer wieder kursieren wahre Schauergeschichten rund um die Vitamin-Überdosierung. Dabei werden Ihnen nur die so genannten fettlöslichen Vitamine gefährlich, wenn Sie zu hohe Dosen einnehmen. Achten müssen Sie also auf Ihre Vitamin-A- und -D-Aufnahme. Gezeigt hat das zum Beispiel immer wieder die Erfahrung von Polarforschern. Diese ernähren sich, wenn sie im ewigen Eis eingeschlossen sind, unter anderem von Eisbären- und Robbenfleisch. Manchmal greifen sie dabei auch zu Eisbärenleber, da sie viele Nährstoffe enthält. Es gibt aber einen Grund, warum zum Beispiel Inuits niemals Eisbärenleber verzehren: Schon 10 Gramm von diesem Fleisch können zu Vergiftungserscheinungen füh­ren. Die betroffenen Forscher litten unter Übelkeit, Erbrechen, noch nach Wochen kam es zu Gelbsucht.

Der Grund dafür waren die extrem hohen Vitamin-A- und -D-Werte in der Leber. Beide Vitamine sind fettlöslich, werden also nicht mit dem Urin ausgeschieden, sondern lagern sich im Körper in der Leber ab. Auf Dauer kann eine Überdosierung mit beiden Vitaminen so zu Leberversagen führen.

Diese Vitamin-A- und -D-Mengen sind sicher

Dennoch dürfen Sie auf Vitamin A und Vitamin D nicht verzichten. Denn nur so bleibt Ihr Immunsystem stark, Sie sind unter anderem auch vor Krebs geschützt. Um eine Überdosierung zu vermeiden, rate ich Ihnen, bei der Präparateinnahme zusammenzurechnen, wie groß die Menge ist, die Sie von den Vitaminen A und D zu sich nehmen. Für diese Vitamine gilt:

  • Nehmen Sie nicht mehr als 2.300 µg Vitamin A pro Tag ein; decken Sie Ihren Bedarf generell besser mit Obst und Gemüse.
  • Mehr als 10 µg Vitamin D sollten Sie jetzt im Sommer nicht zu sich nehmen; gehen Sie zusätzlich jeden Tag nach draußen, achten Sie da­rauf, dass Gesicht und Arme nicht bedeckt sind. So regen Sie die natürliche Vitamin-D-Produktion Ihres Körpers an.

Sie brauchen auch Mineralstoffe

Neben den Vitaminen sind auch Mineralstoffe wichtig für Ihren Körper. Sie werden unterteilt in Mengenelemente und Spurenelemente. Von Mengenelementen sind mehr als 50 mg/kg Gewicht im Körper vorhanden, Spurenelemente enthält Ihr Körper in deutlich geringerer Menge. Allerdings sind beide Arten der Mineralstoffe gleich wichtig für Sie.

Diese Medikamente verhindern eine Kaliumausscheidung

Auch Mineralstoffe können Sie überdosieren. Gefährlich kann zum Beispiel Kalium für Sie werden, wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden. Dann wird das Mineral nicht mehr ausreichend über den Urin ausgeschieden, sondern lagert sich im Körper an. Es kann zu Empfindungsstörungen der Haut, aber auch zu Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen kommen.

Medikamente können die Kalium­aus­scheidung ebenfalls beeinträchtigen. Hierzu gehören

  • die Pille und Wechseljahrshormonpräparate,
  • ACE-Hemmer,
  • Bluthochdruckmittel und
  • Präparate während der Krebstherapie.

In diesen Fällen sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, wie viel Kalium Sie zu sich nehmen dürfen und welche Nahrungsergänzungsmittel für Sie geeignet sind.

Nehmen Sie Eisen nicht auf eigene Faust ein

Auch Eisenpräparate sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt nehmen. Denn viele Männer, weniger Frauen, leiden unter der Eisenspeicherkrankheit. Sie nehmen über den Darm vermehrt Eisen zu sich, auf Dauer kommt es so zur Eisenüberladung. Das Zuviel an Eisen lagert sich dann in der Leber an. Infolgedessen vernarbt das Lebergewebe: Es kommt zur Leberzirrhose. Ihr Arzt kann mit einem Bluttest bestimmen, wie hoch Ihr Eisenwert im Blut ist, und so erkennen, ob ein Eisenpräparat nötig ist.

Allerdings kann es sein, dass Sie zwar ein Eisenpräparat brauchen, dieses aber nicht gut vertragen. Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall können die Folgen sein. Ist das bei Ihnen der Fall, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie besser Eisenpräparate einnehmen, die resistent gegen Magensaft sind. Die Kapseln lösen sich erst im Darm auf, und die Nebenwirkungen sind deutlich geringer. Vertragen Sie auch diese nicht, brauchen Sie wahrscheinlich Eiseninfusionen.

Magnesium kann zu Durchfällen führen

Magnesium dagegen ist ein relativ harmloser Mineralstoff. Auch bei Magnesium kann es zur Überdosierung kommen – das äußert sich allerdings nur in Durchfällen. Wenn Sie die Magnesiumdosis reduzieren, lassen auch die Durchfälle nach. Eine Ablagerung von Magnesium in Ihrem Körper brauchen Sie nicht zu befürchten.

Achtung, Zink – Blutarmut droht!

Vorsichtig müssen Sie dagegen sein, wenn Sie zu große Mengen Zink zu sich nehmen. Mengen über 50 mg Zink täglich, über längere Zeit genommen, können die Kupferaufnahme im Darm verhindern. Dadurch kann es zu einer durch Kupfermangel bedingten Blutarmut kommen. Bleiben Sie jedoch unter diesen 50 mg Zink pro Tag, kann Ihnen nichts passieren.

So erkennen Sie eine Überdosierung

Auf jedem Vitalstoffpräparat finden Sie eine Dosierungsanweisung. Allerdings sind die erlaubten Grenzwerte in Deutschland sehr gering: Gesund werden und bleiben können Sie von diesen Werten kaum. Daher empfehle ich Ihnen höhere Werte, die Ihnen aber nicht schaden. Überschreiten dürfen Sie sie jedoch auf keinen Fall.

Um gerade bei Mineralstoffen eine dauerhafte Überdosierung zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie die empfohlene Höchstdosis kennen und auch auf Symptome achten, die auf eine Überdosierung hinweisen.

Im Einzelnen sind das:

Eisen. Sie dürfen bis zu 20 mg pro Tag zu sich nehmen. Eine Überdosierung erkennen Sie an Magen-Darm-Problemen, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Fluor. Bis zu 10 mg pro Tag sind ungefährlich. Nehmen Sie mehr Fluor zu sich, kann es zu weißen Flecken auf den Zähnen kommen.

Jod. Bis zu 1.000 µg können Sie gefahrlos zu sich nehmen. Bei Mehreinnahme kann es zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen.

Kalium. Bis zu 6.000 mg sind ungefährlich. Bei einer Überdosierung stellen sich auf Dauer Magen-Darm-Probleme und Herzrhythmusstörungen kommen.

Kalzium. 2.000 mg sind die sichere Höchstdosis. Darüber hinaus kann die Aufnahme von Eisen gefährdet sein.

Kobalt. Mehr als 10 µg sollten Sie nicht einnehmen. Eine höhere Dosis kann zu einer Schwäche des Herzmuskels führen.

Kupfer. Nehmen Sie mehr als 8 mg täglich, können Übelkeit und sogar Leberkrankheiten auftreten.

Magnesium. Eine Aufnahme von über 1.000 mg pro Tag führt zu Blähungen und Durchfällen.

Mangan. Nehmen Sie mehr als 10 mg, können Fieber und Muskelstarre auftreten.

Natrium. Wenn Sie über 3.000 mg pro Tag zuführen, besteht die Gefahr von Schwindel, Ödemen und Bluthochdruck.

Selen. 200 µg sind die Höchstdosis. Nehmen Sie mehr, kann es zu Haarausfall, Übelkeit und Durchfällen kommen.

Zink. Sie sollten nicht mehr als 30 mg zuführen. Eine höhere Dosis kann Übelkeit und Erbrechen auslösen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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