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Männer, aufgepasst: Zu viel Eisen kann gefährlich für Sie sein!

Eisen ist eines der chemischen Elemente, die in der Natur sehr häufig vorkommen. Es ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt und daher lebenswichtig. Während es bei Frauen aber meist in zu geringen Dosen vorhanden ist, besteht bei Männern die Gefahr, dass sie über zu viel Eisen verfügen.

Ein Mann beisst in einen Apfel© Glamy - Fotolia

Der Körper sorgt selbst für eine ausgeglichene Eisenbilanz

Ihr Körper benötigt eine gewisse Menge an Eisen, um den roten Blutfarbstoff Hämoglobin zu bilden. Durch diesen werden die Organe mit demlebenswichtigen Sauerstoff versorgt. Zudem werden aus Eisen Proteine mitgebildet, die an der Energiegewinnung und an der Vernichtung von freien Radikalen beteiligt sind.

Der Eisenspeicher in Ihrem Körper ist in der Regel mit drei bis vier Gramm immer gut gefüllt. Normalerweise nehmen Sie Eisen über Ihre Nahrung zu sich. Aus den Lebensmitteln, die Eisen enthalten, kann Ihr Körper rund ein bis zwei Gramm pro Tag gewinnen. Durch natürlichen Blutverlust und die Erneuerung von Hautzellen geht genauso viel Eisen wieder verloren, sodass dadurch der Eisenspiegel in Ihrem Körper im Normalfall immer konstant bleibt. So sorgt Ihr Körper von selbst für eine ausgeglichene Eisenbilanz.

Eisenerhöhung durch Krankheiten

Es gibt krankheitsbedingte Situationen, bei denen sich zu viel Eisen im Körper sammelt (Eisenspeicherkrankheiten). Sie können durch folgende Auslöser entstehen:

  1. häufige Bluttransfusionen: Bei einer Blutarmut (Anämie) werden dem Patienten Bluttransfusionen verabreicht. Nach und nach werden die so zugeführten Blutkörperchen in Ihrem Körper abgebaut, das ist ein natürlicher Prozess. Das in ihnen enthaltene Eisen wird dadurch freigesetzt und in den körpereigenen Eisenspeichern gesammelt. Allerdings können diese nicht unendlich gefüllt werden. Jede dieser Transfusionen enthält bis zu 250 mg Eisen. Sind viele Transfusionen nötig, entsteht im Körper eine Eisenüberladung.
  2. leberbedingte Eisenüberladungen: Sie sind Folge von Lebererkrankungen. In deren Folge sammelt sich zu viel Eisen in der Leber an und kann hier zu schweren Organschäden führen.
  3. erblich bedingte Ursachen: Eisen wird in einem komplizierten Prozess durch den Darm aufgenommen. Wenn Ihr Erbgut verändert ist, kann es zu Veränderungen bei diesem Aufnahmeprozess kommen. Die bekannteste Erkrankung dieser Art ist die hereditäre Hämochromatose. An ihr erkranken fünfmal so viele Männer wie Frauen. Bei dieser Erkrankung wird bis zu dreimal so viel Eisen vom Körper aufgenommen wie bei einem gesunden Menschen.

Nur selten ist ein hoher Eisenspiegel auch dadurch bedingt, dass Sie ein Eisenpräparat einnehmen und dadurch zu viel Eisen zuführen.

Zu viel Eisen: Eine große Gefahr

Eine Eisenüberladung sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es handelt sich nicht einfach um ein Zuviel eines bestimmten Vitalstoffs. Auf Dauer kann es zu schweren körperlichen Schäden kommen. Es können sich Gelenkbeschwerden, Erschöpfungszustände oder Impotenz entwickeln. Diese Symptome treten meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Häufig aber verläuft die Krankheit still und wird nur durch Zufall bei einer Blutuntersuchung entdeckt, wenn dauerhaft hohe Eisenwerte vorliegen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zur Entwicklung von Diabetes kommen.

Lagert sich das überflüssige Eisen in der Leber ab, kommt es hier zu einer Vermehrung des Bindegewebes. Dieses vernarbt dann und eine Leberzirrhose entsteht. Sie kann im Laufe der Zeit zu einem bösartigen Leberzelltumor führen, der sogar tödlich sein kann.

Männer sind besonders gefährdet

Ihr Körper verfügt – außer über den natürlichen Blutverlust und die Erneuerung von Hautzellen – über keine weiteren Möglichkeiten, ein Zuviel an Eisen einfach auszuscheiden. Da Frauen durch die Monatsblutung zusätzlich Blut verlieren, haben sie eher zu wenig Eisen im Blut. Männer verfügen aber nicht über diese zusätzliche Regulation. Sie sind besonders gefährdet für eine Eisenüberladung.

Eisenchelatoren können die Eisenspeicher entleeren

Sind die Eisenspiegel in Ihrem Blut krankhaft erhöht, kann Ihr Arzt Sie mit Eisenchelatoren behandeln. Das sind Medikamente, die das Eisen in Ihrem Körper umhüllen. Dann werden sie mit dem Eisen zusammen ausgeschieden. Wichtig ist, dass diese Medikamente so eingestellt werden, dass sie 24 Stunden lang wirken. Es darf keine Unterbrechung in der Behandlung erfolgen.

Studien haben gezeigt, dass es sich bei Eisenchelatoren um sehr wirksame Medikamente handelt. Bei Patienten, bei denen der Eisenspiegel optimal durch Chelatoren kontrolliert wird, ist das Todesrisiko durch den zu hohen Eisenspiegel deutlich verringert.

Der Aderlass: Alt, aber wirksam

Eine weitere Therapiemöglichkeit, die der Naturmedizin entstammt, ist der Aderlass. Er ist in fast allen Fällen aus der Schulmedizin verschwunden, wird aber bei Eisenüberladung immer noch eingesetzt. Dazu werden Ihnen im Krankheitsfall einmal oder manchmal auch zweimal pro Woche 500 ml Blut abgenommen, die bis zu 250 mg Eisen enthalten können.

Das Verfahren wird so lange angewandt, bis das überflüssige Eisen entfernt ist. Je nach Menge kann diese Prozedur bis zu zwei Jahre dauern. Danach ist eine Fortsetzung des Aderlasses nötig, allerdings nur noch einmal pro Vierteljahr. Ihr Arzt hält so den richtigen Eisenspiegel im Körper und verhindert, dass Sie dauerhaft wieder zu viel Eisen speichern.

So ernähren Sie sich bei Eisenüberlastung richtig

Das in der Nahrung enthaltene Eisen wird in der Regel nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen. So können Sie über Ihre Ernährung eigentlich nur ein bis zwei Gramm pro Tag zuführen. Liegt bei Ihnen aber eine erblich bedingte Eisenspeicherkrankheit vor, bei der aus dem Darm die dreifache Menge Eisen in den Körper gelangt, wird Ihr Arzt Ihnen eventuell raten, den Eisengehalt Ihrer Nahrung zu reduzieren, um Ihren Körper nicht zu überlasten.

In der Regel müssen Sie dennoch keine strenge Diät halten. Vielmehr sollten Sie auf eisenreiche Nahrungsmittel wie Fisch oder Fleisch verzichten. Empfehlenswert ist eine Ernäh­rung, bei der viel frisches Gemüse auf dem Speiseplan steht, dazu Reis, Brot, Nudeln und Salat.  Trinken Sie zu den Mahlzeiten regelmäßig schwarzen Tee, können Sie die Eisenaufnahme aus der Nahrung weiter reduzieren.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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