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Diese Vitalstoffkombination macht Ihr Immunsystem stark

Der Herbst steht vor der Tür – und mit ihm die Erkältungszeit. Stress und Leistungsdruck, dazu mangelnde Bewegung und unausgewogene Ernährung machen Sie jetzt besonders anfällig für Infekte. Sorgen Sie daher vor: Sie können Ihre Abwehrkräfte stärken. Eine Kombination aus Vitalstoffen, in der richtigen Menge zugeführt, kann Ihre Infektanfälligkeit um die Hälfte senken. Welche Stoffe das sind, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

Schirm_und_Gummistiefel© sjhuls - Fotolia

Leiden Sie häufig unter Erkältungen mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit, an Blasen- oder Mittelohr­entzündungen? Treten bei Ihnen mehrfach im Herbst und Winter grippale Infekte auf? Das alles sind deutliche Zeichen dafür, dass Ihre Immunabwehr geschwächt ist. In einem solchen Fall sollte Ihr Arzt Sie zunächst untersuchen, ob bei Ihnen eine andere Erkrankung vorliegt, die Ihr Immunsystem behindert. Das kann zum Beispiel eine Borreliose sein, aber auch eine Viruserkrankung wie Hepatitis.

Immunstatustest deckt Vitalstoffmängel auf

Wenn chronische Erkrankungen ausgeschlossen sind, rate ich Ihnen zu einem so genannten Immunstatustest. So kann Ihr Arzt herausfinden, warum es bei Ihnen immer wieder zu Infekten kommt. Für den Test wird eine Blutprobe genommen. Anhand dieser wird untersucht, wie gut Ihr Immunsystem in der Lage ist, Abwehrzellen zu bilden. Stellt Ihr Arzt bei diesem Test fest, dass Ihr Immunsystem nur wenige Abwehrzellen bildet, dann liegt es an Ihnen, diesen Missstand zu beheben. Er wird häufig durch ein Fehlen wichtiger Vitalstoffe hervorgerufen. Dieser Test kostet zwischen 200 und 300 Euro. Sprechen Sie vorher mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse – manche übernehmen die Kosten.

Diese Vitalstoffe halten Ihr Immunsystem stark

  • Arginin. Die Aminosäure schützt die Immunzellen im Darm. Täglich brauchen Sie 1 bis 2 g, um diesen Bereich des Immunsystems stark zu halten. Eine sehr gute Quelle für diese Aminosäure ist Sojaeiweiß, das Sie zum Beispiel im Naturkostladen erhalten. Es enthält häufig über 6 mg Arginin pro 100 g. Zudem liefert es viele andere Aminosäuren wie Isoleucin, Valin oder Leucin, aus denen Ihr Körper das fehlende Arginin selbst herstellen kann.
  • Glutamin. Auch diese Aminosäure hält Ihre Darm-Immunzellen gesund und sorgt dafür, dass sie schnell gegen Krankheitserreger aktiv werden können. Ihr Glutaminbedarf liegt bei 1 g pro Tag. Sie können ihn einfach durch Glutaminpulver decken, das Sie in der Apotheke erhalten. 500 g kos­ten rund 15 €. Achten Sie aber da­rauf, dass Sie wirklich Glutamin kaufen – oft wird es sogar von Apothekern mit Glutaminsäure verwechselt, einer anderen Aminosäure.
  • Vitamin A. Das Vitamin sorgt für eine bessere Teilung der Immunzellen. So stehen Ihnen im Infektfall mehr Zellen zur Verfügung, die die Krankheits­erreger bekämpfen können. Ihr Vitamin-A-Bedarf liegt bei rund 1 mg pro Tag. Sie können ihn ausschließlich über Ihre Nahrung decken. Möhren oder auch grünes Blattgemüse liefern Ihnen so genannte Karotinoide, eine Vorstufe, aus denen Ihr Körper ­Vitamin A bilden kann. So versorgen Sie sich durch 100 g Möhren mit rund 1,9 mg Vitamin A, 100 g Feldsalat liefern 0,6 mg und die gleiche Menge Grünkohl rund 0,5 mg.
  • Vitamin B9 (Folsäure). Auch dieses Vitamin regt die Teilung Ihrer Immunzellen im Infektfall an. Ihr Tagesbedarf an Folsäure beträgt 400 bis 800 µg. Zwar ist Folsäure in großen Mengen in grünem Blattgemüse enthalten, leider aber ist dieses Vitamin sehr empfindlich. Es wird durch Hitze, lange Lagerzeit, Licht und Verarbeitung sehr schnell zerstört. Daher sollten Sie es ergänzen. Ich empfehle Ihnen einen Vitamin-B-Komplex aus der Apotheke, der mindestens 400 µg Folsäure enthält. Ein solches Präparat kostet ab 5 € pro Monat.
  • Vitamin C. Es sorgt dafür, dass die Fresszellen des Immunsystems aktiviert werden, und kann sogar einen Infekt im Entstehen noch ausschalten. Um sich vor einem Infekt zu schützen und das Immunsystem stabil zu halten, brauchen Sie pro Tag 2 g Vitamin C. Diesen Bedarf können Sie preiswert mit Vitamin-C-Pulver, der so genannten Ascorbinsäure, aus der Apotheke decken. Nehmen Sie Ihr Vitamin- C-Pulver stündlich in speicherbaren Mengen von 200 mg zu sich. Einfacher geht es mit den teureren Retard-Kapseln, bei denen in der Regel zwei pro Tag reichen. Wenn sich ein Infekt ankündigt, sollten Sie Ihre Vitamin-C-Aufnahme erhöhen, da Ihr Körper in dieser Situation einen größeren Bedarf hat. Studien haben gezeigt: Wenn Menschen, bei denen sich eine Erkältung anbahnt, in den ersten sechs Stunden 1.000 mg Vitamin C pro Stunde zu sich nahmen und danach dreimal täglich 1.000 mg,  wiesen sie um 85 % geringere Erkältungssymptome auf.
  • Vitamin D. Auch dieses Vitamin aktiviert Ihre Fresszellen. Zudem senkt es die Infektionsanfälligkeit. Sie brauchen pro Tag rund 10 µg (entspricht 400 IE). Über die Nahrung können Sie Ihren Bedarf gut decken: 100 g Sardinen enthalten 10 µg, 100 g Lachs versorgen Sie mit 17 µg und 100 g Hering sogar mit 27 µg Vitamin D. Wenn Sie älter als 65 Jahre sind, empfehle ich Ihnen, ergänzend auf ein Präparat zurückgreifen. Wählen Sie ein Nahrungsergänzungsmittel, das Vitamin D3, das so genannte Cholecalciferol, enthält. Dieses Vitamin wirkt am bes­ten in Ihrem Körper. Sie erhalten es in der Apotheke. 100 Tabletten kosten rund 5 €.
  • Vitamin E. Es ist verantwortlich für die Bildung von Antikörpern, die Sie vor Infekten schützen. Pro Tag brauchen Sie 300 IE Vitamin E. Ich empfehle Ihnen auch hier, zu einem Nahrungsergänzungsmittel zu greifen. Kaufen Sie in der Apotheke am besten natürliches Vitamin E, zum Beispiel aus Weizenkeimen. Eine Monatsdosis kos­tet rund 15 €. Wenn Sie künstliches Vitamin E kaufen, achten Sie darauf, dass es als RRR-alpha-Tocopherol bezeichnet wird. Dieses hat die beste Bioverfügbarkeit, es kommt also am meis­ten Vitamin E tatsächlich in Ihrem Körper an.
  • Eisen. Für einen ausreichenden Energiestoffwechsel in den Fresszellen ist Eisen wichtig. Nur so steht den Zellen die Energie zur Verfügung, die sie benötigen, um Bakterien und andere Krankheitserreger zu vernichten. Sie brauchen pro Tag rund 10 mg Eisen. Aber Vorsicht: Wenn Sie ein Mann oder über 65 Jahre alt sind, ist häufig ausreichend Eisen im Blut vorhanden. Führen Sie in diesem Fall noch mehr zu, kann dies zu einer gesundheitsgefährdenden Eisenüberladung führen. Sie sollten auf jeden Fall von Ihrem Arzt untersuchen lassen, wie hoch Ihr Eisengehalt im Blut ist, bevor Sie vermehrt Eisen aufnehmen. Wenn Ihr Eisenspiegel bei 300 µg/l Blut liegt, sind Sie ausreichend versorgt. Ist er niedriger, sollten Sie auf eine eisenreiche Ernährung achten. Fisch ist generell eine sehr gute Eisenquelle. Erleichtern Sie es Ihrem Körper, das Eisen aufzunehmen, indem Sie den Fisch mit Zitrone beträufeln – das Vitamin C im Zitronensaft verbessert die Eisenaufnahme deutlich. Mögen Sie keinen Fisch, können Sie alternativ zweimal pro Woche Geflügelfleisch essen.
  • Selen. Es regt die Bildung von Antikörpern im Immunsystem an. Sie brauchen rund 100 µg Selen pro Tag. Decken können Sie diesen Bedarf mit Kokosnuss (100 g Nuss enthalten 840 µg Selen) oder mit Fisch. Hering liefert Ihnen 140 µg Selen pro 100 g, Tunfisch 130 µg und Sardinen immerhin noch 85 µg.
  • Zink. Mit ausreichend Zink können Sie die Dauer einer Erkältung auf die Hälfte reduzieren. Der Grund dafür: Zink verhindert, dass sich Erkältungserreger an die Schleimhäute anlagern können. Sie brauchen rund 10 mg Zink pro Tag. 100 g Muscheln enthalten 27 mg Zink, 100 g Linsen liefern 5 mg Zink und 100 g Bohnen rund 4 mg.

Schon mit einem Drogerie­präparat sind Sie gut versorgt

Was aber, wenn es Ihnen schwerfällt, sich ausschließlich über die Nahrung mit diesen wichtigen Vitalstoffen zu versorgen? Haben Sie dann überhaupt eine Chance, gesund durch den Winter zu kommen?

Tatsächlich haben Sie die – sogar mit den Vitalstoffpräparaten, die Sie in der Drogerie erhalten. Das ist das erstaunliche Ergebnis einer Studie der Universität North Carolina. Hier hatten Wissenschaftler im Winter 2004/05 untersucht, wie gut sich handelsübliche Multivitamintabletten auf die Gesundheit auswirken. Sie gaben 130 Menschen entweder ein Multivitalstoffpräparat oder aber ein Placebo (ein Scheinmedikament).

Das Ergebnis: 43 % derjenigen, die die Vitalstoffe erhalten hatten, hatten einen Infekt erlitten – in der Placebogruppe waren 73 % erkrankt.

Zusätzlicher Vital­stoffschutz für chronisch Kranke besonders wichtig

Vor allem wenn Sie chronisch krank sind, also zum Beispiel an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Arthrose leiden, sollten Sie ein zusätzliches Multivitalstoffpräparat einnehmen. Das gilt auch, wenn Sie regelmäßig Medikamente, ganz gleich welcher Art, nehmen müssen. Denn, und auch das ist ein Ergebnis der Studie aus North Carolina, chronisch Kranke  profitieren noch deutlicher von diesen Präparaten. In der Vitalstoffgruppe erkrankten nur 17 % der chronisch kranken Menschen, in der Placebogruppe hatten aber 93 % einen Infekt.

Bestätigt wurden diese Ergebnisse durch eine weitere Studie, die von Wissenschaftlern der Universität Sheffield durchgeführt wurde. Die englischen Forscher hatten über 400 Patienten untersucht, die wegen einer Immunschwäche im Krankenhaus waren. Die zwischen 65 und 92 Jahre alten Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten entweder einen handelsüblichen Vitalstoffmix oder ein Placebo-Präparat. Nach sechs Monaten mussten nur rund 30 % derjenigen, die die Vitalstoffe erhalten hatten, wieder ins Krankenhaus. Aus der Placebogruppe mussten sich rund  40 % einer erneuten Behandlung unterziehen.

Welches Präparat sollten Sie wählen?

In der amerikanischen Studie wurden Präparate gewählt, die relativ geringe Vitalstoffmengen enthielten. Diese entsprachen in etwa den Grenzwerten, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Ein solches Präparat erkennen Sie daran, dass angegeben wird, dass Sie Ihren Tagesbedarf (häufig mit RDA angegeben) schon mit einer Tablette decken können. Es macht dabei keinen Unterschied, ob Sie Tabletten zum Schlucken und Brausetabletten nehmen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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