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Chrom – Mit gesunder Ernährung vermeiden Sie eine Unterversorgung

Chrom findet sich in unserem täglichen Leben überall – zum Beispiel am Auto oder eventuell an den Zierleisten des Kühlschranks. Nur wenige Menschen aber wissen, dass Chrom auch sehr wichtig für unseren Körper ist – ohne Chrom keine Zuckeraufnahme.

Chrom bedeutet übersetzt Farbe. Seinen Namen verdankt dieses Spurenelement den schön gefärbten Chromsalzen. Jeder, der mit Farben zu tun hat, kennt beispielsweise das Chromgelb oder -grün. Chrom wurde Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt, jedoch erst 1959 als essenzielles Spurenelement für den Menschen erkannt. Im Körper ist Chrom vor allem in Leber, Milz, Knochen, Fett und Muskeln vorhanden, wobei im Alter die Konzentration abnimmt. Chrom hat im Stoffwechsel teils unbekannte Funktionen, da

Eine Tafel mit dem chemischen Element Chrom© www.fzd.it - Fotolia
viele Prozesse in Verbindung mit diesem Spurenelement noch nicht aufgeklärt sind.

Chrom spielt beim Stoffwechsel von Kohlenhydraten, speziell bei der Aufnahme von Zucker (Glucose-Toleranz), eine wichtige Rolle. Davon abhängig nimmt Chrom auf den Stoffwechsel von Fetten Einfluss. Es trägt in ausreichenden Mengen dazu bei, das gesamte Cholesterin und das „schlechte“ LDL-Cholesterinzu senken sowie das „gute“ HDL-Cholesterin zu erhöhen. Weiter steigert Chrom die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur und verbessert die Synthese von Proteinen. Vermutlich ist Chrom außerdem an der Zellteilung beteiligt, zumindest ist es in den Zellkernen in beachtlichen Mengen enthalten.

Volles Korn versorgt Sie mit viel Chrom

Chrom ist in Lebensmitteln sowohl in organischer als auch in anorganischer Form enthalten. Gute Quellen für die Versorgung mit Chrom sind Bierhefe undFleischprodukte, besonders Leber, Nieren und Muskelfleisch, weiter Käse und Vollkornprodukte, aber auch Austern, Gewürze, darunter besonders der Pfeffer, Nüsse und brauner Zucker (Melasse). Der Verarbeitungsgrad einiger Lebensmittel spielt bei der Versorgung von Chrom eine besondere Rolle. Weißer (raffinierter) Zucker und ausgemahlene Weißmehle enthalten im Vergleich zur Melasse und zum vollen Weizenkorn 90 Prozent weniger Chrom. Recht arm an Chrom sind außerdem Obst und viele Gemüse.

Versorgen Sie sich ausreichend mit Chrom

Der tägliche Bedarf an Chrom ist bis heute nur annähernd bestimmt, er wird auf 30 bis zu 300 Mikrogramm (µg) geschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. geht bei Jugendlichen und Erwachsenen von einem täglichen Bedarf von 30 bis 100 µg Chrom aus. Bekannte orthomolekulare Mediziner wie Melvyn R.Werbach aus den USA empfehlen mit 200 bis 300 µg Chrom täglich deutlich höhere Mengen. Meistens nehmen wir aber viel weniger Chrom zu uns.

Die Versorgung mit Chrom kann man allgemein als gering betrachten. Im Durchschnitt nehmen wir in Deutschland täglich etwa 62 µg Chrom auf, wobei die Werte individuell unterschiedlich von 30 bis zu 140 µg reichen können. Berücksichtigt werden muss, dass der persönliche Bedarf an Chrom von der Zufuhr an Kohlenhydraten abhängt. Je mehr davon aufgenommen werden, umso höher ist der Bedarf an Chrom. Eine Reihe von Faktoren tragen dazu bei, dass wenig oder zu wenig Chrom aufgenommen wird. Es ist teilweise in Lebensmitteln enthalten, die wenig verzehrt werden. Wo es vorhanden ist, werden nur geringe Mengen – 0,5 bis 3 % – vom Körper verarbeitet.

Dabei spielt die Chromform eine wichtige Rolle. Organisches Chrom, Chrom im Glucose-Toleranz-Faktor (GTF-Faktor) oder als Chelat werden weitaus besser aufgenommen als anorganisches Chrom, das nur zu 0,5 bis 0,7 % resorbiert wird. neben einem starken Konsum an raffiniertem Zucker können Phytate und Zink den Mangel an Chrom fördern. So wundert es nicht, dass die täglichen Zufuhren aus der Ernährung nach neueren Angaben geringer zu sein scheinen als bisher angenommen und wohl nur im Bereich von 15 bis 50 µg Chrom liegen. Ernste Mängel an Chrom sind daher häufiger als angenommen. Die vermutete Rolle von Chrom bei der Entstehung von Diabetes und Arteriosklerose legen es jedoch nahe, dass auch leichte Mängel an Chrom im Körper unerwünschte Folgen haben können.

Ein Mehrbedarf an Chrom tritt in folgenden Fällen auf:

  • bei fett- und zuckerreicher Ernährung,
  • bei viel Stress (psychisch, physisch und durch Krankheiten),
  • bei schwangeren Frauen,
  • bei älteren Menschen.

Chrom-Mangel kann zu Diabetes führen

Ein Mangel an Chrom bewirkt eine schwache Toleranz von Zucker, in der Folge können ähnliche Symptome wie beim Diabetes bzw. die Zuckerkrankheit selbst entstehen. Noch ist die Beteiligung von Chrom an der Entstehung von Diabetes nicht lückenlos geklärt. Vermutlich spielt dabei der Glucose-Toleranz-Faktor (GTF) eine Rolle. GTF aktiviert im Körper das Insulin und fördert dessen Bindung an die Zellwände, wodurch Glucose besser in die Zelle aufgenommen werden kann.

So kann Glucose rascher aus dem Blut entfernt und verarbeitet werden. Bei einem Mangel an Chrom bzw. an GTF erhöht sich dagegen das im Körper zirkulierende Insulin. Dadurch verringert sich die Toleranz gegenüber Glucose, außerdem steigen die Werte von Cholesterin und Triglyzeriden. Auf diese Weise nimmt Chrom auch Einfluss auf den Stoffwechsel der Fette. Bei niedrigem Chromgehalt im Blut steigt vermutlich das Risiko für die Entstehung der Arteriosklerose. Andere bekannte Folgen eines Chrommangels sind periphere Neuropathien. Nach Chrom-Ergänzungen können die typischen Symptome eines Chrommangels wieder verschwinden.

Organisches Chrom können Sie nicht überdosieren

Die Anwendung als 3-wertiges (organisches) Chrom in Dosierungen bis zu 300 µg täglich ist sicher. Selbst erhöhte Dosen Chrom, bis zu 1 mg täglich, zeigten bei Einnahmen über mehrere Monate keine Nebenwirkungen. Unerwünschte Wirkungen durch übermäßige Zufuhren sind aber von 6-wertigem Chrom bekannt. Sie treten meist berufsbedingt, z.B. bei der Produktion von Lederwaren und Edelstahl, als Chromekzem oder Chromasthma auf. Noch sind viele Faktoren im Stoffwechsel von Chrom zu klären. Zur Sicherheit vor einem Mangel sollte man auf die ausreichende Zufuhr von Chrom mit der Ernährung achten. Dazu gehört beispielsweise, Getreideprodukte aus Vollkorn zu bevorzugen und den Zuckerverzehr zu beschränken. Wenn Chrom zur Vorbeugung ergänzt werden soll, z.B. bei geringer Glucose-Toleranz, sollte organisches Chrom aus Hefe und Pflanzenquellen bevorzugt werden. Es wird im Körper besser aufgenommen als anorganische Formen. Typische Dosierungen sind beispielsweise bis zu 200 µg täglich. Möglich sind außerdem Ergänzungen mit GTF-Faktoren, die jedoch nur nach therapeutischer Verordnung angewendet werden sollten.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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